Kl<ruS
Klima
18 ?
Tod dos AntoniuS und rückte gegen Alexandrien vor, das dieser zu vertheidigen eilte.K. beschloß, sich mit ihren Schätzen zu verbrennen; allein Ociavian wußte sie durchgeheime Botschafter zu beruhigen. Diese Verhandlungen entgingen dem AntoniuSnicht, welcher, Verrätherei ahnend, zu ihr eilte, um sich durch ihren Tod zu rächen.Sie entfloh, verbarg sich in das von ihr erbaute und zu ihrem Grabmal bestimmteMonument bei dem Tempel der Isis und ließ die Nachricht verbreiten, daß sie sichselbst getödtet habe. AntoniuS stürzte sich in sei» Schwert, ward, ehe er starb, vondem Leben der K. benachrichtigt, ließ sich zu ihr tragen und starb in ihren Armen.Jetzt gelang es dem Octavian , sich der K. zu bemächtigen. Sie hoffte auch überihn einen Sieg ihrer Schönheit davon zu tragen. Da aber ihre Künste an seinerKälte scheiterten, und sie wol einsah, daß er ihr Leben nur fristen wolle, um sie imTriumph auftufuhren, beschloß sie, dieser Schmach durch einen freiwilligen Tod zuentgehen. Sie ordnete ein glänzendes Fest an, entfernte ihre Wachen und sehte sicheine giftige Natter, die ein treuer Diener ihr, unter Blumen versteckt, gebrachthatte, auf den Arm, durch deren Biß sie in wenig Mimuen ohne Schmerz verschied(30 v. Ehr.). Octavian ließ ihr Bildniß mit einer Schlange unterm Arm bei sei-nem Triumphzuge prangen. Ihr Leichnam ward nebe» dem des AntoniuS beige-setzt. Sie war 39 Jahr alt und hatte 22 Jahre regiert.
Klerus, die Benennung des geistlichen Standes im Gegensatze gegen dieLaien. Das griechische Wort bedeutet: Eigenthum, Erbtheil, und der geistlicheStand ward darum Klerus genannt, weil mau ihn auszeichnen, und andeutenwollte, daß er in einem besondern Sinne Gottes Eigenthum und Erbtheil sei. DerKlerus (die Kleriker) ward in der alten Kirche in den hohen und niedern getheilt.Zu dem ersten gehörten die Bischöfe, Presbyter» (Älteste) und Diakonen; zu demletzter» alle übrige geistliche Personen. Von Klerus kommt die Benennung Kle-risei her, mit welcher man die gesammte Geistlichkeit eines Landes oder einerStadt bezeichnet. (S. Geistlichkeit.) X.
Kleve , sonst Hauptst. des Herzogthumg gl. N., jetzt Kreisst. im Regier.-Bcz. Düsseldorf , liegt in einer angenehmen Wiesenfläche, mit Alleen, fruchtbarenThälern und anmuthigen Hügeln, eine Stunde vom Rheine , mit dem sie durcheinen Canol verbunden ist, und an dem Flüßchrn Kermisdal. Die Stadt (1000 H.,7000 E. ist im Ganzen wohlgebaut und besteht aus der obern, auf Hügeln gelege-nen Stadt und aus der untern. Das auf einem Hügel erbaute Schloß, Sckwanen-burg, ist sehr alt. K. hat ein Gymnasium; ferner Wollen., Baumwollen-,^Sei-ten-, Hut- und Tabacksfabriken. Unter den reizenden Umgebungen sind bemerkenS-werlh: der jenseits des CanalS gelegene Königsgarten, eine vom Prinzen JohannMoritz v. Nassau-Siegen herrührende Anlage, und der Thiergarten mit trefflichenBaumreihen, Springbrunnen, Wasserfallen und einem Gesundbrunnen . In derangenehmen Holzung, Berg und Thal genannt, ist das Grabmal des PrinzenMoritz. Er ruht in einem eisernen Sarkophag, umgeben von den bei Kleve auS-gegrabenen Inschriften, Urnen, Krügen, Lampen und andern Überresten des rö-mischen Alterthums. Das ehemalige Herzogkhum Kleve erwarb Kur-Brandenburg1609 und 1666 bei der Theilung der Iülich-Kleve'schen Länder. Der Theil am lin-ken Rheinufer kam 1795 an Frankreich , und der übrige Theil 1806 an das Groß-herzogthum Berg. Das Ganze kehrte 1813 an Preußen zurück.
Klima. Die Alten bezeichneten mit dieser Benennung die Flächenräumezwischen den mit dem Äquator gleichlaufenden Kreisen, welche sie in Gedanken insolchen Entfernungen um die ganze Erdfläche zogen, daß von jedem Kreise bi« zudem Nächstliegenden die Zeitdauer des längsten Tages um 4 Stunde zunahm. Nachdieser Einthcilung gab es vom Äquator, wo der längste Tag 12 Stunden dauert,bis zu dem Polarkreise, wo er 24 Stunden beträgt, 24 Klimate. Dom Polar-kreise an mächst der längste Tag so schnell, daß er einen Grad von demselben weiter