Band 
Sechster Band. K bis L.
Seite
323
JPEG-Download
 

Kugel 323

genaue llntelssuchungen bekanntgemacht hat („Vluroum cusicum Ilor^i.->nun>"),unterscheidet man sie nach den Dynastien in 12 Classen, bei denen, ohne Berück-sichtigung des Erdtheils, am besten Alles vereinigt wird, was zu ihnen zusammen-gehört. Am häufigsten findet man in den Ostseeländern, sowie in den Mittelpro-vinzen des europäischen Rußlands , Silbermünzen von Khalifen, Umaijaden sowokals Abbasfidcn, dann von Emiren der Soffaridcn, Buwaihiden u.s. w., vorzüglichaber der Sanianidendvnastie, die zwischen der Mitte des 1. Jahrh. n. Chr. bis zumAnfange des 11. geprägt sind. Die des 10. Jahrh, sind darunter die gewöhnlich-sten. Noch ist man nicht einig über den Grund, der dieses Phänomen ausreichenderklären könnte. Bernstein und Mädchen für die Harems, sowie kostbares Pelz-werk, welches die Russen damaliger Zeit an die Wolga zum Verkaufe brachten,scheinen, nach Foßlan'S Reiseberichten aus dem Anfange des 10. Jahrh, unsererZeitrechnung, am häufigsten damit eingetauscht worden zu sein. Gold kam beidiesem Hantel nur in Barren vor; und um Ausgleichungen bei dem Tausche zu er-leichtern oder für Gegenstände mindern Werthes ein Tauschmittel zu haben, brachman die Münzen entzwei, wie viele Beweise noch darthun. Durch die genauernNachforschungen in den Heimarhländern dieses Geldes ist es dem Fleiße und derGelehrsamkeit der Orientalisten Adler, Reiske, Ok. Trchsen, Silv. de Sacv, Hai-lenberg, Malmström, Rasmussen, Frähn, Castiglioni (der über die kufischen Mün-zen des k. k. Museums zu Mailand ein gutes Werk herausgegeben hat), Münterund Tb. Trchsen gelungen, ziemlich vollständige Reihen der einzelnen Dynastienaufzustellen; doch mag man immer, um die Lücken dieser Wissenschaft kennen zulernen, Th. Trchsen'S Abhandlung „Uo <lcleeiil>»8 rci i>u„uiii.>e äliili.'>,i>iii< >!-»-IN,,." (im 5.Bde. der „<.<>i>i,»ei>i.8,,e. Oueit. receyiiar.") zu Rathe ziehen. Dergründlichste Kenner diesesFachs möchte jetzt Staatsr.Frähn (Verf. eines Commerz-rars über das mohammedanische Münzcabinet des asiat. Museums in Petersburg und cinig.Abhandl. im O.Bde. der „Vlrm. cle I'ucack. Imzi. <l<s ele dri»

I'eierG.", 1824) in Petersburg sein, dessen Eifer die Sammlungen der k. Akade-mie und so vieler begünstigter Privatsammler zu Gebote stehen, die an Reichtbumalle andre Cabinette weit hinter sich zurücklassen. An die kufischen Münzen schließensich als ein interessanter Beitrag kleine GlaSstücke an, weiche vorzüglich in Sieilicnunter der Herrschaft der Mohammedaner, Geltes LLtatt vertreten haben, oderauch, unter öffentlicher Autorität, als Proben des Münzgcwichts in das Publieumgekommen sein mögen. — Vorzüglich gesucht sind unter den kufischen Münzendie Biltermünzen, weil Darstellungen von Gestalten auf diesen den Aussprüchendes Korans entgegen zu sein scheinen. Aber die Nothwendigkeit des Verkehrs mitden Griechen mag die mohammedanischen Münzglyptcn anfangs weniger strenggemacht haben; dann wagte man Figuren im eignen orientalischen Geschmacke zugeben, zu denen die Nachahmung der Wappen (wni^bn-;) von Fürsten türkischenStammes die Hand bot; endlich bezeichnete man sie mitZodiakal- und Planetcii-bildern, denen man Amuletkräste zutraute. (Man denke an die berühmten Nur-mahabRnpien.) Die erste Bestimmung dieser so auffallenden Münzclasse wirddurch Inschriften in mehren sprachen noch augenfälliger; sögar russisch -arabischeMünzen findet man in den reichern Cabinettcn. — Da jeder kommende Tagbier zu dein vorher Gekannten neue Bekohlung hinzuthut, so reicht jetzt schon Ok.Trchsen'S „Inlioclualiv in rein nuinur. älulianniieckaneu." (Rost. 1704) l ichtmehr aus. In dem „.lr»ir»al -lüi.iiigulP (1823) hat Abbe Reinaud gute Be-merkungen über die arabische Münzkunde snitgecheilt. Auch wird von ihm einWerk über diesen Theil der Münzkunde nebss elfter historischen Erklärung der indem Cabiiiekte deck Herz. v. Blacas und in den k. frans. Sammlungen befindlichenMünzen erscheinen. IN.

Kugel, ein Körper, auf dessen Oberfläche alle Punkte gleich weit von einem

21 *