Band 
Sechster Band. K bis L.
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348
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Kunstwort Äiiiij von Häufungen

Vgl. Reimanis, „Über die Triebe der Thiere" (1798, 2 Thle.), und die?(rk.Instinkt und Thier.

K u nstwort (terminiu- li-eKniouH, ini billgemeinen jedes Wort, womitein (Gegenstand oder eigner Begriff in cinerKunfl, Wiffenschaft, in einem (bewerbe,einer Beschäftigung aufeine kurze und den Kunstgenoffen verständliche ?lrt bezeichnetund ausgedrückt wird. Das Studium der Kunstwörter (Terminologie, worunterman aber auch ein System solcher Kunstwörter versteht, r.B. die juristische Termi-nologie) ist um so unerläßlicher, als durch den Mißbrauch eines Kunstworts oft großeIrrthümer und Verwirrungen entstehen können. Kunstwörter sind ganz unentbehr-lich, weil man, um eine genaue Beschreibung eines Gegenstandes oder Begriffes zugeben, sonst eine Menge von Worten verschwenden müßte. Sowie aber einerseitsDenjenigen, die eine Wiffenschaft studiren, die Pflicht obliegt, sich mit dem eigentli-chen Sinne der in derselben vorhandenen Kunstwörter so vollkommen als möglichbekannt zu machen: so ist es von der andern Seite auch Pflicht jedes Erfinders oderBegründers einer Wiffenschaft, die Terminologie derselben so bestimmt als möglichaufzustellen, t. h. einmal, die Begriffe genau von einander zu trennen und nichts Un-gleichartiges in ein und daffelbe Kunstwort zu fassen; zweitens, dasselbe gleichförmigzu gebrauchen. Nur dann kann es den Lesern möglich werden, das ausgestellte Sy-stem von allen -Veiten zu verstehe» und gründlich zu durchschauen. I'g.

K u n z von Kaufungen ward auf der Burg Kaufungen bei Penig , undnicht, wie irrig angegeben wird, in Krotendorf geboren. Obgleich er schon im Hus-sitenkriege mit Auszeichnung gefochten haben soll, so wird seiner doch erst bei Gele-genheit der Fehde, welche die Wtadt Nürnberg mit dem Markgrafen Albert vonBrandenburg, 1449, hatte, namentlich gedacht. K., der für die Nürnbergerkämpfte, hatte das Glück, den Markgrafen gefangen zu nehmen, ließ ihn aber, stattihn pflichtmäßig der Stadt z» übergeben, gegen ein hohes Lösegeld wieder los. Kurzdarauf trat er in des Kurfürsten von Sachsen , Friedrichs des Ldanftmüthigen,Dienste, und ward, als er in dem Kriege, den dieser gegen seinen Bruder führte,zum Entsatz von Gera abgeschickt worden, nebst dem andern Anführer, NiklasPflug, von den böhmischen Hülfsvölkern des Herzogs Wilhelm gefangen genom-men und nach Böhmen geführt, wo Beide sich um 49W Goldgülde» loskaufenmußten. K. foderte den Ersatz dieses LösegeldeS, aber der Kurfürst verweigerte ihn,weil K. nicht sein Lehnsmannsei, sondern ihm nur als Söldner gedient habe.Auch hatte ihm der Kurfürst zur einstweiligen Entschädigung, bis zum Frieden, fürseine verwüsteten B-sitzungen in Thüringen, verschiedene Vitzthum'sche, in Meißen gelegene Güter gegeben, und foderte sie nach geschlossenem Frieden zurück. Auch ausdiesem Grunde machte K. große Ansprüche an den Kurfürsten, welcher den Streitzu Altenburg durch Schiedsrichter entscheiden lassen wollte. Ohne jedoch diese Ent-scheidung abzuwarten, beschloß Jener, um sich selbst Hülfe oder mindestens Rachezu verschaffen, die beiden Söhne des Kurfürsten zu rauben und dem Vater Be-dingungen vorzuschreiben. Nachdem er sich mir Wilhelm v. Mosen, Wilbelm v.Schönfels und einigen andern Edelleuten verbunden, und mit dem Küchenbedien-ten des Kurfürsten, Namens Schwalbe, ein Einverständnis, angeknüpft harte,erschien er, eine Reise des Kurfürsten nach Leipzig benuzend, von mehren Ritternund Reisigen begleitet, in der Nacht voni 7. zum 8. Juli 145Z vor dem -schlössezu Altenburg , auf welchem sich, außer der Kmffürstin und den beiden Prinzen,nur wenige Personen befanden, indem die Meisten bei einem Schmause in derStadt waren. Durch Schwalbe'S Beihülfe wurden an einem Fenster Strickleiternbefestigt, auf welchen K. nebst 9 seiner kühnsten Begleiter in das Scblofi gelangte.Als vormaliger Schloßhauptmann kannte er alle Zimmer und Gänge. Nachdemsie die Gemächer der Kurfurstin und ihrer Frauen von Außen verschlossen hatten,