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Klima
gegen den Pol schon einen Monat lang ist. Diese sogenannten kalten Zonen, näm-lich die legenden vcni nördlichen und südlichen Polarkreise an bis zu den einbre-chenden Polen , haben einige Geographen wieder in 6 Klimata getheilt. Uns hateine genauere Bekanntschaft mit den verschiedenen Länder» belehrt, daß Wärmeoder Kälte nicht bloß von der geograph. Breite abhängen, sondern daß örtliche Ur-sachen große Abweianingcn von der allgemeinen Regel hervorbringen, nach welcherallerdings ein dem Äguaior näher gelegenes Land wärmer sein sollte, als ein vonihm entfernteres. Wir verstehen daber unter dem Worte Klima das einem jede»Lande eigne Verhalten der Witterung in Hinsicht auf Wärme und Kalte, Trocken-heit und Nässe, Fruchtbarkeit und Wechsel der Jahreszeiten. So verschieden dieBeschaffenheit des Klnna ist, so verschiede» sind auch s ine Ursachen, und durch diebis fetzt gemachten Beobachtungen hat man noch zu keinem allgemeinen Ergebnissegelangen kenne». Im Allgemeinen bleibt jedoch die geographische Breiteder Hauplumstand, welchen man bei Betrachtung des Klima eines Landes zu be-rücksichtigen hat. Der höchste Grad der Hitze wird unter der Linie, der geringste(oder die böchste Kälte) unter den Polen angetroffen. Die dazwischen liegen-den L)rter haben verschiedene Grade der Temperatur nach ihre,' Lage und örtlichenBeschaffenbeit. Umer der Linie ist die Hitze nicht gleich groß. Fürchterlich wirktsie in den Sandwüsten Afrikas , besonders auf der Westküste, auch in Arabien undIndien; höchst gemäßigt zeigt sie sich dagegen in kein gebirgige» Südamerika . Diehöchste afrikanische Hitze hat man auf 70° nach R aumur bestimmt. Von demhöchsten Kältegrad unter den Polen läßt sich nicht bestimmt urtheilen, weil bis da-hin noch käun Mensch vorgedrungen ist. Von der geograph. Breite ist die ver-schiedene MittagSbobe der Sonne und ihr Verweilen über dem Horizonte abhängig.Je beträchtlicher jene Höbe und je größer jene Zeitdauer, desto wärnier ist, ohneRücksicht auf örtliche Umstände, ei» Land. Die Erhebung eines Landes überder Meeresffä.'be macht eine» andern wichtiaen Bestimmungsgrund des Klima aus.Nicht zu übersehen ist aber die Beschaffenheit der Erdoberfläche selbst. Die Wärmenimmt zu mit der Cultur des Bodens. So hat unser Deutschland seit mehr alstausend Jahren ein beträchtlich wärmeres Klima durch Ausrottung der Wälder,Ableitung der Seen, Auskrockniing von Sumpfen und Morästen gewonnen. BhneZweifel hat auch die mineralische Masse, welche die oberste Lage der Fläche einesLandes ausmacht, Einfluß auf seine größere oder geringere Wärme. Der todteL)and nimmt eine viel stärkere Hitze an als Letten. Wiesenflächen sind im Som-mer lange nicht so heiß als kahler Boden. Einen entschiedenen Einfluß auf dasKlima haben die Winde, denen ei» Land seiner Beschaffenheit »ach vorzugsweiseausgesetzt ist. Wehen in einem Lande viele Nord - und Bstwinde, so muß es beigleicher geographischer Breite kälter sein als ein andres, in welchem die MildernSüd - und Westwinde häufig streichen. Die Abwechselungen in der Witterungsind innerhalb der beiden Wendekreise am geringsten. Die Hitze, welche, währenddie Lonne im Scheitelpunkte siebt, unerträglich sein würde, wird durch die alsdanneintretende Regenzeit gemildert; rückt die Sonne nach der entgegengesetzte» Hälfteder heißen Zone, also immer mehr aus dem Scheitelpunkte, so entsteht die lieblichsteWitterung. Lmia und D.nito in Per» sollen das schönste Wetter aus der Erdehaben. Größer sind die Wiiterungsveränderiingen in der gemäßigten Zone; jenäher dein Polarkreise, desto beträchtlicher weiden die Unterschiede zwischen Kälteund Warme. Die hoher» Breite», besondere um den 59 und 60", haben imJuli eine Warme von 75— 80° Fahre,ihen, wie sie die Länder um 10" näheran der Linie kaum habe». In Grönland ist ini Sommer die Hitze so groß, daßdas Pech an den Schiffen schmilzt. In Tornea in Lappland fallen die Sonnen-strahlen um die Zeit des längsten Tages ebenso schief wie bei uns um die Zeit derNachtgleichen; dennoch ist dort die Wärme zuweilen derjenigen in der heißen Zone