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Julie in der Oper „Richard Löwenhcrz". 1799 wurde ein von ihr vcrf.Lustspiel:„Die erste» Fehler", aus derselben Buhne mit Beifall gegeben. 1806 verbeiraihekcsie sich und spielt jetzt auf dem Coventgardenthearer. Don ihr erschien 1808 einZwisäenspiel: „DerTag nach der Hochzeit". MißFanny Kemdle, eine ebenfallsgeachtete Schauspielerin des CoventgardentheaterS, ist Verfasserin des Trauerspiels„Franz l.", welches 1829 gegeben wurde.
Kempelen (Wolfgang v.), k. k.Hofrath u. Referendar bei der»ngar.Hof-kanzlei, geb. zu Presbnrg d. 23. Jan. 1731, starb zu Wien d. 26. März 1801.Diesen ersindeiischen Mann und mechan. Künstler, dessen Werk: „MechaniSiiiiiSder iiienschl. Sprache", mit 27 Kpfn. (Wien 1791), auch in franz.Sprache erschiennen ist, hat die Schachmaschine berühmt gemacht, die er 1769 der Kaiserin Mar>aTheresta zum ersten Male zeigte. Sie stellt einen Mann von notürl. Größe vor, dertürkisch gekleidet ist und vor einem Tische sitzt, auf welchem ein Schachbret steht.Der Tisch selbst hat an den Füßen Rolle», um ihn von einer Stelle auf die andrebewegen, lind somit den Verdacht, als sei ein Mensch unter dem Tische verborgen,um so mehr vermeiden zu könne». Diese Maschine spielte mit den geschicktesten Sp>e-lern und war ihnen fast immer überlegen. Inwiefern der Erfinder, der immer »ebendem Tische stand, oder auch in ein aufeinei» entfernten Tische befindliches, mit demSchachspieler selbst in keiner Verbindung stehendes Kästchen sah, das Spiel desSchachspielers leitete, oder ob in der Maschine selbst ein Mensch verborgen war, hatnicht entdeckt werden können. Der Erfinder war stets bereit, das Innere der mitRädern, Hebeln und Sprmgfedern angefüllten Maschine Jedem, der es verlangte,zu zeigen. Da die Züge eines Schachspielers indeß nur durch ein denkendes Wesenh rvoraebracht werden können, so war mir ein solches im Stande, den gerbanenZü-gen entsprechende entgegenzusehen, und folglich mußte, auf welche Weise es auch be-werkstelligt wurde, ein denkendes TLesen mit ihr in verborgener Verbindung stehen.Demnach lag das Verdienstliche der Maschine mehr in dem Mechanismus, als inder Kunst, mit welchersie ihrem Gegenspieler dieParkien abzugewinnen wußte, K.ging mir dieser Maschine nach Paris und 1785 nach England. Noch s. Tode ver-kaufte sie sein Sohn an einen geschickten Mechaniker. Sie befand sich 1812 in derVilla Bonaparte zu Mailand, 1819 zu London und 1822 wieder zu Paris . 1778erfand Hr. v. K. die noch künstlichere Sprachmaschine, welche, Ick Fuß breit und^F. lang, aus einem viereckigen, nur einem Blasebalge versehenen Kasten bestand.Wenn der Blasebalg nebst seinen Klappen, nach Verhältniß der zu sprechenden Wör-ter, bewegt wurde, so sprach die Maschine alle Sylben deutlich und vernehmlich aus.Der MechanicuS Pofch in Berlin hat eine Wiederholung dieser Maschine mir vie-len Verbesserungen 1828 in Berlin ausgestellt.
Kemper (Johann Melchior), I).. Staatsrath und Ritter des belgischenLöwencrdenS, Professor der Rechtswissenschaft in Lcpden und Mitglied der zweitenKamm.'r der Generalstaaten im Königreich der Niederlande, geb. zu Amsterdam 1776, lebte anfangs in feiner Vaterstadt als Advocat, wo er sich bei den politi-schen Unruhen zu den gemäßigten Patrioten hielt, in deren Elubb er Secretair war.Er mußte deßhalb von den wärmer» Freiheüsfreunde» manche Zurücksetzung erdul-den, bs die Ereignisse vorn 12. Juni 1798 diesen das Ruder entrissen, woraufer die Stelle eines Professors zu Harderwyk erhielt, 1806 folgte er seinem LehrerEras im Lehrfache des bürgerlichen Rechts zu Amsterdam , Drei Jahre später kamer in gleicher Eigenschaft nach Leyden . Hier arbeitete er im Verein mit Euvierund No -l, im Auftrag der franz. Regierung, ein Gutachten über den Erant desöffentlichen Unterrichts in seinem Vaterlande aus. Nach den Unfällen Napoleons in Rußland warK. Einer der Ersten, die sich mit dem Grafen Gysberc v. He-gend orp (s. d.) und Van der Duyn, die sich an die Spitze der Insurrection stell-ten, verbanden. Er ging hieraus mit Fannius Schelten nach Amsterdam , um auch