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Laborde (Alexander Louis Joseph, Graf v.)
Mit dieser wahrhaft kinigl. Großmuth verband er die zarteste Form. Nie ließ eres Dem empfinden, dem er half, und nie sprach er von Dem, was er Gutes that.Zufrieden imBesih der Liebe und Achtung seiner Mitbürger, lehnte er äußere Ehrenbescheiden ab. Ludwig X.VI. erhob seine Besitzung Laborde (der FamiliennameL.'S war Dort, seine Vorfahren, die 1620 die kleine Herrschaft Laborde an sich ge-bracht hatten, nannten sich seitdem Dort-Laborde) zum Marguisat; allein er machtevon diesem Titel keinen Gebrauch. Während der Schreckenszeit lebte L. in der stilleauf seinem Gute Mereville, konnte aber so wenig als Malesherbes und Lavoisier ,Edle gleich ihm, der Wuth der Blurmenschen in Paris entgehen. Gendarmenschleppten den Greis vor das Bluttribunal. Seine ganze Gemeinde, 1200 Köpfestark, wollte den Vater und Wohlthäter vertheidigen; er lehnte es ab und ermähntezur Ruhe. Die braven Leute schickten eine Deputation an den Convcnt; umsonst!der Wohlthäter von Tausenden, der wahre Menschen, und Volksfreund, sank, '0Jahre alt, den 18. April 1794 unter dem Beil der Guillotine. Sein Verbrechenwar sein Reichthum. L. hatte 4 Söhne. Drei davon dienten in der Marine, 2von diesen begleiteten den unglücklichen Lapeyrouse. Sie fanden ihren Tod, nocheheLapeyrouse'S Schiff verlorenging, bei einer edeln, heldenmükhigenThat, die dergenannte Seefahrer noch in seinem Reiseberichte erzählt und wofür erahnen imPort Franrais auf der Küste von Ealifornien ein Denkmal setzte. Der Älteste vondiesen Dreien wurde, nachdem er den Seedicnst aufgegeben, kvnigl. Schatzmeisterund 1789 Mitglied der constituirenken Versammlung. Berichte von ihm über denZustand der Finanzen wurden damals auf Befehl der Kammer gedruckt. Erstarb 1801 im freiwilligen Exil zu London . 12.
Laborde (Alexander Louis Joseph, Grafde), der jüngsteSobn des Vor-hergehenden, Mitglied der Wahlkammer und StaaiSraih, geb. d. 15. Seyn 1774zu Paris , trat in östr. Dienste, wo er in Folge eines Briefes von seinem Vater anJoseph l l., welcher Fürst den alten L. sehr schätzte und einen von dessen Söknen ins. Diensten zu sehen gewünscht hatte, als Lieutenant in dem Regimeme Wenzel,Eolloreto angestellt, und später als Rittmeister in das Ehcvauxlegersregim. Kinskyverseht wurde. Gern hätte L. in dem franz. Revolutionskriege seinem Vaterlandegedient, allein er stand auf der Emigrantenliste. Damals lernte er in Heidelberg ,wo er verwundet lag, den vom Regiment Kinsky gefangen genommenen GeneralDudinot und andre Landsleute kennen. Dies brachte s. Entschluß zur Reife. So-wie der Friede von Campo-Formio geschlossen war, verließ er die östr. Dienste underlangte s. Ausstreichung von der Emigrantenliste. Nun widmete er sich in Frank,reich den Wissenschaften, machte eine Reise nach England, Holland, Italien undSpanien , und gab hieraufs. großes Prachtwerk: „Vciv.n^o pilloresgue ct ln-Mn i-grm ÜL IWp.i^ne" (4 Bde., Fol.), s. „Ilinrraire (>,' lUpngiio" (5 Bde.), s.„Beschreibung der griech. Vasensammlung des Grafen Lamberg ", s.z>>u>»<!5gns r» ,v»>ricl>e" l2 Bde., Fol.) und den Anfang zu seinem Werk überdie Denkmäler in Frankreich , chronologisch geordnet, heraus. Das Institut er-nannte ihn zu seinem Mitgliede, und Napoleon übertrug ihm als Staatsrath wich-tige Geschäfte. Auch mußte er den Kaiser nach Spanien und Östreich begleiten.1814 commandirte L. eine Abtheilung der pariser Nationalgarde, und schloß, mitTourton zugleich, im Namen des Marschalls Moncey die Eapitulatio» mit denRussen ab. Nach der Restauration bereiste er abermals England und gab bei s.Rückkehr das erste Werk in Frankreich über den wechselseitigen Unterricht heraus;auch war er 3 Jahre hindurch erster Secretair der Tentralgesellschaft zur Verbrei-tung dieser Unterrichtsmethode. 1818 wurde er abermals in den Staatsrath gc-rufen, bald ober wegen Verdacht liberaler Gesinnungen daraus entfernt. Dagegenwählte ihn 1822 das Departement der Seine zum Deputirten. Hier hat er stetsmit Kraft, zuweilen auch mit Erfolg, ultraichschen Ausschreitungen cntgcgcnge,