2'1
Kosel Kosloff
seine vaterländischen Gesänge, mehre Übersetzungen, unter denen Richardson'S„Elar-ssa" sich vortheilhaft auszeichnet, u., A., haben ihM einen nicht unbedeuten-den Rang in unserer Literatur erworben. Seine Muse , oft voll natürlicher Kraftund Glur, überspannt sich jedoch nicht selten zu einer schwülstigen Unüberschweng-lichkeir und erstickt sich selbst in Wortschwall. Seine sämmtlichen Dichtungen er-schienen zu Greifswald 1824 in 12 Bdn.
Kosvl, eine kleine an dem linke» llfer der obern Oberin Oberschlesieü ge-legene Festung (191 H.- 3600 Einw.), ein Grenzplatz gegen Östreich, em Über-gangspunkt über die Oder und ein Flügelpunkt der durch diesen Strom gebildetenBasis. Die Festungswerke sind in tencullirter Form geführt und habe» im All-gemeinen die Gestalt einer sechseckigen Skernschanze, von der jedoch die gegeü dieOder gekehrte Ecke abgeschnitten ist. In jeder Ecke ist ei» scherenformiger Abschnitt.Vier RavelinS und einige ReduitS bilden die Außeuwerke. Nasse Gräben und einguter bedeckter Weg umschließen den Platz. Ein Brückenkopf, der aus einer regel-mäßige» lind zwei unregelmäßigen Redoüten und einer Eontregarde besteht, decktam rechten Oderufer die hölzerne Brücke. Ein steinerner großer Batardeaup unter-halb derselben bewirkt im Nvthfalle die Überschwemmung der ganzen Umgegend,die, verbünden mit einem Teich und den nassen Wiesen, die ganz Kosel umg.ben,die Haüptstärke dieses Platzes sind, allein auch den Aufenthalt in demselben sehrungesund Machen. Außerhalb des Platzes ist aus einem wichtigen Datum einMontalen bert'scher Thurm als detachirtes Werk angebracht. Kosel ward vonFriedrich II. nach der Eroberung von Schlesien befestigt- 1115 von den Öftrenehern, noch bevor es ganz fertig war, gestürmt, 1158 und 1160 vergebens vonihnen belagert, 1801 auch von den Truppe» des Rheinbundes vergebens blockirtund beschossen, indem die durch Desertion, Hunger und Krankheit zub Vertheidi-gung fast »»fähig gemachte Besatzung am 18. Iüni nur unter der Bedingung capi-tulirte, die Festung, wenn sie bis zum 16. Juli nicht entsetzt sei, zu übergeben»was aber der tüsiter Friede rückgängig machte. . 82-
Kosloff (Iwan)- ein rüss. Edelmann, geb. um 1180, ist als Metischund Dichter eine merkwürdige Erscheinung. Seine Jugend verlebte der geistvolleK. in der großen Welt. Gern gesehen in den feinsten geselligen Kreisen zu Moskau und Petersburg , führte er mehr ein vielbewegkes als ein thätiges Leben; seinGenie schlummerte unentwickelt. Doch liebte er die Literatur, war der franz. undikal. Sprache mächtig und mit ihren Classikern vertraut. Indessen sah er, be>dem Mangel an Beschäftigung, darin bloß den Reiz der Unterhaltung und eineQuelle der Erholung nach gehaltloser Zerstreuung. Seine ganze Thätigkeit warden leeren Vergnügungen der Welk und der Sorge für seine Familie gewidmet.Gegen 40 I. alt, siel er in eine schwere Krankheit, die ihm den Gebrauch derFüße raubte. So der Gesellschaft, die er liebte, auf einmal entrückt, nöthigteihn die Einsamkeit, Entschädigung für sein bisheriges Weltleben in sich selbst zusuchen. Dieser Schlag des Schicksals beugte ihn nicht; sein Geist nahm vielmehreinen höher» Schwung: er wurde Dichter. Die ideale Welt, welche er sich jetztschuf, entschädigte ihn vollkommen für die Wirklichkeit, die er entbehrte. Aufdem Lager der -schmerzen lernte er sich selbst kennen und entdeckte in sich ein ihmbisher verborgen gebliebenes Talent. In kurzer Zeit machte er sich mit der engl.Sprache und Literatur vertraut. Doch eine härtere Prüfung stand ihm bevor: erverlor das Hkesicht. Dieses Unglück drückte seinen Muth nicht nieder; es wurdefür ihn eine neue Stufe der moralischen und geistigen Erhebung. Mit seinerBlindheit ging ihm der volle Tag der Poesie auf. Er fing an, die deutsche Spra-che zu studiren, und brachte es bald so weit, daß er die classischen Dichter derDeutsche » verstand. Seitdem lebt K. in der Welt der Erinnerung und der Ein-bildungskraft. Mit einem außerordentlichen Gedächtnisse begabt, hält er Alles