Band 
Sechster Band. K bis L.
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267
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Kosadajvleff KoSciuSzko 267

undWaffenplah Tscherkask, ^0 Werst yberhalb Asom, auf einigen Inseln mit-,ten im Don, 2"9 deutsche Meilen von Petersburg, mit 2950 H. und 15,000 E.,der Sitz des Ammans. Sie kann das taiarische Venedig genannt werden, dennihre Häuser ruhen auf hohen hölzernen Pfeilern und sind durch kleine Brücken inVerbindung mit einander gesetzt. Zur Zeit der hohen Gewässer (April bis Juni)scheint die Stadt auf dem Wasser zu schwimmen. Ihre Kirchen sind reichlich mitGold und Edelsteinen ausgeschmückt. Auf dem Theater daselbst wird regelmäßiggespielt. Auch gibt es mehre Privafhibliotheken und eine Lehranstalt, in welcherFranzösisch, Deutsch , Geometrie, Geschichte, Geographie, Physik ze, gelehrt wird.Der von Griechen, Armeniern, Juden ic. lehhaft betriebene Handel ist sehr ausge-breitet. Da die Stadt wegen der Überschwemmungen eine ungesunde Lage hat,wodurch nicht selten Krankheiten entstehen , so hat man an einem Arme des Don,1 Meile von der jetzigen Stadt, Neu-Tscherkask zu baue» angefangen, wohin alleEniw. der alten Stakt, die man jedoch für den Kostenaufwand entschädigt, ziehenwerten, sodaß vielliicht in 50 I. von derselben keine Spur mehr übrig sein wird,K o s a k a w l e f f, k. rnss. Geh. Staatsrath und Munster des Innern,ein durch Geist und Vaterlandsliebe gleich ausgezeichneter Mann, studirte i» Leipzig unter Planier Philosophie, reiste durch verschiedene Länder Europas und ward1816 voinKaiser Alerander j»s Ministerium des Innern berufen. Hier machte er-sieh durch Begründung unk Verbesserung mehrer öffentlichen Austasten und beson-ders dadurch verdient, daß er Alezanders Maßregeln wegen der allniäligen Auf-hebung der Leibeigenschaft beförderte. In seiner Mtnisterialverwaltung schienHr.v. .K. den Grundsatz vor Augen zu haben, daß man den Regierten das Regicrt-wei den so wenig wie möglich bemerkbar machen und überhaupt das Ordnen undBessern i» bürgerlichen Gewerbssachen lind Einrichtungen mehr durch Andeutungund Hinweisung als durch Eingreife» zu fördern such-n müsse, welches Letztere er-fahi ungSiiiäiug nie viel fruchtet, während Das, was ein richtig geleitetes Volk indieser Art selbü schafft, stets dauerndere Wurzeln und erfreulichere Blüihen treibt,wenn nur die Legierung Das, was hindernd oder ableitend einwirken könnte, ge-räuschlos u> entferuen weiß. In diesem Sinne gab Hr. v. K. azif die Frage: Wiees doch komme, daß in Rnßland noch Immer die Verbesserung der Bodenerzeugniffeund die Akilunatisirimg fremder Gewächse besser gedeihe als die Einsiihi nng frem-der Maniifaciur- und Fabrikindustrie, da doch Letzteres gleichfalls mir Resultatausharren!-«--.-Geduld nnd Fleißes sei? folgende treffende Antwort: „Das macht,weil die- Rea'enmg sich nicht um Gewächs - und Treibhäuser und Feldbau beküm-mert, sondern dies Alles der Einsicht der Grunteigenthümer überläßt",

Ko ? riuszko (ThaddauS), geb. 1756, der Republik Polen letzter Ober-feldherr, einer der edelsten Männer seines Zeitalters, aus einer alten adeligen, aberwenig begüterten Familie in Lithauen. Er wurde in der Cadettenschulezu War-schau erzogen, wo der Fürst Adam Czartoryski seine Talente und seinen Fleiß be-merkte , ihn als Unterlieutenant im Cadektencorps anstellte und auf feige Kosten»ach Frankreich schickte, wo er die Kriegskunst in der Milikgirakademie z» Ver-sailles studn ie „nd sich in den zeichnenden Künsten übte. Nach seiner Rückkehrward er Haupkniann. Aber ein Dorfall, den s. Neigung zu der (nachher mit demFüriren Ios. st'ubomirski vermählten) Tochter des Marschalls vyn Lithauen, SoS-nowski, veranlaßte, nöthigte ihn, Polen zu verlassen. Einsame Studien, vor-züglich in Geschichte und Mathematik, und seine für das Erhqbene empfänglicheEinbildungskraft hakte» ihn auf die Schule des Kriegs, der Freiheit und der Le-bensweisheit, in welche er jetzt unser Washington (als dessen Adjutant) eintrat,rwibereitet. Er machte sich in Amerika , vorzüglich bei der Belagerung von Ninety-Sir, bemerkbar; Washington wurde sein Freund; das Heer, die sranz. Offiziereund Irankliti zeichneten ihn durch ihre Achtung aus; er und Losayette waren die