283 Königsmark
teran der Cheniiker und Pharmaceuten Hagen, den Astronornen Bessel , die Pro--sessoren Lobeck, Voigr, Drumann, Heibart, GaSpari, Reidenitz, Dirksen, Bur-dach, Dintcr, v. Bohlen, Meyer, Kubiern. A. zu ihren Lehrern. Sie hat einKlinikum, über welches I). Unger 1823 Nachrichten herausgab, und Seminarefür Prediger der polnisch und der lithauisch redenden Gegenden des Landes; letzteres,das König Friedrich Wilhelm I. 1123 gelüstet hat, unter dem Kenner dieserSpra-che, Professor Rh.sa. Die Universitätsbibliothek ist seit Kurzem zu der in demKönigshause und in zweckgemäßer Ordnung aufgestellten Scbloßbibliothck hinzt:-.gekommen, sodaß diese sammt der in demsilben Local ausgestellien Stadtbibliotheküber 60,000 Bde. betragen. Das geheime Archiv des ehemaligen Ritterordenshat sehr wichtige Urkunden und seit 1811 einen eignen Director (jetzt Pros. Voigt).Königsberg hat 2 Gymnasien, darunter das Collegium Fridericianum , 3 höhereBürgerschulen rmd eine höhere Töchterschule, mehre gelehrte Gesellschaften, näm-lieh die königl, deutsche und die medicinisch-physikalische. Die kleine Festung Fried--richsburg mit Kirche und Aei-gkauS liegt vor dem Kneiphofe. Obgleich derPregel nebe» der Stadt 15 Fuß Tiefe hat, so kann doch wegen einiger seichten«Liellen kein großes beladeneS Seeschiff auf demselben zur Stadt kommen, son-dern sie muffen in Pillau (Festung und Hafenstadt von Königsberg ) liegen blei--den. Der Handel war sonst von der größten Bedeutung und ist es zum Theilnoch. Der Schiffsbau war es sonst auch. Bernstein wird fast allein von da-her gezogen. Die zahlreiche Zudenschast hat eine schöne, seil dem Brande neuerbaute Synagoge.
K önigs m a r k (Marie Aurore , Grünn von), zuletzt Propstin des StiftesQuedlinburg, die Geliebte Augusts U., K.von Polen und Kurs. von Sachsen , geb.um 1618. stammt aus einer der ältesten Familien der Mark Brandenburg her.Sie war sowol wegen der geistigen und körperlichen Reize, mit welchen sie von derNarur verschwenderisch ausgestattet war, als auch wegen der politischen Verhält-nisse. in welchen sie lebte, eine der berühmtesten Frauen des 11. und 18. Jahrh.Als Mädchen redete und schrieb sie meistens mit Reinheit lind Eleganz die schwedi-sche, deutsche, sranzösische, italienische und englische Sprache, las die alten clas-sischen Schriftsteller, besaß ausgebreitete historische und geographische Kenntnisse,auch dichtere sie in franz. und ital . Sprache, Sie sang vortrefflich, spielte die Lauteund Gambe zum Bewundern und componirte für diese schstruniente. Überdiesmalte sie in einer Vollkommenheit, von der noch jetzt einige ihrer Werke zeugen,die in Quedlinburg vorhanden sind. Msi diesen Talenten verband sie den fein-sten Witz und die reizendste UiiterhaltungSgabe. 1601 kam sie in Begleitungihrer beiden Schwestern nach Dresden , um in einer Erbschasisangelegenheu, wel-che sie in Hamburg hakte, die Verwendung des Kurfürsten zu suchen. Diesersah die Gräsin und entbrannte von heftiger Liebe zu ihr. Nach tausend vergeb-lichen Bemübungen gewann er ihre Neigung. Aurora erschien öffentlich als dieGeliebte des Kurfürsten. Sie schenkte ihm einen Sohn, den berühmten Moritz,Marschall von Sachsen (si d.). Bald aber erlosch die Leidenschaft des Kurfürstenfür die Gräsin. welche ibr Schicksal mit Würde ertrug und nicht allein dem Für-sten , sondern auch dem Hofe und dem Publicum Achtung einflößte. So geschahes, daß sie mit dem Kurfürsten fortdauernd in einem freundschaftlichen Verhält-nisse blieb. Auf sein Verwenden ward sie vom wiener Hofe zur Propstin desStifts Quedlinburg erhoben (21. Mai 1100). Von dieser Feit an hielt sie sich ab-wechselnd zu Quedlinburg und zu Dresden aus. Welche Achtung der Konig vonPolen für ihre Klugheit und Einsicht haben mußte, erhellt daraus, daß er sie 1102zu Karl AU- sandte, um mit diesem eine Friedensunterhandlung einzuleiten. Karlweigerte sich jedoch, die Gräfin vor sich zu lassen. Sie starb 1128. Ihr Leichnam,an welchem man noch jetzt Spuren von Schönheit erkenne» soll, ward in der