fürstl.GruftzuQ.uedlinburg beigesetzt. IhrBruder,GrafPhilippChristoph, der letztem^nnlicbe Sprosse s. Hauses, fiel durch Meuchelmord 1894 iniLlchchsse zuHano-per aufBefehl des Kurfürsten Ernst ?lugust, weil er derKurprinzessin Sophie Doro-thea (st. als Gefangene zu Ahlen 1126) zur Flucht hatte Beistand leisten wollen. (N.„Fredcgunde, oder Denkwürdigk. zur geh. Gesch. des hanöv. Hofes", Derl. 1825.)
König « stuhl, beidenaltenDeutscheneinerhabenerRasenplatzaufsreieinFelde, wo von dem Grafen oder obersten Richter des Sonntags Gericht gehaltenwurde; insbesondere aber führte diesen Namen ein auf Säulen ruhendes steinernesGebäude bei Reuse, einem ehemals kurkölnischen Städtchen im jetzigen Regierungs-bezirk Koblenz , der preußischen Provinz Niederihein, wo in alten Zeiten die Kur-fürsten des Reichs zusammenkamen, um über wichtige Angelegenheiten zu rath-schlagcn, und wo z. B. auch der ncugewählte römische König und Kaiser öffentlichausgerufen zu werden pflegte. Mapümlian I. soll der letzte Kaiser gewesen sein,bei welchem dies geschehen, und das wenigstens als Alterthümlichkeit merkwürdigeGebäude auf 1 Schwibbogen wurde 1814 ganz zerstört.
Königstein, Bergfestung im meißner Kreise, Amt Pirna des Königr.Sachsen , nebst einem Städtchen gl.N., an der Elbe, nahe an der böhmischen Grenze.Der Sandstemfelstn, aufweiche»! die Festung liegt, hat, von derOberfläche derElbe,950 Ellen in der Höhe und eine gute Halbe -Stunde im Umkreise. Der Bau der Fe-stung hat 1589 unter dem Kurs. Christian I. begonnen, ist aber 1131 erst gänzlichvollendet worden. Sie hat einen einzigen, sehr verwahrtenZuganz, kann weder un-termirurt noch ausgehungert werden, weil, außer dem jedesmaligen Proviante,Ackerbau, auch Holz genug in der hohen Ebene ist, um die kleine Besatzung hin-länglich zu versorgen. Außerdem hat sie einen 586 Ellen tiefen Brunnen. Siekann sowol das unken gelegene Städtchen, als auch die Elbe, mit ihren Kanonen(besonders durch 'Anwendung der Depreffionslafetten) beschießen. Sie hat an600 Bcw., mit Inbegriff der Besatzung. Merkwürdig find das Zeughaus, diebombenfesten Kasematten, das sogen. Pagenbekte (ein schmaler Absatz der Mauer,auf welchem euisi ein Page, obne herunterzufallen, geschlafen haben soll), die Kircheund die Keller. Das große Weinfaß, das 3709 dresdner Eimer hielt, ist seit meh-ren Jahren auscinandergenommen worden.
K önigswasser, s. Scheidewasser.
Konrad v o n W ü r z b u r g , bürgerlicher Herkunft, einer der frucht-barsten und vielseitigsten alten deutschen Dichter, ein Repräsentant des Überganges derechten Ritierpoesie in die steifere und kältere Kunst des Zeitalters der Meistersänger.Von seinen LebeuSumsiänten wissen wir nur, daß er 1281 zu Freiburg im Breis-gau starb. Er hinterließ ein romantisches Gedicht vom trojanischen Kriege, Nach-bildung eines maischen Originals, mehre kleinere erzählende Gedichte und Schwän-ke, moralische und religiöse Siücke, darunter die,,Goldene Ldcbmiede", ein Lobge-sang auf die heil. Jungfrau, Fabeln, Allegorien w. Der „Trojan. Krieg", ge-druckt im 3. Bde. der Mvller'schen „Sammlung altdeutscher Gedichte"; die „Gol-dene Schmiede" in den „Altdeutschen Wäldern" der Gebrüder Grimm .
Konrad vo n M arburg , s. Elisabeth.
K o n st a n t i n E ä sa r e w l t s ch P a w l o w i t sch, GroßfürstvonRußland, zweiter Sohn Pauls i., geb. den 8. Mai 1119. Rasche Thätigkeit, feu-rige Heftigkeit, durchdringender Verstand, schneller Blick und eine an Verwegen-heit grenzende persönliche Tapferkeit sind die hervorstechenden Eigenschaften diesesFürsten . 1169 unter Suwaroff zeichnete er sich als Soldat und Heerführer aus.Paul I. ertheilte ihm als Anerkennung seiner Dienste den Titel Eäsarewüseh. 1805verrichtete er bei Austerlitz an der Spitze der Garden Wunder der Tapferkeit, nach-dem ihn sein Feuer zu unvorsichtigem Vorrücken verleitet hatte. 1812, 1813 u.1814 begleitete er den Kaiser auf allen Hecreszügen, erschien dann beim Congreß