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Sechster Band. K bis L.
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Kyou Lcrar

Hause ist in der Tee trefflicher, ebener Grund, vollkommen zunr Bade geschickt womittelst Karren gebadet wird. (Vgl. Teebäder.) Für Die, welche das Badenin der offenen Tee scheuen, ist hinter dem Badehause eine andre Badeanstalt ineinem kleinen Hause, das auf einem Damme zwischen zwei Landseen erbaut in undim Winter wegen Eisgang und Wellenschlag weggenommen wird. Durch die Flutwird jedes Mal dem einen Ltee frisches Wasser zugeführt, aus dem es durch eineSchleuse i» den zweiten gelangt. Mittelst der angebrachten Röhren rinnt es dannin die Bäder im Hause und läuft auf der andern Seite ab. (S. Abendroth'S„Rihebüttel und Kuxhaven", Hanib. 1817.)

K y a u (Friedrich Wilhelm, Freih. v.), bekannt durch seine witzigen Einfälle,war den 6. Mai 1654 zu Oberstrohwalde geb., diente von s. 17. I. an unter dembrandenburgischen Heere als Gemeiner, stieg nach 10 I. zum Fähnrich und warschon damals als ein aufgeweckter Kopf bekannt, allein eine verunglückte Posse zogihm Verhaft in Lpandau zu. Als er auf Verbitten der Kursürstin v. Brandenburg losgelassen worden war, nöthigte ihn ein Zweikampf nach Sachsen zu fliehen, wo erwieder Kriegsdienste nahm. Teine frohe und satyrifche Laune machte ihn bald amHofe des KönigS von Polen und Kurfürsten von Sachsen August II. beliebt; erstieg in Kurzem bis zum Generaladjutanten des Königs und mußte daher beständigbei demselben sein; endlich erhielt er auf seine, auf eine schwankhafte Weise vorge-tragene Bitte die Stelle eines Generallieutenants und Commandanten des König-sieins, welchen er von da an seine steinerne Frau (er war nie verheiraiher) nannte,der er auch bis an seinen Tod, am 19. Jan. 1733, treu blieb. Sei» Charakter warbrav; er haßte alle Schmeichelei und rügte begangene Fekler mit der größten Frei-müthigkeit. Ohne den Namen eines Spaßmachers zu führen, diente er dem ganzenHofe zur Belustigung und behauptete dessenungeachtet seine Würde, da er wenigersich als Andre zum Gegenstände des Gelächters machte. Wenn er auch bisweilenkindische oder unanständige Scherze trieb, so war dies zum Theil Fekler seines Zeit-alters, und Niemand fühlte seine Geißel mehr als die adelstolzen Höflinge. Es gibtzwei verschiedene Lebensbeschreibungen K.'s, eine 1796 zu Freistadt , die andre vonWilhelm« 1797 zu Leipzig .

>>-/ der 12. Buchstabe des deutschen Abc, gehört zu den Zungenbuchstaben undwird mit Anstoßung der Zunge an den Gaumen und die obere Reihe Zähne auSge-Isprochen. Zugleich ist er der erste der sogenannten Halblauter oder der fließendenBuchstaben, welcher häufig mit r verwechselt wird, besonders von Denen, die die-se» Buchstaben nicht gut aussprechen können.

Laar (Peter v.), oder Laer , mit dem Beinamen >l Ilamboccio, ein Ma-ler, geb. 1613 zu Laar, einem Dorfe nahe bei Naarden in Holland , hielt sich16 Jahre in dem Umgänge mit den trefflichsten Künstlern, Pouss e, Claude Gelöe,Sandrart u. A., und wirkte sehr auf den Geschmack der Italiener. Er machtewahrscheinlich aus Hypochondrie 1673 oder 1674 seinem Leben ein Ende. JenenBeinamen erhielt er bei seinem Aufenthalte in Rom , seiner burlesken Gestaltwegen, nach Andern aber wegen seiner Darstellungen gemeiner Gegenstände (Bani-bocciaden), welche er in Umlauf brachte. Schon in früher Jugend war er stetsdamit beschäftigt, Alles, was ihm vorkam, abzuzeichnen. Sei» Gedächtniß lei-stete ihm dabei so treffliche Dienste, daß er »n Stande war, Gegenstände, die ervor langer Zeit, oder auch nur ei» einziges Mal gesehen harre, mit der größtenÄhnlichkeit darzustellen. Zugleich war er einer der größten Musiker seiner Zeit.Er hat sich nur m kleinen Gegenständen, als in Jahrmärkten, Kinderspielen, Jag-