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Sechster Band. K bis L.
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Koller Köln

rals Mannstein vollständig. Die Östreicher, denen schon der Befehl zum Rückzügegegeben wurde, benutzten die durch jenen Angriff entstehende Unordnung geschickt,vereitelten alle fernere Anstrengungen der Preußen, und ohne Bevern's Entschlos-senheit und Aiethen'S Ausdauer wäre Friedrichs Heer untergegangen.') Der Kö-nig selbst gab sich allen (^fahren preis. Es war die erste Schlacht, die er, vielleichtdem Glück und seiner innern Macht zu viel vertrauend, in diesem Kriege ve lor;8000 (n. A. sogar gegen 14,000) Preußen und 9000 Östreicher waren giblie-ben. Mannstein blitzte den begangenen Fehler durch einen ritterlichen Tod auf demSchlachtfelde. Es wird indessen von Einigen angeführt, er habe zu feinem AngriffeBefehl gehabt. Über diese Schlachkvgl. man (v. Rehow's) ..Charakteristik der wich-tigsten Begebenheiten des stebenjähr. Krieges" (2 Thle., Berl. 1802) und Tempel-hosss „Geschichte des siebenjähr. Krieges". Zwei Tage darauf ward die Belagerungvon Prag aufgehoben, Friedrich aber rächte seine gefallenen Preußen noch in d. I.bei Roßboch und Leuthen. 5.

Koller (Baron v.), k. k. östr. Feldm.-Lieut., einer von den Commissarien,welche 1814 Napoleon nach dessen Abdankung von Fonkainebleau bis Elba beglei-teten. Er erwarb sich b.i dieser Gelegenheit durch sein schickliches Benehmen wiedurch seine Rechtlichkeit und Freimüthigkeit die Achtung und das Vertrauen desberühmten Mannes, den er bei der Reise durch die südlichen Departements vor denMißhandlungen eines von fanatischen Priestern und rachebrütenden Ultras aufge-reizten Pöbels schlitzte. Er bewahrte den Oben ock des gefallenen Helden, der, umnicht erkannt zu werden, denselben mit K.'S östr. Generalsuniform vertauscht hakte.Nach seiner Rückkehr vollzog er den von Napoleon auf Elba erhaltenen Auftrag,mir Genua im Namen de« neuen Herrschers von Elba eine Handelsverbindung zuGunsten der Insel abzuschließen. Dieses Benehmen des Generals K. verdient umso mehr Anerkennung, da in jener Zeit voll aufgeregter Leidenschaften und einseitigerAnsichten bei Vielen die Stimme der Mäßigung und des Edelmuths gänzlich ver-klungen zu sein schien. Gen. K> wurde späterhin als Unlerintentanc bei dem östr.Heere in Neapel angestellt, wo er zu der Wiederherstellung der Ordnung thätigmitgewirkt hat. Er starb den 23. Aug. 1826 zu Neapel . Seine Antikensammlungist vom König von Preußen, und seine ägyptische Sammlung vom König von Sach-sen für die Universität Leipzig erkauft worden. 12.

Köln, vormals freie Reichsst. u.Sitz deS kurfürstl. köln . Domcapitels, setz'Haupkst. des köln.Regierungsbezirks derProv. Kleve Bcrg, der im 1.1828auf69tzäM. 377,33.'> E., worunter 323,283Kathol. u. 4049 Juden zählte. K.. der Sitzeines Erzbischofs, der Regierung, des AppellaiionshosS für die RKeinprvv.,des Tribu-nals erster Instanz und mehrer öffentl. Anstalten, eine der größten und ältesten deut-schen Städte ani linken Rheinufer, in der Lange einer Stunde und in der Form ei-nes HalbzirkelS, wart von Agrippina, Gemaklin des Kaisers Claudius , erbaut.Enge, schmutzig und öde sind die Gassen der Stadt, welche mit dem Glänze derHanse, welcher sie angehörte, ihre Hauptreichthümer und während der franz. Herr-schaft am Rhein ihre wohlhabende Geistlichkeit und den besten Theil ihrer Kunst-schätze verlor. Noch stehen die großen Kaufhäuser als Denkmale der alten Zeit; nur«ine kleine Zahl neuer Gebäude zeichnet sich durch Schönheit aus. Die schönstenöffentlichen Plätze sind der Neumarkt mir seinen Linden, der Heumarkt und der Alt-markt. K. hat 20 Kirchen, 3 Klöster, 2 Gpmnasien und viele fromme Stiftungen,7060 H. und im I. 1828, ohne Milit., 61,902 Emw-, darunter 2472 Evangel.und 371 Juden. Eins der erhabensten Werke der gothischen Baukunst, der Dom,wurde in der Fvlin eines Kreuzes 400 Fuß lang, 180 F. breit, von 1218 bis zur

*) Vier sticks. Reiterrcq. unter Anführung deS Obcrstlieut-v.Benkcndorf, die sich beimöstr. Heere befanden, ersckütterlen durck einen gut geleiteten Angriff gegen die Flanke undim Rücken der Preuße» die Haltung derselben und trugen zur Entscheidung wesentlich bei.