Band 
Sechster Band. K bis L.
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Kommagazine

gelegte Getreide frisch und gesund. Diese einfache und wohlfeile, bereit- in Ungarn übliche Aufbewahrung-art, die für jedes Vermögen und jede Gegend paßt unddie Möglichkeit einer HuNgerSnoih beseitigt, verdient allgemein eingeführt zuwerden.

Korn Magazine werten als eins dervorzüglichsten Mittel gegen Tchemrung empfohlen, aber selten mit Gründ; sie Müßten denn groß genug sein, dasLand eine geraume Zeit hindurch mir Broilern zu versehen. Allein der Errichtungund Unterhaltung so bedeutender Landmagazine stehen oft unüberwindliche Schwie-rigkeilcn im Wege; denn 1) sie kennen nur in sehr wohlfeilen Zeiten angelegt wer-,den; geschieht die Anlegung in theuern Zähren, so wirk dadurch nicht allein dieStaatscasse großen Verlusten ausgesetzt, sondern eü wird auch dadurch der Preisdes Getreides noch Mehr in die Höhe getrieben; 2) ungeheuer ist der Kostenaufwand,den die Anlegung, Unterhaltung und Verwaltung solcher Magazine erfodert, unge-heuer der Verlust, welchen theils die Untreue, die Unrerschleife, die Betrügerei bei derVerwaltung, theils die jäh, liehe Einbuße durch Schwand, Mäusefraß, Kornwurm,Brandschaden ie. herbeiführen. Friedrich der Große legte Kornmagazine an, alsergiebige Ärnten und fast überall sehr niedrige Kornpreise die Einmagazinirung aus-nehmend begünstigten. England erbaute fast während der ganzen Dauer seinerRegierung weit mehr Getreide, als es selbst bedurfte, und wurde durch die Prämie(I»>,i,>ft) in den Stand gesetzt, alle Märkte mit seinem Überflußezu überschwemmen.

Frankreich war zwar zuweilen das Getreide theuer, aber die deutschen Häfen fan-den doch selten ihren Vortheil dabei, es dahin zu fuhren. Friedrich hatte stets Mittelin Händen, die Polen zu nötbigen, daß sie ihre» Getreideüberstuß preußischen Län-dern zuführten. Auf solche Weise Karle er es in seiner Gewalt, woklfeiles Ge-treide in seinen Magazinen aufzuschütten und damit zuweilen sogar einen vortheil-hasten Handel ins Ausland zu treiben. Da er den Kornhandel sehr eingeschränkthatte, mithin nur wenige Privatcapitale demselben gewidmet werden konnten, soblieb Friedrich in wohlfeilen Aci'en fast der einzige Käufer des Ubeistufte?. DieseUmstände haben sich seit dem Tode Friedrichs sehr geändert. Englands Geireide-aussuhr hatte schon vor Friedrichs Ableben aufgehört, und nach demselben ist esfast die ganze Zeit hindurch ein starker Käufer auf deutschen Märkren geworden.Deutschlands Bevölkerung hat nigencmuun, und dadurch ist der Verbrauch imZnnei ii vermehrt worden, ohne daß der Ackerbau wegen mannigfaltiger Hindernisse in gleichem Verhältnisse fortgeschritten wäre. Unter zahllosen Entwürfen,um durch Gelreitemagazine das Volk gegen Mangel an Lebensmitteln und gegeneinen für viele Classen der Staatsbürger unerschwinglichen Preis derselben zuschützen, scheint die vom Grasen von Soden zuerst auf die Bahn gebrachte und inmehren Ländern bereits ausgeführte Zdee eines Zdeal-Gctreidemagazins—s. des-sen Schrift: ,,Zw>i nationalokonomische Ausführungen, 1) das idealisebe Ge-treideinagazm: 2) die Nationalbvroihekeubank" (Leipzig 1813) — am MeistenAusmerlsamkeii zu verdienen. Diese Anstalt beruht auf einer SiaatSpolizei-verordnung, welche 1) jede» Sraarsbürger, der Grundeigenthum oder Gekreide-gefälle aus Grundeigenthum besitzt, verpflichtet, einen bestimmten Fheil diesesseines Getreiteeinkommens für den Sraat aufzubewahren oder in Bereitschaftzu halten; 2) um die Masse des aufzubewahrenden Getreides Zu bestimmen,muß die Regierung das jährliche ungefähre Nat,onalbedüri»iß kenne»: 3) dieRegierung theilt ein bestimmtes T.uanium, Z..B. die Hälfte dieses sichtlichenNarionalbedürfnifteS, nach Beschaffenheit der lÄrnte, am Ende jedes Jahres ausden ganzen Staat, nämlich auf die Grundeigenthümer und ftiaruralremenbesitzeraus; 4) diese AuSthcilung geschieht im zunehmenden, progressiven Verhältniß,d. h. jeder Grundeigenthümer oder Naturalrcntenb» sitzen, der nur sein und seinerFamilie eignes Bedürfniß erzeugt, bleibt von der Aufbewahrung ganz frei, und in

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