Band 
Sechster Band. K bis L.
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359
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Kurden

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jetzige Santa Maria Rotonda zu Rom , übrig ist. Dir Kuppeln werten inwendigMit Einteilungen in Zelter, mit vergoldeten Stäben -c., oder auch nur Genial-,den verziert, und sind dazu bestimmt, den Gebäuden von Außen ein große? undprächtiges Ansehen zu geben, welches sie durch hohe Thürme schwerlich erlangendürfte». Zu den berühmtesten gehören die Kuppel der Sc.-Peterskirche in Rom ,des Doms zu Florenz und der Paulskirche zu London .

K ü r a ß, Brustharnisch (franz. ouir.-,5-ie), ist ein Panzer von Eisenblech,welcher dem schweren Cavalcristen zum Schutz gegen Säbelhiebe und Musketen',kugeln gegeben wird. Da die ältesten Kürasse von Leder waren, so erhielten sie da-her ihren Namen. Man hat ganze und halbe Kürasse. — Kürassiere sind eineGattung Reiter, die mit einem Küraß und einer Sturmhaube bewaffnet und vonGustav Adolf eingeführt worden sind. Dieser verwandelte die bis dahin gebräuchli-chen ganzen Harnische der Reiter in bloße Brusiharnische und Sturmhauben,an deren Stelle jetzt der Helm getreten ist.

Kurden, ein nomadisches Volk, in viele Stämme zertheilt, das in unge-fähr 160,000 Zelten, deren jedes 2 Reiter enthält, die Gebirge am Fuße des Kau-kasus bis aus schwarze Meer und bis an die Quellen des Tigris und Euphrars be-wohnt, vorzüglich das nach ihnen benannteKurdistan. Den Ltreifereien dessel-ben inS russ. Gebiet haben die russ.Grenztruppen Einhalt gethan, und auS Persien sind sielieber gewichen, als daß sie nach demWillen des Schach ansässig und tribut-bar wurden. Sie sind Mohammedaner, aber weder von türkischer Sekte noch vonpersischer. Die schlimmsten unter den Kurden sind die PezitiS, denen selbstRaub anKaravane», Mord, Diebstahl und Blutschande erlaubte Dinge scheinen.Uncer ihnen findet man Dörfer von nestoriamschen Christe» bewohnt, die völlig freiihren Gottesdienst ausüben. Der Psorre entrichte» dieKurden, ungeachtet der öf-ter» Anfoderung deS'Pascha, weder Grundsteuer (,»iri) nochKopfgeld. Lieschla-gen indeß bisweilen der Pforte ihre Paschen und BerS vor, welche diese zu bestäti-gen nicht verfehlt. Man sagt, daß die Kurden von den Usbeck-Tataren oder von denMongolen abstammen. NachA. sind sie Nachkommen der altenPariher, dieinanim Lyrische» le,-i i,<! (daher Kurden) nannte, Ihr Äußeres ist keineswegs tarai sich.Die Kurden sind schöne Leute; ihr Blick ist stolz und feurig. Sie tragen einenMantel von schwarzen Ziegensellen und statt eines Turbans eine hohe rothe Mutze.Türkische Kleidung trage» sie niemals, weil dies bedeuten würde, daß sie deS-Lul-tanS Vasallen wären. Die Jugend trägt Schnurrbärre, das Alter läßt die Barr-haare wachsen. Der Kurte ist ein guter Reiter und schwingt seine Lanze mit Ge-schicklichkeir. Er liebt die Musik und besingt die Begebenheiten seines Volks in Ro-manze». Auch die Frauen üben sich in den Waffen. D ie Töchter werden nicht aus-gestattet, sondern der Mann zahlt für die Braut eine Entschädigung den Ältern.Es gibt in Armeniens Ebenen einige seßhafte (der Pforte nicht unterworfene)Stämme. Bei diesen lebt Winters der wilde Bcrgkurde, wenn es ihm zu kalt inseinen Bergen wird, in niedrigen Hütten von schwarzen groben Linnen. Eine Heckevon Schilf umgibt den Lagerplatz seines Viehes, das er aus den Bergen mitnahm,ums Gezelt des Kurden herum. Gastfreundschaft hält dies Räubervolk in Ehrenund entläßt dieFremden gemeiniglich mit einem Geschenk, wenn sie abreise». Daspatriarchalische Ansehen der Ältern ist groß. Kein Sohn verheirarhet sich ohne Ge-nehmigung seiner Ältern. Dies sonst so unmoralische Volk hat den Glauben, daßman ohne göttliche Strafe einem Unglücklichen niemals eine Bitte abschlagen dürfe.Das wußte schon MithridateS, König von Pontus, in seinen Römerkriege» zur Her-stellung geschlagener Heere zu benutzen. Ie wunderbarer die Lebensrettung des Un-glücklichen war, je mehr trauen sie, daß sich nun des Unglücklichen Schicksal wendenwerde. Deßwegen sind dieseBerge beständig die Zuflucht allerFeinde der türk.Pa-schen, und siekehren von hieraus oft mit großem Angriffsmittcln, als vorher, zurück-