246
Kopfsteuer
besteht wieder aus mehren andern Knochen, die mit dem Schädel in Verbindungstehen. Die ganze Kopflänge beträgt m der Regel den 8. Theil des ganzen Körpers.Das Knochengebaude des Kopfes ist mit der Haut bedeckt, welche der des übrigenKörpers gleich ist. Unter derselben ist noch eine Hautlage von Muskeln und Sehnen.Die Knochen selbst haben außerdem noch chre eigne Beinhaut, wie die andern Kno-chen. Die Höhle des Kopfes ist vom Gehirne ganz ausgefüllt. Dieses hat gleichfallseine dreifache Hautdecke um sich. davon die dem Schädelknochen und die dem Ge-hirne selbst zunächst liegenden viele Blutgefäße bekommen, die mit der letzter« Haut(Gefäßhaut) bis in das Innere des Gehirns eindringen, welches außerdem nochdurch mehre große Schlagadern viel Blut erhält. Daher ist derKopfbei vermehrtemZuströmen des BlutesverschiedenenKrankheiten unterworfen. Unter den Kopfkrank-heiten. welche an oder in dem Kopfe vorzüglich erscheinen, sind die Ko afschmerzen diegewöhnlichsten, weil beinahe jede Kopfkrankheitsich durch Schmerz bemerklich macht.Die Kopfschmerzen können von Rheumatismus , von einer Art Entzündung derMuskel- und Sehne,ihaut, über den Knochen, selbst von Entzündung der eigentli-chen Beinhaut entstehen; strner von zu starkem Zuströmen des Bluts nach den in-nern Theilen des Kopfes, welches von allgemeiner Erhitzung des Körpers und Erre-gung des Bluts herrührt, oder von Anstrengung des Kopfes durch Geistesarbeiten,«der von zu starken, das Gehirn zu sehr reizenden Ausdünstungen und Gerüchen.Nervenschwache Personen beiderlei Geschlechts sind besonders Kopfschmerzen unter-worfen. noch mehr, wenn sie vollblütig sind. Jede geringe Blutwallung versetzt dasGehirn in einen gereizten, mit Schmerzen begleiteten Zustand. Man hat sonst, wiealle Schmerzen, auch diese mit dem Namen der Krämpfe belegt; allein das Gehirnhatkeine Muskeln, kann daher auch keine wahren Krämpfe haben, und diedagegenoft angerakhenen krampfstillenden Mittel vermehren die Blutwallung und damitauch die Kopfschmerzen. Da die Kopfschmerzen so verschiedenen Ursprung habenkönnen, so ist es besser, jedes Mal den Arzt um Rath zu fragen, als aufs UngefährMittel zu gebrauchen, die oft mehr schaden als helfen. Indessen sind im Allgemei-nen gelinde kühlende Mittel, als Tiironensaft in Wasser mit Zucker, Weinsteins,»remit Zucker, ableitende Mittel, als Fußbäder und Zugpflaster, noch am meisten zuempfehlen. Hypochondrische und hysterische Personen haben oft auf dem Wirbel desKopfes einen Schmerz, der einen kleinen Fleck einnimmt, aber sehr empfindlich ist(t'.lavus I>g,<i!ei ic»>). Man sollte bei Kopfschmerzen mehr, als bisher gewöhnlichwar, das Anlegen der Blutegel anwenden, weil diese in den meisten Fallen die größteErleichterung verschaffen. (S. Migräne.) U.
Kopfsteuer, Personen st euer, eine Abgabe, die bloß durch dieZahl der Köpfe oder Personen bestimmt wird. In dem Begriffe dieser Steuer liegtdurchaus kein vernünftiges Princip der richtigen Verrheilung. Zuweilen begreift nianunter P erson en steuer auch eine Rangfleuer, wodurch man von den Personen,nach der Verschiedenheit ihres Ranges, verschiedene Summen federt, da man hinge-gen eine Kopfsteuer diejenige nennt, die von jedem Kopf eine gleiche Summe federt.Man sieht leicht, daß weder in den Köpfen noch in dein Range ein Mittel enthaltenist, eine größere oder kleinere Abgabe zu bezahlen. Indessen muß man doch bei derKopfsteuer voraussetzen, daß aufjeden Kopfso viel jährliche Einnahme fällt, daß da-von die Steuer bezahlt werden kann. Man sehtvoraus, daß, wennauch nichtjedereinzelne Kopf soviel erwirbt, doch Diejenigen, welche die ihnen angehörigen Perso-nen zu ernähren haben, so viel jährlich einnehmen, daß sie die Kopfsteuer für sie ent-richten können. Man setzt also voraus, laß alle Familienhäupter so viel verdienen,daß sie davon die Kopfsteuer für ihreKinder und Gesinde bezahlen können. Istnundas zu bezahlendeKopfgeld so gering, daß im Staate wirklich Iederso viel verdienenund einnehmen kann, daß ihm selbst bei der stärksten 'Anzahl der Kinder und des ihmnöthigen Gesindes noch so viel, nach Abzug der nothwendigsten Bedürfnisse für die-