Band 
Sechster Band. K bis L.
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Kornkcllcr

der dadurch hergestellt wird. Durch die Theurung wird der Kornhandel ungemeinbefördert, indem nun, ungeachtet der Fracht, tasKorn von dem Orte, wo eö wohlfeilist, nach dem Orte kann hingebracht werden, wo es theuer ist. Besondere giltdieses «on der See- und Snomfracht, da diese, im Verhältniß gegen die Landsiachk,wohlfeil ist. Eine Schiffslast Korn kostete 1811 von Riga oder Archangel biSAiw-sterdam (also 5—100 Meilen) 80 — 85 Gulden. Dieselbe Last kostete von Am--sterdam bis Düsseldorf , 25 Meilen Strom aufwärts, ebenfalls 30 — 35 Gulden,und wurde sie nachher auf der Achse 0 Meile» weil auf preußischer Chaussee gefah-ren, so kostete sie ebenfalls 80 — 35 Guld-n. Die Lasten sind etwas verschieden;die amsterkamer ist 55 beul. Scheffel. Der berliner Scheffel wird also bei 500 Mei-leu Seefracht, bei 25 Meile» Strömt, acht und bei 0 Meilen Landsracht mimernur 2 Gulden theurer, als er an Drt und Stelle war. Alle Völker von Eu-ropa sitzen um das Weltmeer, als um eine große Tafel, und führen sich ihreLebensrnittel zu. Die See ist der große Markt, und ob ein Sack mit Getreide andem einen Ende zu Riga oder an dem andern Ende zu Amsterdam steht, das machtnur einen kleinen Unterschied — da da? Meerschiff ihn für einen Gulden herüber-holt. Aus diesem Gesichtspunkte muß man den Kornhandel nach den angegebenenZahlen beurtheilen. Man sieht kann, daß der Landhandel zwischen viel engereGrenzen eingeschlossen ist als der Stromhandel, und dieser wieder'zwischen engereals der Seehandcl. Db man Jemand einen Scheffel Korn schenkt, der 50 Meilenweg liegt, das hilft ihm nichts, trenn er ihn zu Lande holen muß. Der Kornhan-del befördert das gleichförmige Vertheile» der Lebensmiitel in der Gesellschaft und,ist daher äußerst wohlthätig. Denn je Mehre a» der allgemeinen Ersparniß Theilnehmen, je gleichförmiger sich die Theurung verbreitet, desto besser ist es, da esoff-»bar Dasselbe ist, oo Einer sich in Riga halb satt ißt, oder Einer i» Köln , oderEiner in Paris . Ebenfalls ermuntert der Kornhandel den Getreidebau. Dennwenn in fruchtbaren Jahren in Gegenden, die eine schwache Bevölkerung haben,wie alle Gegenden an der -Ostsee , eine großeMenge Korn vorhanden ist, die nichtgebraucht wird, so sinkt es unter seinen Werch, und der Ackerbau leitet. Kommtnun der Kaufmann mit dem Seeschiffe und holt es weg» so wirkt dieses auf denAckerbau wie eine Prämie, und nun ist auch in unfruchtbare» Zähren immer nochmehr Korn vorhanden, als ohne dieses sein würde. Der Kornhandel darf daheraufkeilte Weise t-.rch Ausfuhrveibote gestört werden, auf welche unrichtige Maß-regel bisweilen wenig aufgeklärte Regierungen kommen, weil sie nicht einsehen, daßin Hinsicht des Kornhandels alle Nationen von Europa in einem und demselbenVerbände liegen. Vgl. Galiani's „Dialogen über Regierungskunst und Getreide-handel" (1154, aus dem Franz. mit Anni., Lemgo 1111); R-imarus's „Fragenvon der Aus - und Einfuhr des Getreides" (Hamburg 1111); Normann, „DieFreiheit des Getreidehandels" (Hamburg 1802). l,g.

K o r n k e l l e r (Vilo, spanisch), eine ungefähr 14 Frß tiefe Grube zumAufbewahren des Getreides. Sie wird um besten in Mergelboten, der nicht ganztrocken ist, angelegt. 84 Fuß rief über dem Grunde wird ein Mauergewölbe auf-geführt, das sich an die EinschüttungSröhre anschließt. Die Wände rings um dieganze Grube werden mit Stroh auSgeschlagen. Sorgfältige Erfahrungen habengezeigt, daß gegen 300 iiLcheffel Weizen, die sich in einem Stlc befanden, sich umeinige Scbeffel vermehrt hatten, während das Gewicht der ganzen Masse um 2 zProc. vermindert war. Außer der obern Schicht, die etwas dumofig geworden, wardas ganze Getreide gut erhalten. Die Kosten der Aufbewahrung aus Böden berech-net man im Allgemeinen auf 10 Proc., in größer» Silos aber, wenn diese erst nach2 Zähren geöffnet werden, auf 1 Proc. Aufdem Landgute des Herrn Ternaupzu tLt.-Ouen bei Paris wurden 1824 die neuen Korngruben, welche Hr. Ternauxnach Frankreich verflanzt hat, aufgedeckt. Man fand das 1819 in dieselben