Zeilen haben sich dir Branntweinbrennereien aus Kartoffeln sehr vervollkommnetund vermehrt, und wahrscheinlich gewinnen diese zuletzt ganz die Oberhand überdie Kornbrenncreien, da man es so weit gebracht, von einem Morgen, mit Kar-toffeln bestellt, so viel Branntwein zu gewinnen, als von b Morgen mit Kornbestellt. DaS Korn bleibt also mehr in deni Mehlverbrauch und m> allgemeinenWelthandel, wozu es viel geeigneter ist als die Kartoffeln. — Man hat öftersgefragt: ob das Branntweinbrenner! in theurer Zeit zu verbieten sei? — Wenndieses überall geschähe, nämlich in ganz Europa , so könnte es etwas helfen, denndie Frucht, die nicht in Branntwein verwandelt wird, muß in dem Mehlvn brauchbleiben; allein da solches nicht überall geschieht, so kann es nicht helfen, und obeine Schiffslast Roggen in Riga, oder in Amsterdam, oder in Köln in Brannt-wein verwandelt wird: sie verschwindet ausgleiche Weise aus dem Mehlverbi auche.In Hinsicht der Kartoffeln ist es anders, da diese dem Gegenstand des Welthan-del? sind und auch immer da verbraucht werden, wo sie liegen, weil sie keine band-st acht ertragen, da diese sie zu sehr vertbeuert. Wenn das Braiiiiiweinbrennenverboten wird , sobald sie das Doppelte des gewöhnliche» Mittelpreises kosten, somuss n sie in dem Wirr verbrauche der Gegend bleiben, wo sie liegen. Da man beiHungersnolh sehr die öffentliche Meinung;» berücksichr gen hat, damit die Gesell-schaft nicht unruhig werde, und da diese sich immer gegen die Branntweinbrennerrichtet, die das Volk haßt, weil sie ihres Vortheils wegen die Nahrungsstoffe inGetränk verwandeln, die es selbst so große Lust hat, zu effen, wenn der Hunger inseinen Eingeweiden wüthet, — so ist es weise, durch ein Gesetz festzustellen, daßdas Branntweinbrennen aus Korn sowie aus Kartoffel» aufhört, sobald der Preisüber das Doppelte des Mittelpreises geht. Durch dieses Gesetz werten die Ge-werbe nicht gestört, weil Jeder es vorher weiß und sich also darnach einrichten kann.Ebenfalls wird kein Scheffel Kor» und kein Scheffel Kartoffeln weniger gebaut,weil ein Preis, der das Doppelte vom gewöhnlichen ist, dem Landmanne so großeVortheile gibt, daß er im nächsten Jahre doch wieder möglichst viel Korn undKartoffeln baut. 1H.
Körner (Theodor), ein deutscher TyrtäuS im heiligen Kriege 1813. Erstammte aus einer angesehenen Familie in Dresden und war 1781 geboren. SeinVater, bis 1813 Appellakionsrath daselbst, jetzt k, preuß. üLtaatsrath und Ritterdes kaiserl. ruff. Wladimirs, dens, in Berlin , als Schriftsteller im Fache derStaatswiffenschüft und Ästhetik, sowie durch die HerauSg. von Schiller's Werkenbekannt, nannte Schiller und Gothe seine Freunde und sah sie oft in seinem Hause.Zu Theodors Lehrern gehörten Dippoldt und der Eonrccror Küttner an der Kreuz-schule. Beide nährten in ihm die glühende Liebe für A Iterthum, Kunst und Poesie.Dabei war ihm sei» Vater der beste Freund und Lehrer. Er besuchte zuerst dieBergakademie in Freiberg , und hatte, wie man auch aus seinen Gedichten sieht,viel Neigung für den Bergbau. 1810 bezog er die Universität Leipzig . Schon hierentwickelte er ein ungemeines Talent po tiscker Improvisation und Dersification.Der durch Übung schon erworbenen Glätte und äußern Harmonie seiner poetischenErzeugnisse widersprach sein nachlässiges Äußere aus seltsame Art. In den meistens. >ner damals bekanntgewordenen Versuche zeigte sich das Talent, einzelne poetischeMomente schnell und leicht in gebildeten Versen zusammenzustellen; aber meistensergriff er nur romantische Schatten und Klänge, statt des poetischen Geistes. EineErinnerung deßhalb konnte damals keine liefere Wirkung auf ihn machen, da ertheils in jene» glänzenden, doch unstäten IünglingSträumen und poetischen Bil-dern noch selbst zu sehr versunken war, theils, deni ungebundenen, frohen Umgängeseiner Freunde fast ganz gewidmet, schon die Meinung zu hegen schien, man müsse,um genial zu sein, sich jedes tiefern Studiums entschlagen und seinem Talente,wohin es auch führe, ganz vertrauen. Seine akademischen Verbindungen rissenihn zu jugendlichen Berirrungeri hin, sodaß er bald genöthigt wurde, die Univers»«