Band 
Sechster Band. K bis L.
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346
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346 Kunstschulen

Gdthe in „Kunst und Alterthum" (lll, 1), dessen Vorschlage allgemeine Beach-tung verdienen, da sie die Trennung des Elementarunterrichts von der höher,:Kunstanstalt dringend empfehlen, deren Vernachlässigung so viel Unheil herbeige-führt hat. Ähnliche Plane von Genelli und einem ungen. Kunstfreunde (im „Kunst-blatt", 1822, -Nr. 32), sowie Quandk'S Vorschläge in s. „Entwürfe zu einer Ge-schichke der Kupserstecherkunst" (Lpz. 1826), wären damit zu vergleichen, Gleich-wol wird die Ermahnung nicht zu überhören sein, daß das Verhältniß der Kunst-jünger zu den Meistern ein näheres werden müsse; denn wenn auch der Sah nichtunbedingt wahr ist, daß nur aus den Werkstätten durch Lehrlinge, welche die Mei-ster steh zu Gehülfen erzögen, die Kunst neues Leben gewinnen könne, so hat er dochdie Empfehlung vieler Jahrhunderte für sich. Dessenungeachtet wird die Kunstaka-demie, als eine Pflegeanstalt für die gesummten bildenden Künste, nicht überflüssigsein. Ne^en dem praktischen Unterrichte in den Werkstätten der Meister mag dieAkademie mit Ehren bestehen, als Bewahrerin aller der Hülfsmittel, die bei denStudien dem Künstler nöthig und nützlich kein könnten, und als Aufregerin zu stetsneuen Versuchen. Dankbar sei erkannt, daß die Akademien auf diese Weise schonthätig eingewirkt haben; doch sei nicht vergessen, daß die Richtung der Zeit neuerlichihrem Bemüken entgegen kam, daß Gewerbschulen, wo dünkelhafte Anmaßlichkei-ken weniger Schutz und Pflege finden, dies jetzt noch eingreifender bewirken. Alsdurch die Anerkennung, welche das Talent fand, ihm eine frühe Selbständigkeit ge-sichert war, und deßhalb die Künstlerschulen aufhörten, wo Lehrlinge neben Meisternheranreiften, als außerdem diwch den Gang der europäischen Bildung und Entwicke-lung der Eifer für große kuiststfördornde Unternehmen und K irchenbauten :c. sich min-derte, in der Mitte des 16. Jahrh., entstanden die Akademien: freie Vereine vonKünstlern, wo Unerfahrene lernen, Erfahrene aber durch löblichen Eifer zu edlen:Bemühen ferner angereizt werden. Abnahme der Kunstlcistungen an Tiefe undErnst, während des Äußern, Augenfälligen, leicht und meisterhaft Erscheinendenimmer mehr ward, hinderten diese Vereinigungen nicht. Durch eine große Kunst-bildungsanstalt glaubte.man in Frankreich dem Übel zu wehren. Die Akademie vonParis ist für viele nachfolgende ein Muster geworden; auch wo andre VerhältnisseAbänderungen empfohlen hättem Daß ste nicht die älteste gewesen, mag folgendeÜbersicht darthun. Die älteste Malervereinigung zu einen: Zwecke, wie unsereAkademien sich ihn setzen, war die in Venedig 13s5 unter Anrufung des h. Lucasgebildete Zunft, der eine Verbindung unter dem Schutze der h. Sophia vorausging;doch führte ste ebenso wenig als die florenriner Malergesellstchaft von S.-LucaS, ge-stiftet um 1356, den Namen einer Akademie. Die Akademie von: heil. Luca? zuRom stiftete Frd. Zucchero 15 >3. Doch erst 1515 erlangte sie eine festere Ge-stalt, nach langer Unterbrechung. Noch älter als Leonardo da Vinci , den: manihre Stiftung gewöhnlich zuschreibt, mag die Akademie zu Mailand sein. DieAkade nien zu Bologna, Parma, Padua, Mantua, Turin find neuern Ursprungsund haben, wie leicht begreiflich, nie die Bedeutung erlangen können, die solchenAnstalten in Hauptstädten größerer Reiche zufallt, wo wichtige Werke aller Art dieKräfte anregen und den Genius ivecken. Von Ludwig X > >. ausgestattet, entstanddie Akademie der Malerei zu Paris 1648, und durch Eolbert 1651 die Akademieder Baukunst, die jetzt u. d. Ist. einer ,s>>w>,lk- ile.s >>e ,»x <>>l? besteht, soabgetheilt, wie man wünschen müßte, daß alle es wären. Schon seit 1381 lebtendie pariser Maler u. d. N. der Brüderschaft von S.-LiicaS in einer gildenartigenVerbindung, die mehre Könige mit Gnad.mb'üefen begabten. Dann hatte unterden Etädteu in Frankreich Bordeaur die früheste Akademie; jetzt findet man einefast in jeder bedeutenden Stadt des Landes. Eine Verzweigung der pariser Akade-mie ist die franz. Akademie >u Rom , in der Villa Medici, wo mit allen Hülfsmit-teln für die Fortsetzung der Studien Preise und andre Aufregungen verbunden find.