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die Freundschaft und was sie für die Armuth, sowol in Kurland als in Paris undin Löbichau , mit der großmüthigsten Verwendung ihres Einkommens und aufdie humanste Weise, Zweckmäßiges gethan hat. Jean Paul Friedrich Richter trö-stete die edle Schwester der Herzogin mit den Worten: „Ihr Leben war ein langerFrühling voll ausgetheilter und empfangener Maitage, ein sanfter Gang durch ei-nen immer blühenden Garten, und das Grab nur das Haha eines Parks, das dieunbegrenzten Gefilde mit den begrenzten verknüpft". 20.
Kurzsichtig (»>vn>>,-u aus dem Griech.), nennt man Denjenigen, wel-cher besser in der Nähe als in der Ferne sieht. Wenn nämlich das Auge einenGegenstand deutlich sehen soll, so gehört dazu, daß die von jedem Punkte dessel-ben kommenden und im Auge (s. d.) sich brechenden Lichtstrahlen genau aus derNetzhaut des AugeS sich wieder in einem Punkte sammeln und daselbst das deut-liche Bild des Gegenstandes darstellen. Bei solchen Augen, deren Hornhautzu convep gebaut ist, deren Feuchtigkeiten selbst vielleicht zu viel Brechungsfähig-keit haben, und bei denen die Linse sehr convep ist, werden die Lichtstrahlen zusehr gebrochen, sodaß sie sich schneller einander nähern, und der Vereinigungs-punkc vor die Netzhaut fällt, wodurch nun die Lichtstrahlen erst dann aus sie kom-men, wenn sie wieder von einander abweichen und einen Kreis bilden, sodaß vondem Gegenstände kein deutliches, sondern ein verworrenes Bild auf der Netzhautentsteht. Das geschieht bei entfernten Gegenständen um so mehr, weil die ein-zelnen Litbtstrahlen eines auf das Auge fallenden Strahlenkegels um so näher zu-sammenfallen (eonvergiren), je entfernter der Punkt oder die Spitze des Kegelsist, von dem sie herkommen, also auch deßwegen ihr Dereinigungspunkt im Augeum so weiter vor die Netzhaut falle» muß, folglich die wieder auseinandergeheiidenLichtstrahlen ein um so undeutlicheres Bild auf der Netzhaut darstellen. Ganznahe befindliche Gegenstände hingegen bilden aus entgegengesetzten! Grunde einganz deutliches Bild auf der Netzhaut, werden folglich auch deutlich gesehen.Einem kurzsichtigen Auge kommt man also dadurch zu Hülfe, daß man den Ge-genstand, welchen man deutlich sehen will, dem Auge so nahe rückt, als seiner Fä-higkeit, die Lichtstrahlen zu brechen, angemessen ist. Will oder kann man diesnicht, so muß man dem Auge ein hohlgeschliffeneü Glas vorhalten, welches dieLichtstrahlen des Strahlenkegels, ehe er auf das Auge fällt, um so viel von ein-ander entfernt, als sie das Auge zu sehr bricht. Wird dies Verhältniß richtig ge-troffen, so sieht das kurzsichtige Auge alsdann ebenso in der Ferne als ein gesundes.Hteraus erhellt, daß nicht jedes Glas für jedes Auge passend ist, und man oft un-ter einer großen Menge derselben suchen niuß, um eins zu finden, durch welchesman deutlich sehen kann. (Vgl. Augenpflege und Augenübel.) S. Adani'S„Anweisung zur Erhaltung des Gesichts", ubers. von Kries (Golha 119');Winkler'S „Anleitung zur Erhaltung des Gesichts" (Leipzig 1812) und Äster-land'S „Kurzer Unterricht für Bnllenbedürftige" (Leipzig 1825). — Uneigentlichnennt man auch Diejenigen kurzsichtig, welche nicht im Stande sind, mit den '.'lu-gen des Geistes einen weiten Gesichtskreis zu umfassen und, auf einen höher»Standpunkt gestellt, den Zusammenhang ganzer Begebenheiten zu übersehen,sondern nur einen beschränkten Kreis ihnen nahe liegender Umstände und Bege-benheiten aufzufassen vermögen.
Küstrin, Kreisstadt und Festung in (der Neumark) der Provinz Branden-burg (Regierungsbez. Frankfurt ), auf einer Ebene an dem Einflüsse der Warte indie Oder (460 H., 6000 Einw.), ist auf der einen Seite mit der Warte und aufder andern mit der Warte und der Oder, sonst aber überall mit breiten Morästenumgeben. Don der langen Vorstadt geht der große Damm mit 36 Brücken, aufwelchen man ^ Meilen lang über die Moräste passiren muß. 1158 wurde dieStadt von den Russen bombardirt. Friedrich aber kam ihr zu Hülfe und schlug die