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Sechster Band. K bis L.
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Kölnische Mark Koloß

Refoiiwatlon gebaut. Vollendet ist nur der 200 F. hohe Chor mit der ihn umgeben-den Capelle. Das Schiff kragen 100 Säulen, von denen die mittlern 40 F. imUmfange haben, allein es hat nur ^ seiner Hohe und eine Decke von Holz. Dereine Thurm, deren jeder 500 Fuß erhalten sollte, har nur 250 F. Höhe, und der andrenur erst 21 F. Beim Eintritt in das Thurmende der Kirche verliert sich das Augein dem ungeheuer» Raume. Hinter dem Hochaltare ist die Capelle der heil. 3Komgeionischen Styls von Marmor. In einem prächtig geschmückten Kasten liegen ei-nige Reliquien. Aus der linken Seite des Chors ist die goldene Kammer mit demDomschatz. Er besitzt aber seine allen Reichthümer nicht mehr ganz. Der Könighat jährl. 200,000 Rthlr. bestimmt, um den Dom zu erhalten; auch ist er durchAbbrechen der ihn zunächst umgebenden Gebäude freigestellt. Über die wieder-gefundene Originalzeichnung des Doms s. Georg Müller's „Beschreibung", mit9 Kpfrtaf., gr.Fol., und 2vS.Text, 1818, undBcisseree'sWerk„Überden Domzu Köln", mii Kpf., 1824. Die Kirche des heil. Gereon hat eine kühne Kuppel mit3 Galerien. Die Kirche des heil. Cuniberi hat einen Altar gleich dem berühmtenAltar der Peterskircbe in Rom ; die Pelerskirche von Rubens, der dort getauft wurde,das immer bewunderte Gemälde des Märiyrenodes des Apostels Petrus ; auch istdas Damenslift der heil. Ursula merkwürdig. Das hiesige RaihhauS hat ein schö-nes Portal mit einer doppelten Reihe von Marmorsäulen. Die Iesiutenbiblioihek,obgleich beraubt, hat noch 60,000 Bde. Birke Gemälde hiesiger Kirchen und Stif-tungen raubten oder vernichteten die Franzosen. (Bgl. Boisseräe und Boisse-r.'-e'sche Gemältesamml.) Doch gibt es hier noch schöne Kunstsammlungen. (Bgl.Wallraf). Die Lage begünstigt den Handel. Dieser, besonders der mit Rhein-wein, ist bedeutend, da K. der Mittelplah zwischen Deutschland und Holland ist.Das ehemalige Stapelrecht wurde in ein StatioiiS-und Umladungsrecht vei wan-delt. (Bgl. Rheinschifffahrt.) Die hiesigen Rheinschiffe laden 1000 Schiff-pfimd und darüber. Die Gewerbe in Tuch, Linnen, spitzen, Baumwolle undSeide, Taback, Steingut, sind noch bedeutend, ebenso die Destillation des köln.Waf-sers, dessen Bersendung seit dem siebenjähr. Kriege immer mehr zunahm; 15 Fa-briken liefern jetzt jährl. einige Mill. Flaschen. Letztere kommen von Stollberg ,3 Stunden von Aachen . — Als große Stadt, wo Magazine bequem aufgehäuftwerden können und militair. Bedürfnisse aller Art sich vorsinden, als Übergangs-punktüber den Rhein, als Zwischenpunkt zwischen Wesel und Koblenz , als Vereini-gung vieler Straßen und als Punkt der Basis, von der die Operationen deutscher Armeen gegen die Niederlande und Frankreich ausgehen müssen, ist K. von großemstrategischen Werth, und die aus Wallgraben und weit von einander entferntenBastions bestehenden Festungswerke sind 1815 wiederhergestellt worden; sie wei dendurch eine Kette von kasemattirten Thürmen, die mehre Stockwerke und in jedemeinige Geschütze enthalten und in einiger Entfernung von der Stadt als ifolirt de-tachiere Werke angelegt sind, verstärkt. Durch sie wird K. eine zwar nicht so wich-tizeFestung wie Koblenz , wol aber ein starker Woffenplatz werden. Auch das Städt-chen Deutz am rechten Rheinufer, K. gegenüber, wird befestigt und so den doppel-ten Brückenkopf vollenden. Der letzteKurfürstvon Köln, Max. Franz Laver, starhd. 26. Juli 1801. Über die köln . Malerschule, welche mit Lucas v. Lepden, Schp,reel, Mabuse und Clzheimer schloß, s. Deutsche Malerkunst. Für die Gevgr,und Geüh. des Mittelalterü ist Binterim's und Mooren's Schrift: „Die alte undneue Diöcese Köln" (Mainz 1828, 1 Thl.), lehrreich.

KölnischeMark, ein Silbergewicht, welches man in 16 Loth, oder8Unzen, oder in 256 Pfennige —512 Heller-^-4352 Eschen —65,536 Richt«Pfennige eintheilt. (Vgl. Mark.)

Kolon, s. Interpunktion.

Koloß, eine ungeheure Bildstule, ein Riesenbild; daher kolossalisch, war