Lacaille
Lachaise 3^1
Pyramide, und eine in der Mitte, jede 150 Fuß hoch und unten 15 breit.Übrigens waren diese Gebäude nicht des VerirrenS wegen erbaut, sondern hat-ten nur zufällig diese Eigenschaft, weßhalb man jede verworrene, schwer zuentwickelnde Mannigfaltigkeit von Dingen ein Labyrinth oder labyrinthisch(irrvoll, verwickelt) nannte. S. auch Labyrinth im Art. Gehör.
L a c a i l l e, s. Eaille.
L a c e d ä m o n, s. Sparta.
Lac,-p<-de (Bernard GermainEiienne, GrafDelavillesurJllon v.), Na-turforscher, Pair von Frankreich, geb. zu Agenden 16.Dec. 1156, liebte von Jugendauf leidenschaftlich Naturgeschichte u. Tonkunst; daher verließ er den Waffendienst,für den er bestimmt war, und widmete sich der Naturwissenschaft. Seine Lehrer u.Freunde, Buffon u. Daubenton, verschafften ihm die wichtige Wtelle eines Cvnser-valeurs bei den naturgeschichtl. Sammlungen im Pfianzengarten. Bei dem Aus-bruche der Revolution zum Mitgl. der gesetzgebenden Versammlung ernannt, gehörteL. zu der gemäßigten Partei. Um sich dem Eturme der Schreckenszeit zu entziehen,legte er seine Stelle am Naturaliencabinctte nieder und zog sich auf sein LandgutLeuville zurück. Unter dem Direktorium trat er wieder hervor und wurde zu einemder ersten Mitglieder des Instituts gewählt. Napoleon ernannte L. in den Erhal-tungssenat und ertheilte ihm die Würde eines Großkanzlers der Ehrenlegion. L.ward einer der feurigsten Anhänger des Kaisers, und cg gab während der 10jährigenDauer der kais. Regierung wenige feierliche Ereignisse, wo er nicht als Redner auf-getreten wäre. Bei seiner Uneizennühigkeit und Wohlthätigkeit versank er in Schul-den ; daher gab ihm Napoleon einen Jahrgehalt von 40,000 Fr. Nach der ersten Re-stauration verlor L. den Posten eines Großkanzlers der Ehrenlegion, wurde aber vomKönig zum Pair ernannt. Während der 100 Tage wählte ihn der Kaiser zumGroßmeister der Universität. Allein L. lehnte diesen Posten ab und beschäftigte sichbloß mit den Wissenschaften. So erschien 1811 eine von ihm besorgte neue AuSg.von Buffon'S Werken; er kündigte zugleich an, daß er, in Auftrag seines verst.Freundes Lagrange, dessen „Theorie über die Kometenbildung" herausgeben wolle.Auch erschien eine Fortsttz. des, von seinen großen Vorgängern begonnene» Werksüber die Cetaceen. Seine „Geschichte der Fische" (5 Bde., 4.) wird für sein wich-tigstes Werk gehalten. Das vollständ. Verz. seiner Schriften, zu welchen auch zweikleine, anonym erschienene Romane und die Oper „Omphale " gehören, ist groß.L. besaß die seltene Gabe, auch die trockensten Gegenstände seiner Kunst mit denAnnehmlichkeiten eines glänzenden StylS ausmschmücken. Er starb den 6. Oct.1825 auf seinem Landsitze Epinay (bei St.-Denis ) an den Pocken. Villencuveschrieb sein „bliebe li^tmiguc" (Paris 1826). Von L.'s hinterlassener (sehr man-gelhafter) „lli<a. civile et niilitaire cke I kluro>re" (seit dem Ende des 5. bis zurMitte des 18. Jahrh.) in 18 Ddn., erschienen die ersten 2 Bde. Paris 1826.
Lachaise (Franrois d'Aix de), Beichtvater Ludwigs XI V., Mitglied derEongregation der Jesuiten , wurde aufdem Schlosse d'Aix im Aug. 1624 geb. DieFamilie d'Aix de Lachaise gehörte zu den angesehensten in Frankreich , und ein Groß-onkel von Franz de Lachaise, der Pater Eottvn, war Beichtvater Heinrichs I V.Im Jesuitencollegium zu Rohan, welches einer seiner Vorfahren gegründet hatte,begann L. den EursuS seiner Studien und setzte sie in Lyon fort. Er war Provin-zial seines Ordens, als ihn Ludwig, nach dem Tode seines bisherigen Beichtigers,des Pater Ferner, an dessen Stelle wählte. Diese Wahl erregte uni so mehr Auf-merksamkeit, da eineStheils die Streitigkeiten zwischen den Parteien der Jansenisten,Molinisten u. s. f. bereits den an Frömmelei kränkelnden Hof Ludwigs XIV. unddie, ebenso wie der Hof, zwischen Üppigkeit und Bigotterie hin und her schwankendeHauptstadt theilten, anderntheils aber auch, seit dem Pater Eottvn, kein Jesuitzu dieser wichtigen Stelle gelangt war. Bald sah sich der neueBeichtvater in einem