Band 
Sechster Band. K bis L.
Seite
268
JPEG-Download
 

268 KoSciuözko

einzigen Europeäer, welche das Kreuz des Cincinnatusordevs trugen. K. stieg biszum Brigadegeneral und behielt diesen Rang, als er 1788 nach Polen zurückkehrte.Hier trat er in die Gesellschaft Derer, welche die Wiederherstellung ihres Vater--landes bewirken wollten. Bei der Bildung der polnischen Armee 1789 ernannteihn der Reichstag zum Generalmajor. Er erklärte sich für die Tonstikution vom3. Mai 1791 und diente unter dem Prinzen Joseph Poniatowski . In demIeld-zuge von 1792 zeichnete er sich gegen die Russen bei Aieleneck und Dubienka aus.An dem letzter« Orte hielt er sich mit ungefähr 4000 M. gegen 16,000 Rüsten aufeinem Posten, den zu befestigen er nur 2 t Stunden Zeit gehabt hatte, 5 Tagelang und zog sich ohne großen Verlust zurück. Diese That gründete seinen miluai-rischen Ruf. Als der König -LuanislauS sich dem Willen Katharinas unterwarf,nahmen er und 16 Ofsiciere ihren Abschied. Darauf mußte er Polen verlosten undbegab sich nach Leipzig . Um diese Zeit ertheilte ihm die gesetzgebende Versammlungin Frankreich den Titel eines stanz. Bürgers. Unterdessen wurde sein Vaterlandnach der zweiten Theilung durch die Anmaßungen des rüst. Gesandten, Grafenv. Sievers, und des Gen. Igelström, der zugleich die rüst. Truppen in Warschau befehligte und Gesandter war, von Rußland so abhängig, daß es ohne dessenEinwilligung die ihm aufgedrungene VersastungSform nie ändern oder verbessernsollte. Da beschlossen insgeheim einige edle Polen in Warschau , das Joch abzu-werfen. Sie wählten K. zum Feldherrn und machten ihn mit ihrem Vorhaben be-kannt. Er theilte dasselbe dem Grafen Ignaz Potocki und Kolomai in Dresden Mit, die jedoch das Unternehmen für unzeitig hielten. Indeß begab sich K. an dieGrenze und sandte den Gen. Zajonczeck, sowie den Gen. Dzialpnski, in die rus-sisch -polnischen Provinzen, um Alles in der Sülle vorzubereiten. Als aber daspolnische Heer theils unter das russische gesteckt, theils bis auf 16,000 M. ver-mindert werden sollte, brach der Aufstand vor der Zeit aus. In Posen widersetztesich Madalinski der Auflösung seines Regiments mit Gewalt. Nun griff Alles zuden Waffen, undK. kam den 23. März in Krakau an, als eben die rüst. Besatzungaus derLuadt verjagt worden war. Die Bürger entwarfen die Acte der Conföde-ration von Krakau (24. März 1794), an deren Spitze K. die Polen aufrief, dieConstitution vom 5. Mai wiederherzustellen. Seume nennt das Manifest unklug,weil es persönliche Beleidigungen enthielt; allein der heftige Ton desselben war aufdie polnische Nation berechnet, und der Zorn eines Republikaners von einfachenund strengen mitten, wie K. war, mußte entbrennen, als man die Polen jakobini-scher Grundsätze und Verbrechen vor ganz Europa anklagte und deßhalb dem ge-setzmäßigen schritte der Nation und des Königs , sich eine dauerhafte Verfassungzu geben, den Krieg erklärte. Als die Russen anrückten, zog ihnen K. entgegen.Ohne Geschütz, mit 4000 M., zum Theil nur mit Sensen und Piken bewaffnet,schlug er bei Raclawice (4. April 1794) 6000 Russen. Darauf brachte er s. HeeraufOOOOM. und vereinigte sich mit dem Gen. GrochowSki. Unterdessen hattenWarschau und Wilna die russ. Besatzungen theils getödtet, theils gefangen ge-nommen. K. that den Ausbrüchen der Volkswuth Einhalt, sandte Truppen gegenVolhvnien ab und richtete die Regierung in Warschau ein. Hierauf zog er mit13,000 Mann den Preußen und Russen entgegen, die 17,000M. stark vorrückten,griff sie bei Szczekocini an, wurde aber nach deni tapfersten Widerstände beiSprotowa den 8. Juni geschlagen. Er zog sich in das verschanzte Lager vor War-schau zurück. Die Preußen eroberten Krakau. Darüber gerieth in Warschau dasVolk den 28. Juni in Aufruhr; es ermordete einen Theil der Gefangenen undhenkte einige den Russen anhängliche Polen auf. Allein K. bestrafte die Schuldi-gen und stellte die Ordnung wieder her. Jetzt vereinigte sich der König von Preu-ßen mit den Russen und belagerte Warschau mit 60,000 M. Doch K. belebteden Muth. Nach zweimonatlichen blutigen Gefechten schlug er mit 10,000 M.