Band 
Sechster Band. K bis L.
Seite
189
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Klimakterisch Klmger

gleich, weil die Sonne fast immer über dem Horizonte ist. linker den Polen istdas Klima vielleicht das beständigste. Dort scheint immn während eine so heftigeKälte zii herrschen, als wir hier in unsern Gegenden nicht kennen. Selbst mittenim Sommer, wo dieSonne lange Zeit und unter dem Polpunkte selbst volle 6 Mo-nate nicht untergeht, thauet das einige Eis nicht weg. Die den Pol umgebendenungeheuern Eismassen empfinden von den schrägen, schwachen Sonnenstrahlenkeine merkliche Wirkung und schiene» sich bisher mir jedem Jahre zu vermebren:ein bemerkenswerih-r Umstand, da nnbezweiftlie Spuren einer in frühern Jahrhun-derten stattgefundenen größer» Bewohnbarkeit dieser jetzt verlassenen sMgmden vor-handen sind. In den letzte» Jahren aber haben sich ungeheure strecken dieses,wenn man so sagen darf, EonkinentS von Eis getrennt und sind in die südlichenMeere hinabgeschwemml worden. Auf diese» limüand gründete die englische Re-gierung einen Plan, den Nordpol zu erreichen. Über die Versuche der CapuaineRoßund Parry s. Nordpolex petitionen .

Klimakterisch, werden in der Physiologie diejenigen Lebensjahre ge-nannt, in denen der menschliche Körper, nach bestimmten Naturgesetzen, anfängt,in seinen physischen Kräften abzunehmen und sich bei den Männern dem Greisen-alter, sowie bei den Frauen dem der Matrone zu nähern. Bei den Frauen z. B.wird die Zeit klimakterisch genannt, wo sie ihre Reinigung verlieren.

Klimax und Anriklimax, oder die Gradation (s. d.), eineFigur(s. t.) InderRedekunsi, durch die man entweder.auswärts oder abwart? die Begriffesteigert, indem man sie nach dem innern Verhältnisse ihres Ranges aufeinander-folge» läßt.

Klingemann (August), U. der Philosi und Director desNationalthea-ters zu Braunschweig, geb. den 31. Aug. 1777 zu Braunschweig , besuchte daselbstdas Earolüium und hörte dann in Jena , außer den Rechtswissenschaften, besondersFichte'S, Schelling's und A. W. Schlegel'? Vorlesungen. Um dieselbe Zeit hattedas weimarische Theater, durch Göthe's und Schiller '? zusammenwirkende Leitung,den höchsten Grad ber Vollkommenheit erreicht. Dies entschied seine Vorliebe fürdie schöne Lueratur und für das Theater. Er widmete sich ausschließend der Bühneseiner Vaterstadt, deren Leitung er in Verbindung mit der S chauspieldirectoi in So-phie Walther 1813 übernahm. Durch s. Thätigkeit gewann diese Privatunterneh-niuug einen bedeutenden Ruf, sodaß sich, die begüterten Einwohner BraunschweigS ,durch den Staatsminister Grafen von Schulenburg-Wolssburg aufgefodert, 1818vereinigten und durch Adtien, sowie mit Unterstützung der Regierung, die Privat-anstalt zu einer stehenden Naftonalbübne erhob,». K. erhielt die Direktion undführte sie mit solchem Erfolge, daß das braunschweiger Theater bald sich einenRang unter den ersten vaterländischen Bühnen sicherte. K. machte um diese Zeit,begleitet von s. zweiten Frau, einer ausgezeichneten Schauspielerin, mehre Kunst-reisen durch Deutschland , von denen er in s. Werke: „Kunst und Natur" (1819,2 Bde.), das Wichtigste mitgetheilt hat. — Unter s. dramatischen Dichtungenhaben sich „Heinrich der Löwe", „Luther", „MoseS", „Faust ", „Deutsche Treue"auf den Bühnenrepertoiren erhalten. Auch hat er an der Kritik der schönen Lite-ratur Antheil genommen, im Fache des Romans dagegen nur Weniges geliefert.Seine dramatischen Arbeiten gesammelt: „Theater von A. K." (Tüb. 1802 —12,2 Bde.); „Drain. Werke" (Braunschw. 1817 — 18, 2 Bde.). Im -Oct. 1829gab er die Direction der Bühne ab und wurde bei dem Eolleg. Carol. angestellt.

Kling « r (Friedrich Maximilian von), geb. zu Frankfurt a. M. 1753, ge-hört zu Denen, durch deren Kraft und eigenthümliches Streben vor etwa 50 Jahrenjener Umschwung unserer Literatur bewirkt wurde, den man nach dem Titel einesKlinger'schen Schauspiels die Sturm - und Drangpcriode benannt hat. Auch ihnbegeisterte der Genius Shakfpeare's, und seine Iugendkraft gefiel sich im Außer-