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Kohcbuo (August von)
denk des Gouvernementsmagistrats der Provinz Esthland und als solcher in denAdelstand erhoben, einen Liaut, den er wahrscheinlich durch sein Werk: „Über denAdel", versöhnen wollte, nachdem er ihn als Dichter so oft prei-gegeben hatte. AnReval schrieb er eine Reihe von Werken, welche ihn zum Lieblmg des Publicumsmachten. Seine „Leiden der Orienbergischen Familie" (1785 I.) und s. „Kiemengesammelten Schriften" (1787 fg.) beurkundeten seine gefällige und mannigfaltigeDarstellungSgabe auf eiiie glänzende Weise; vorzüglich erwarben ihm seine beidenSchauspiele: „Menschenhai , und Reue" und „Die Indianer in England", dengrößten Beifall. Auf einer Badereise 1790 nach Pyrmont ließ er s. berüchtigten„Docror Bahrdk mit der eisernen Wtirn" unter Knigge's Namen erscheinen, wo-durch er einen großen Theil der öffentlichen Achtung verlor. Nach dem Tode seinerGattin ging er nach Paris, und dann nach Mainz . Er nahm hierauf seine Ent-lassung und zog sich 1795 auf das Land zurück, wo er sich 8 Meilen von Narva ,in Esthland, den kleinen Landsitz Friedenthal erbaute. „Die jüngsten Kinder mei-ner Laune" und über 20 Schauspiele gehören in diesen Zeitraum. Darauf warder 1798 als Hoftheaterdichter an Alpinger'S Stelle nach Wien berufen. Alleinwegen mancherlei Unannehmlichkeiten nahm er nach 2 Jahren seine Entlassung,erhielt 1000 Gldn. jahrl. Pension und lebte wieder in Weimar , entschloß sich aber,nach Rußland zurückzukehren, wo seine Söhne im Eadettenhause zu Petersburg erzogen wurden. Der russ. Gesandte in Berlin , Baron v. Krüdener, gab ihm denEingangspaß; allein an der russ Grenze ward er (April 1800) verhaftet und, ohnezu wissen warum, nach Eibirien geschleppt. Ein günstiger Zufall rettete ihn. Einjunger Russe, Krasnopulski, hakte K.'S kleines Drama: „Der Leibkutschcr Pe-ters des Großen", eine indirecte Lobrede auf Paul >., ins Russische übersetzt. DieseÜbersetzung wurde dem Kaiser Paul in der Handschrift vorgelegt, welchen dasStuck dergestalt entzückte, daß er sogleich den Derf. aus seiner Verbannung zu-rückholen ließ und ihm seine vollkommene Gnade zuwendete. Unter Andern be-schenkte er ihn mir dem Krongute Wokroküll in Liefland , übertrug ihm die Direktiondes deutschen Theaters und ertheilte ihm den Charakter als Hofralh. K. hat jenesExil selbst romanhaft genug beschrieben: „Das merkwürdigste Jahr meines Le-bens". Nach dem Tode Pauls I. bat K. um Entlassung und erhielt dieselbe mitdem Titel eines Collegienraths. Er wendete sich wieder nach Weimar , dann zog ernach Jena . Mancherlei Irrungen, in welche er mit Göthe gerieth, machten ihnjedoch so verdrießlich, daß er 1802 nach Berlin ging, wo er in die Akademie derWissensch. aufgenommen ward und, im Verein mitGarüeb Merkel, den „Freimü-thigen" herausgab. Beide machten nun Partei gegen Göthe und dessen Anhänger,namentlich A. W. und Fr. Schlegel, und da Spazier, als Herausgeber der „Zei-tung für die elegante Welt", Partei für diese genommen hatte, so gab es einenhartnäckigen Zeitungskrieg. Eine Folge jener Irrungen zwischen K. und Göthe war die Verlegung der Ienaischen Literaturzeitung nach Halle und die Begrün-dung einer neuen Literaturzeitung in Jena . Außer mehren größern dramatischenWerken, die K. in dieser Zeit lieferte, fing er auch den „Almanach dramatischerSpiele" an, den er bis an seinen Tod fortgesetzt hat. Seine „Erinnerungen ausParis" sowie „aus Rom und Neapel " (wohin er 1803 und 1804 gereist war),enthalten einiges Gute, mehres Angenehme, viöl Flüchtiges und manches Falsche.Hierauf begab er sich, um die Geschichte Preußens zu schreiben, 1806 nach Kö-nigsberg , wo ihm der Gebrauch des Archivs verstattet war. Sein Werk: „Preu-ßens ältere Geschichte" (Riga 1809, 4 Bde.), ist zwar kein historisches Kunstwerk,verdient aber wegen der darin abgedruckten Urkunden Beachtung. Das 1.1806vertrieb ihn aus Preußen; er fluchtete nach Rußland , wo er seit 1807 auf s. GuteSchwarze in Esthland lebte und seitdem nie aufhörte, die Franzosen und ihren Kai-ser mir allenWaffen, die dem witzigen Schriftsteller zu Gebote standen (z.B. in der