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Sechster Band. K bis L.
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mit 100» Dauern. An der ruff. Gdenze lehnte K. diese« Geschenk schriftlich abund schickte von London aus die erhaltenen Güter zurück. Beide begaben sich überFrankreich und London , wo K. mit Auszeichnung behandelt wurde, 1197 nachAmerika. Sein Vermögen war unbedeutend. Amerika hatte ihm, als er nachdem amerikanischen Freiheitskriege in sein Vaterland zurückging, einen Jahrgehaltgegeben. Auch jetzt fand er mit seinen braven Genossen daselbst Schuh und Ach-tung. 1198 ging er mit einer Sendung vom Eongresse nach Frankreich . AllePartelen nahmen den Helden der Freiheit festlich auf. Seine LandSl.ute in derital. Armee überschickten ihm den Säbel Johakin Sobieski's- welchen sie 1199zu Loretto entdeckt hatten. In der Folge faßte Napoleon den Plan auf, durchPolens Wiederherstellung Rußland wehe zu thu» und sich die Herrschaft über dasöstliche Europa vorzubereiten. K..aber konnte, weniger durch Krankheit als viel-mehr durch sein Paul I. gegebenes Wort, nicht wider die Russen zu dienen, ge-hindert, an ihrem Kampf unter Dombrowski's Leitung 180V und 1807 nichtTheil nehmen. Auf Napoleons Anträge gab er die Antwort: er könne erst dannfür Polen thätig sein, wenn er diesem Lande eine freie Narionalversassung undseine alten Grenzen gesichert sähe. Fcuche sollte Alles versuchen, um K. nachPolen zu bringen, sogar mit Gendarmerie! Aber K. erwiderte mit Festigkeit:„Gut, so werde ich den Polen sagen, daß ich nicht frei bin". Einen Aufruf andie Polen , den man unter seinem Namen den 1. Nov. 1806 im pariser „Moni-teur" las, hat er für unecht und von Napoleon erdichtet erklärt. K. kaufte sichin der Nähe von Fontainebleau ein Landgut und lebte hier bis 1814 in ländlicherRuhe. Am 9. April 1814 bat er den Kaiser Alexander schriftlich um eine Amne-stie für die Polen in der Fremde, und soderte ihn auf, König von Polen zu wer-den und dein Lande eine freie, der englischen ähnliche Verfassung zu geben. 1815reiste er mir Lord Stewart nach Italien und ließ sich > seinem Freunde Zeltner fol-gend, 1816 zu Solothurn nieder. Von hier machte er im April 1811 einen Frei-brief bekannt, durch welchen er auf seinem Gute Siecnowicze in Polen die Leib-eigenschaft aufhob. Übrigens lebte er einsam im Umgänge Mit wenig Freunden.Landwirthschaft war seine liebste Beschäftigung. Ein Fall mit dem Pferde in einenAbgrund unweit Vevay wurde die Veranlassung seines Todes. Er starb den 15.Dct. 1811 zu Solothurn , über 60 I. alt. K. war nie vcrheirathet. Von seinerFamilie lebte nur ein Neffe. 1818 hat Fürst Jablonowski, aus Kosten des Kai-sers Alexander, K.'S Leichnam in Solothurn abgeholt, dessen Beisetzung im Grab-male der KöNlge zu Krakau der Kaiser auf die Bitte des SenatS erlaubte. Hierward ihm auch ein Denkmal errichtet. Bei K.'ö Todtenfeier in Warschau (1 a > Nov.1811) sprach Niemeewicz (Lecretair des Senats) die Leichenrede. Auch zu Dres-den ward am 26. Nov. 1811 K. ein stilles Todtenamt geweiht. S. sein LebenvonK. Falkenstein (Lpz. 1821) in den „Zeitgenossen", 2. R., Nr. XXII. K.

Kosegarten (Ludwig Theobul ), Dichter und Prediger, geb. den 1. Febr.1158 zu Grevesmühlen , einem mecklenburgischen Städtchen, erhielt daselbst seineerste Bildung, siudirte zu Greifswald , war eine Zeit lang Erzieher in einer adeli-gen Familie in PomMern, wurde Rector der Schule zu Wolgast , erhielt 1192die Stelle eines Predigers zu Altenkirchen auf der Insel Rügen und ward 1193Doctor der Theologie. Auf dieser patriarchalischen Insel lcb:e er, im Genusse derNatur, seiner Familie, der Poesie, der Wissenschaften und in achtunaSwertherAusübung seines AmteS, eine Reihe von glücklichen Jahren, bis er 1801 einenRuf als Professor nach Greifswald annahm, wo er späterhin auch zum Consisto-rialrath ernannt ward und daselbst den 26. L)ck. 1818, als Reeror der Univer-sität, im 61. I. seine« Lebens starb. Die Früchte seiner Muße, seine Romane(z. B. „Jda von Pleßen", 2 Thle.), seine Poesien, seine Rhapsodien, seine Le-genden, seine episch-idyllischen Gedichte: „Jukunde" und „Die Jnselfahrt",