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Kutsche
Russen bei Zorndorf . 1806 wurde diese durch Iratur und Kunst starke Festung,dald nach der jenaer «chlacht, von dem damaligen preuß. Commandanten, Ober:sien v. Iiigersleben, wieivol derselbe mit allem Erfoderlichen reichlich versehen warund dem kurz vorher persönlich anwesenden Könige versprochen hatte, sich bis auf?Äußerste zu vertheidigen, den kaum davor erschienenen franz. Truppen übergeben,welche sie auch nach dem Frieden besetzt hielten und erst zu Anfang 1811 auf Capi:tulakion an die Preußen Übergabe».
Kutsche. Sie unterscheidet sich von andern Fuhrwerken am meisten durcheinen bedeckten und in Riemen hängenden Kasten. Schon in den älteste» Zeitenhatten die Könige und Fürsten besondere Wagen, deren sie sich bei feierlichen Gele:genheiten bedienten, welche aber unbedeckt waren. In der Bibel werken deren be-reitS zu Josephs Zeiten in Ägypten erwähnt. Doch scheinen auch die bedecktenWagen von hohem Alter zu sein. Denn schon zu MoseS'S Zeiten gab es bedeckteLastwagen, und die nomadischen Scythen sollen mit Leder bedeckte Wagen gehabthaben, um sich vor Sonne und üblerWitterung zu schützen; so auch die Spartaner,die einen solchen Wagen Kanathron nannten. Ebenso ist der Sitz des Kutscherseine uralte Erfindung des Ätoliers O.rylus, welcher um 1100 v. Chr. das König:reich Elis in Besitz nahm. Auch die Römer hatten offene und bedeckte Wagen:auf den letzter» schaffte man kranke Soldaten und alte Leute fort. Später wurdeder bedeckte Wagen, welcher eu,, nea hieß, und dessen Plinius zuerst gedenkt, crfun:den; dieser wurde von Elfenbein, Erz und endlich gar von Silber und Gold verfer:tigr, weswegen auch nur Magistratspersonen und Vornehme beiderlei Geschlechtssich desselben bedienten. Er wurde von Mauleseln gezogen. Bedeckte Wagen warenalso den Alten bekannt, aber hängende Wagen oder Kutschen nicht. Diese sollen inUngar» erfunden, und ihre Benennung, welche in der Sprache dieses Landes so vielals bedecken heißt, ebenfalls ungarischen Ursprungs sein. Andre leiten das Wortvon Gutsche ab, welches ehemals ei» Ruhebett hieß, auch wol von Kitsee oderKut-see, dem Orte der Erfindung. In Italien zog 1286Beatrir, die Gemahlin Karlsv. Anjoii, in einer mit himmelblauem Sammet, auf den goldene Lilien genickt wah-ren, beschlagenen Kutsche in Neapel ei». Auch soll Isabella, die Gemahlin Karls VI.von Frankreich , 1405 in einem bedeckten in Riemen bängenden Wagen ihre» Ein:zug in Paris gehalten haben. Da sich anfangs nur Frauenzimmer dergleichen Wie-gen in Frankreich bedienten, so nannte man sie auch >4>->riot< Annoei*. In Un:gärn wird die Erfindung der Kutschen aus das I. 1455 gesetzt. In Deutschland bedienten sich die Kaiser und Fürsten bereits im 15. Iahrb. der Kutschen; so kamKaiser Friedrich UI. 1454 in einem hängenden Wagen nach Frankfurt . 1508 hattedie Gemahlin des Kurfürsten Joachim l. von Brandenburg einen ganz vergoldete»Wagen und 12 andre mit Carmoisi» beschlagene Kutschen. In Spanien soll man1548 die erste Kutsche gesehen, und Karl V . sich beim Podagra eines solchen fab--renden Ruhebettes bedient und in demselben geschlafen habe». InSchwaben wurdedie erste Kutsche dem alten Herzoge Ulrich von Würlemberg von einem polnischenFürsten um 1548 geschenkt. — Unter Franz I., K. von Frankreich , erhielten dieKlitschen die gehörigeEilirichtiiug, man nannte sieoarni^-.,^ lind versah die Offinui:gen derselben mit ledernen Vorhängen. Die erste Mannsperson, welche sich einersolchen Karosse bediente, war Raimond von Laval, einHofcavalierFronz l., der sodick war,daßihn kein Pferd mehr tragen konnte. Seine und der berübmten Dianavon PoitierS , Herzogin v. ValentinoiS (s. d.) Kutsche waren gegen 1540 die erstendergleichen hängenden Fuhrwerke in Paris , und 10 I. später zählte man deren nochimmer nicht mehr als 3. Unter Heinrich IU. (1554 — 88) ward die 4. Kutsche,und zwar von einer Privatperson, gehalten, denn bis dahin war es nur ein Vorrechtdes kenial. Hauses oder sehr vornehmer Beamten gewesen. Heinrich I V., der ineiner Kulsche ermordet wurde, harte nebst s. Gemahlin nur Eine Karosse, deren sie
Coiixerfaliviis-Lexicoli. Bd. V I. 24