37 t Laboratorium Laborde (Jean Joseph de)
Verzicht lind widmete sich ganz dem Studium der Wissenschaften und der Poesie.Sie heirathete einen sehr reichen Seiler, Ennemond Perrin, und konnte nun ihrerNeigung zur Literatur frei folgen. Mit mehren angenehmen Talenten verband sieeine nicht mittelmäßige Kenntniß der griechischen, lateinischen, spanischen und ita-lienischen Sprache, Ihr Haus war ein Sammelplatz aller schönen Geister. Dievornehmsten Personen fanden sich bei ihr ein. Sie erregte die Bewunderung derDichter, aber quch dje Eifersucht der Frauen zu Lyon . Gleichzeitige Schriftstellerhaben ihre Keuschheit gerühmt, andre ihr Ausschweifungen vorgeworfen. Mehreihrer Poesien, besonders das achtzehnte Sonett, zeugen allerdings gegen ihre Keusch-heit. Sie scheint alle Perioden der Liebe durchlaufen zu sein: anfangs treue undleidenschaftliche Geliebte, hernach Toguette, ward sie endlich Buhlerin. Doch ge-reicht es ihr zur Entschuldigung, daß sie zu einer Zeit lebte, wo die Galanterie alsEhrensache betrachtet wurde, und wo sie selbst von einem Schwärme liebenswür-diger Wüstlinge umgeben war, Ihre Großherzigkeit, ihr Geschmack für die Wis-senschaften und ihre für jene Zeit ungewöhnlichen Talente verwischten in den Augender meisten ihrer Zeitgenossen jene Flecken ihrer Lebensweise. Die Achtung, welcheihr gleichzeitige Schriftsteller zollen, sowie der Umstand, daß die Straße in Lyon , woihr Haus befindlich war, ihren Namen erhielt, beweisen, wie sehr man sie schätzte.Die Annehmlichkeit ihres Umgangs, ihr Geist, ihr Wissen, ihre Talente, die Verse,welche sie dichtete und unter Begleitung der Laute sang, fesselten ihre zahlreichenund ausgezeichneten Anbeter mit unwiderstehlichen Banden. Ihre Werke sind:„Epistel an Tlementia von Bourges " (mit vielem Geiste geschrieben); „DerKampf der Liebe und der Thorheit", ist Prosa (worin Reiz und Erfindung herrscht);3 Elegien, 24 Sonette, von denen das erste in italienischer Sprache abgefaßtist, Die erste Ausg, dieser Schriften erschien 1555,
Laboratorium, ein zur Ausführung chemischer Operationen schicklichund zweckmäßig eingerichteter Ort, Es muß wenigstens zwei Räume haben, in de-ren einem sich eine Esse mit einem Gebläse, Muffelöfen, Windöfen, Destillirappa-rate ic., am besten unter einem feuerfesten Gewölbe mit einem Kamin befinden. Derandre Raum muß die übrigen Theile eines chemischen Apparats enthalten. Ein La-boratorium muß feuerfest, hell, trocken und dem frischen Luftzüge zugänglich sein.
Laborde (Jean Joseph de), ein durch Thätigkeit, Unternehmungsgeist undwohlwollende Gesinnungen ausgezeichneter Kaufmann, aus einer alten Familie inBear», geb, 1724, erwarb zu Bayonne durch wohlberechnete Unternehmungen imHandel mit Westindien und Spanien ein großes Vermögen, Als 1758 der franz.Hof ein Anleihen von 50 Mist, Livreü bei dem spanischen Hofe machen wollte, schloßder letztere das Geschäft nicht eher ab, als bis sich L, verbürgt hakte. L. wurde nunHofbanguier, und der erste Minister Thoiseul schenkte ihm sein volles Vertrauen.Nach dem Sturze dieses Staatsmannes zog L. sich von den mehrsten Geschäftenzurück und behielt nur 6 Schiffe, weil er auf St,-Domingo große Plantagen hatte.Hier ließ er das erste und bis jetzt einzige Haus aus gehauenen Quadern bauen,die er numerirt als Ballast mit seinen Schiffen dahin geschafft hatte. Beim An-fange des amerikan. Freiheitskrieges war er allein rm Stande, der Regierung 12Mist. Livreg in Gold nach Brest zu liefern, wodurch das Auslaufen der Expeditionunter Rochambeau möglich wurde, Später wandte L. sein Vermögen zu nützlichenund prachtvollen Bauten an. Die Schlösser von St.-Ouen (jetzt Hrn, Ternaux),zu St.-Leu (jetzt dem Herzog v. OrlcanS), zu la Ferte-Vidame (jetzt dem Herzogvon Penkhiövre gehörig) und zu Mereville (bei Paris ) wurden von ihm gebaut, so-wie die schönsten Häuser in der Chaufföe-d'Antin, einer pariser Straße, die damalsein z» seinem Hotel gehörender großer Garten war. Außerdem venvandte er jähr-lich eine Summe von 24,000 Fr. zur Unterstützung der Armen. Au der Errich-tung von 4 großen Hospitälern in Paris (1788) gab er allein 400,000 Fr. her.