Kunstslraßen Kunstkriebe 341
Da? kunstpffegende Nürnberg hatte tie erste Anstalt der Art in Deutschland . Dievon Sandrarr 1662 gestiftete und lange von ihm geleitete Akademie, die durch diePreißler neuen Ruhm erlangte, ei dielt sich nur mühsam bei Mangel an Mitteln.Seit 1818 ist sie in eine nützliche Provinzialkunstschule umgewandelt worden. DieAkademie zu Berlin wurde gestiftet 1664, vollend? begründet 1669 und hergestellt1186; die dresdner, gestiftet 1691, wurde mit der leipziger und meißner 1164vereinigt und hat noch jetzt tie von Hagedorn angegebene Form. Die wiener wardvon Joseph l. angelegt, aber erst von Karl VI. 1126 vollend? begründet. Die zuMünchen besieht erst seit 1110, jetzt in zeitgemäßem Einrichtn'.gen. Düsseldorf ,Manheim sind al? Kunstschulen jetzt noch nützlicher al? in ihrer frühern Gestaltung.Weimar, Kassel, Frankfurt, Bern seien in dieser Aufzählung nicht vergessen. DieAkademie derMalerei zu Madrid entstand 1152, die königl. Akademie der Malereizu London erst 1168. In den neuesten Tagen hat sie einen Zweig in Rom getrie-ben, von dem man hoffen mag, daß er der Kunst wirklich forderlicher sei, al? derStamm, von dem er ausging. Edinburg besaß seit 1154 eine solche Anstalt. DieNiederlande haben zu Brüssel, Amsterdam, Antwerpen höhere Kunstanstalten;Stockholm hat cineAkademie der schönen Künste seit 1133 durch den Grafen Tessin ;Kopenhagen eine durch ihre Schüler und ihre Methode sehr wirksam gewordene seit1138, deren Bevorrechtungen aber erst vom I. 1154 herstammen; die petersbur-ger entstand schon 1151, ward aber 1164 erweitert. IhrEinfluß üiistieIndustriezeigt sich dort sehr charakteristisch in den neuesten Tagen. Über Kunstschulen fürMusik s. Conservarorien. Zur Förderung des Kunsturtheil? tragt da? Stu-dium der Kunstgeschichte, und zur Forderung de? Kunsttalent? tragen dieKunstvereine bei. In jener Hinsicht empfehlen w>r: H.Maler'? „Geschichteder bildenden Künste bei den Griechen" (3Abth., Dresden 1824); H. Hase'?„Übersichtstafeln zur Geschichte der neuernKunst bis 1520" (Dresd . 1821, Fol.);O.natreimre de O.uincv's ei nun. O'ai i ünUgne w." (Pari? 1829,
2Bde., 4.,m^Kpft); Speth: „Über die Kunst in Italien " (5Thle., Münch.1825)und ähnliche Schriften. In dieser Hinsicht nennen wir: den berliner, den Säch-sischen (dresdner ), den schlesischen (breslauer), die 1828, den rheinischen, der1829, und andre, die mit jenen gleichzeitig entstanden. 19.
Kunstraßen, s. C h ausseen.
K n n st t r i e b e. Kunst ist nur da möglich, wo Freiheit ist; sie steht derNa-tur entgegen, und diese kann nur insofern Künstlerin genannt werden, al? wir inihren Erzeugnissen Zweckmäßigkeit suchen und finden. Namentlich treffen wir beiden Geschöpfen, die durch den Charakter der Thierhcit mit uns verwandt sind, ge-wisse Erscheinungen an, die wir den zweckmäßigen Wirkungen, welche der Menschhervorbringt, darin ähnlich finden, daß sie den besondern Bedürfnissen des Thiere?vollkommen entsprechen: Erzeugnisse ihrer Wirksamkeit, welche, gleichsam al?menschliche Werke betrachtet, einen hohen Grad von Geschicklichkeir (Kunst) undÜbung erfotern wurden. Nun nennen wir die Regungen eines »inern, ursprüng-lichen Bedürfnisses organischer Körper Triebe (bei dem Thiere gewöhnlicher In-stinkt, insofern hier die Triebe, durch Empfindung bestimmt und mit willkürlicherBewegung verbunden, mächtiger sich äußern); man nennt daher die Triebe derThiere, deren äußere Erzeugnisse wir in einem auffallenden streite zweckmäßig undwunderbar finden, Kunstkriebe, und sie sind Handlungsweisen des Instinkt? oderihre? durch Natur nothwendig beüimmten Begehrens. Abgesehen aber von derZweckmäßigkeit, welche in den Äußerungen dieser Art stattzufinden scheint, offen-bart sich die mechanische Nothwendigkeit des Instinkt?, durch welche sie sich vonden Kunstwerken desMenschen unterscheiden, in der unüberwindlichen Einförmig-keit dieser Werke, an welchen die Wahl und mithin die Willkür keinen Theil har.