Band 
Sechster Band. K bis L.
Seite
253
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Korinthen Xornbill 253

Korinthen, s. Rosinen.

KorinthischesErz, war lange vor der Zerstörung Korinths in Grie-chenland bekannt, vielleicht war es sogar ein Naturerzeugniß und auf jeden Fall,nach der Beschreibung der Alten, messiugarlig. — Korinthischer Haupt-saal heißt in der Baukunst ein großer Saal mir einem Tonnengewölbe, das aufSäulen ruht, und dessen Abseiten auf beiden Seiten mit Felderdecken versehen sind.— Korinthische Höschen sind Säle, welche 8 Eäulen welk, lang und breitsind und rund herum Flügel haben, die eine Säulenweike groß sind. Diese 20Säulen deckt ein Pultdach. — Das korinthische Dorhaus hat Abseitenkorinthischer Art, deren Dorhaus in der Mitte gleichsam ein Schiffhat, das durchSäulen korinthischer Ordnung von den Abseiten unterschieden wird. Unter Absei-ten versteht man Alles, was nicht zum Hauptgebäude gehört, auch die der Vor-derseite entgegengesetzte Seite eines Gebäudes.

Kork (Pantoffelholz) ist die dicke, leichte und schwammige Rinde von derKorkeiche (()»<-, cun --»l,«-, ). Dieser Baum unterscheidet sich dem äußern Ansehen»ach fast gar nicht von der immergrünen Eiche; nur ist seine Rinde nicht glatt,sondern rissig und schwammig. Er wird in Italien, im südlichen Frankreich , inSpanien und Portugal gefunden» wo er, als ein dicker- hoher Baum, ein Altervon 100 Jahren erreicht. In Deutschland kann er jedoch im Winter nicht imFreien ausdauern. Man hält ihn daher bei uns in Gewächshäusern, wo er abernicht groß wird. Seine Früchte sind süßer als unsere Eicheln und werden in >Lpa-nien wie Kastanien gebraten und gegessen. Dielen Thieren und Vögeln sind sieeine nahrhafte Kost. DasMerkwürdigste an diesem Baume ist jene Rinde, welcheden Kork liefert. So lange der Baum noch jung ist, darf man ihn, wen» er imWachsrhume nicht gestört werden soll, nur alle 1— 8 Jahre abschälen; im höhernAlter geschieht dies ohne Schaden alle 4 Jahre. Diejenige Rinde, welche denSplint unmittelbar bedeckt, Muß jedoch sorgfältig geschont werken. Die Rindevon alten Bäumen bei der dritten Abschälung ist die beste. Außer zu Stöpseln undSohlen dient der Kork auch, seiner Leichtigkeit wegen, zu Schwimmkleidern. EinKamisol, mit 12 Pfund Kork gefüttert, erhält einen erwachsenen Menschen überdem Wasser. Aus verbrannten, Kork wird eine seine, schwarze Farbe, das spani-sche Schwarz, gemacht. — Korkblldnetei, s. Phelloplastik.

Korn undSchrot, oder Schrot und Korn. Korn ist der innere Gold-und Silbergehalt der Münzen, Schrot das Gewicht derselben. Gold - und >Lll-bermüiizen, die nicht mehr Zumischung an fremdem Metalle haben, als sie gesetz-mäßig haben solle», und dabei das bestimmte Gewicht haben, sind nach dem Münz-fuß richtig in Schrot und Korn.

Kornack , in Indien der Wärter und Führer eines zahmen Elefanten.

K o r n b i l l, das engl. Gesetz, welches in bestimmten Fällen die Einfuhr desfremden Getreides bald erlaubt, bald verbietet. Es gilt seit 1815. Während derVerhandlungen über die Bill behaupteten die großen Landbesitzer, es müsse keinfremdes Getreide in Großbritannien eingeführt werden, als bloß bei Hungersnothoder hoher Theurung; die Manufactu, städke dagegen sahen die Wohlfeilheit desGetreides als einen Segen füre britische Gemeinwesen an und federten daher, daßbei steigenden Getreidepreisen die Einfuhr des fremden Getreides in Großbritan-nien gestattet werden müsse. In England verzehrt Jedermann viel starkes Bier,aber weniger Brot als anderswo; dagegen ist der Haferverbrauch der Luxuspferdein diesem Reiche sehr groß. Indeß verbraucht die britische Gesammtbevölkerungvon mehr als 20 Mill. Einw. gewiß im Durchschnitte nicht weniger Getreide, alseine gleiche Menschenmenge auf dem Tontinent, und nur in Irland , das jetzt anHunger aus Armuth leidet, verzehrt die Menge sehr viel Kartoffeln und führt solchesogar als Ballast der Schiffsladungen nach den Colonien aus. Da Großbritan-nien jetzt eine hohe Taxe angenommen hat, die erst die Getreideeinfuhr erlaubt,