Band 
Sechster Band. K bis L.
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Kormth

besiegt haben soll, daher-ihr Bild, durch eine Sieger binde ausgezeichnet, im Gymna-sium zu Tanagra ausgestellt war. Nach Pausanias , der dies erzählt, war sie soschön, daß wol ihre Reize auf das Urtheil eingewirkt haben könnten. Wahrscheinlicherwarb ihr die Zartheit und Weichheit ihrer Gesänge den Beinanzen der Fliege indemselben Sinne, wieSappho und Erinna Bienen genannt wurden. Don ihrenzahlreichen Gedichten, welche die Alten ihr zuschreiben, sind uns nur wenige Frag-mente erhalten. Welker hat in Ereuzer's „älelde,,,. e ,l,-w. -iiitignii.", Bd. '2,S. 10 fg., die Nachrichten über sie zusammengestellt und kritisch gewürdigt.

Korinth, aus dem Isthmus gl, N., der Morea mir Livadien verbindet,eine Stadt von kaum 2000 Einw. Ruinen, Weinberge, Felder, Hguü- und Hl-gärten liegen zwischen einzelnen Häusergruppen längs der Landenge zwischen denMeerbusen von Ägeia und Lepanto. Die Ruinen dieser vormals prächtigsten Staktin Griechenland bestehen aus Gemäuer und Säulen, die nichts mehr tragen. Ver-schüttet ist der nördliche Hafen Lochäon am korinthischen Meerbusen, ebenso deröstliche, Eenchrea, am saronischen; von dem seichtesten, ebenfalls nördlich liegendenHasen, Schoenos, der eine Kay für den Marktverbrauch der prächtigen Stadt war,ist kaum noch eine Spur vorhanden. Diese Häfen sind Sümpfe, welche die Luftverpesten. Die jetzigen Kirche», Moscheen und Privaihäuser sind aus den Bruch-steinen des alten Korinih erbaut. Die Türken hatten nur die Festung Aki okorin-thoS einigermaßen erhalten. In der letzten griechischen Belagerung wurde sie indeßsehr beschädigt. — Der'Aolier SysiphuS war Gründer des alten Korinth , seinemStamme folgten die Herakliden, diesen die Aristokratie der Bachiden und dieser einereine Volksdemokratie, die sich an die Spitze des achäischen Bundes stellte. MitMäßigung verficht- dieser Bund, aber RomS Aristokratie duldete wol Könige undAristokratien, aber keineDemokratien m der Nähe, für die Roms Patrizier immerAbneigung empfanden. Der Eonsiil Mummius zerstörte die Hauptstadt des achäi-schen Bundes 146 v. Ehr. von Grund aus. Erbaute gleich Julius Eäsar wegender trefflichen Handelslage die Stadt Korinth wieder, so vermochte er doch nicht,Wohlhabenheit in ihre Mauern zurückzurufen. — Das alte Korinth gab der zier-lichsten Sä ulenord nung (s. d.) den Namen. Korinthisch nannte man alleinnere Einrichtungen des Lupus und Reichthums im Innern der Paläste. DieByza.-.tiner hatten ein eignes Hofamt des sogenannten tHiitliiuiH. der über dieinnern Schmuckmobilien die Aussicht führte. Arm war gegen Korinth das sonstfreilich gebildetere Athen , dessen Luxus vorherrscht« in Allem, was öffentlichem odergemeinnützigem Gebrauche gewidmet war. Auch in Ausschweifungen zeichneten sichKorimhs Hetairen vor den Athenerinnen aus und umgaben sich mit einem Auf-wande, der die Liebhaber verarmte. Eü war in Korinth Gebrauch der guten Gesell-schaft, eine theure Hetaire zu unterhalten. — Die Landenge ist ein schmalerBergrücken, wo die isthmischen Spiele in dem Fichtenhaine vor dem Tempel desNeptun gefeiert wurden. Der Preis der Sieger bestand in einem Fichtenkranze; aberdafür prangten bis zur Zerstörung des heiligen Hains zwischen seinen ehrwürdigenBäumen die Bildsäulen der Sieger zum Andenken für dieEnkel. — Zu den weni-ge» vernünftigen, aber eben daher unvollendet gebliebenen DerwaltungSplanen desrömischen Nero gehört die unter seiner Regierung begonnene Durchgrabung derkorinth . Landenge, von der man noch Spuren sieht. Diese Durchgrabung blieb un-ausgeführt, weil derkleinliche Neid termoralisch-bessern Nachfolger sonderbar genuges anstößig fand, das Gemeinnützige zu vollführen, was ein Scheusal derdNensch-heit zufällig beschlossen hatte. —> Westlich von Korinth blühte das alte Fürsten -thum Sicyon (s, d.), reich durch feine Producte und seinen Handel. Nirgendsin Griechenland herrschte ein solcher Luxus, wie am Hofe zu Sicvon, wo zuerst dieKünste depMalerei und Bildhauerei entstanden sein sollen. Korinth erbte von Si-cyyn den Hang zum Luxus und zu allen sinnlichen Vergnügungen.