Lackiren
Lächerlich
L'l!)
Lächerlich, urspiainglich Das, was Lachen erregt. Das Lachen ist einekonvulsivische Äußerung des Menschen, welche im Zustande der Lust und Freudewie in dem der Verzweiflung und des bittern Spotts über menschliche Verhältnisseeintritt. Ersteres ist ihr gewöhnlicher Ursprung; weßhalb auch das Lächerliche nurauf das Lachen der Lust und Freude bezogen wird. Indessen unterscheidet man nochdas Belachte, oder Das, was Einem oder dem Andern lächerlich ist, von dem Be-lachenswerthen oder dem Lächerlichen np engern Sinne. Letzteres deutet auf einebesondere Beschaffenheit oder Beziehung der Dinge aufunsern Verstand hin. Daswirklich Lächerliche hat, jener convulsivischen Äußerung entsprechend, in einemschnellen Zulammendenken und Zusammenwirken solcher Dinge seinen Grund, diei»it ihrem Begriffe und Zwecke in einem unerwarteten, aber unschädlichen Wider-sprüche stehen, welchen man anschaulich wahrnimmt. Hieraus ist erklärbar, warumdas Lächerliche nur am Menschen vorkommt, oder von diesem auf äußere Dingeübertragen wird. Denn dem Menschen ist unter allen uns bekannten Geschöpfenallein das Vermögen der Begriffe und Zwecke eigenthümlich. Aber das Lächerlichedarf das sittliche Wesen des Menschen nicht verletzen, oder schädlich sein, weil danndas reine Lustgefühl aufgehoben werden würde, welches mit dem Lächerlichen inVerbindung stehen soll. Wo also das Lächerliche das Gebiet des Sittlichen berührt,da muß vielmehr diejenige Seite herausgehoben werden, wodurch die Handlung alsunverständig und ungereimt erscheint. Anschaulich niuß sich jener Widerspruch desUngereimten zeigen und auf Willkür gegründet sein, denn so tritt der Irrthumspielend hervor; auch liegen Irrthum und Wahnsinn außer der Sphäre des reinLächerlichen. Endlich ist das Lächerliche um so belustigender, je überraschender eghervortritt, weil es um so mehr und schneller den Geist thätig beschäftigt. Abernicht immer und nicht bei jedem Individuum weckt das wahrhaft Lächerliche dasLachen, oft nur das sanftere Lächeln der Fröhlichkeit oder die innere, ungeäußerteFreude, je nachdem eg in seiner Darstellung mit dem Sinnreichen und 'Witzi-gen verbunden ist, oder nicht. (Vgl. Komisch.) I.
L a ch e si s, s. Parzen.
L a ch t e r (Berglachter, Klafter), das Maß, nach welchem gewöhn-lich in den Bergwerken gemessen wird. Es beträgt ungefähr 1 — 8 >Lchuh und zer-fällt in 80 Zoll. — Lachterschnur oder Lachterkettc ist eine Kette, aus un-geglührem Messingdrahte (der sich nicht zieht) gefloch'en, 5 — 6 Lachter laug,welche beim Bergbau zum Maße dient.
Lackiren, die Kunst, eine Auflösung von harzigen Substanzen, Firniß,Lackfirniß genannt, auf allerlei Gerüche aufzutragen, welcher Auftrag durch Ab-trocknen fest, hart und glänzend wird und dann durch Poliren oder Schleifen zueiner noch feinern Oberfläche behandelt werden kann. Die Chinesen, Tunkinesenund Japaner hatten es sehr früh zu einem hohen Grade der Vollkommenheit in die-ser Kunst, welche die Engländer daher dasIapanen nennen, gebracht. DerNameLack ist jedoch ursprünglich persisch, und bedeutet eine jede, besonders glänzendeund rothe Farbensubstanz. In engerm Sinne bezeichnet dieses Wort einen roth-braunen, verhärteten Pfianzenschleim, welcher die Eigenschaften eines Gummiund Harzes in sich vereinigt; denn es theilt dem Wasser zwar, wie ein färbendesGummi, seine Farbe mit, löst sich aber nur in Weingeist und Ölen vollständigauf. Der Lack, auch Gummilack genannt, entsteht durch den Stich der Gummi-lackschildlaus (Oooeu; tieuz, Iünn. )aufdenBlätternverschiedener indischer Bäume,besonders deS ksicus religiös» und inckica, auch des Lieäpbus jub.ita. Anfangsein milchartiger Schleim, welcher das Insekt umgibt, wird diese Substanz durchden Einfluß der Luft und des Lichts hart und rothbraun. Im Handel kennt nianden Lack unter dreierlei Gestalten: 4) Die Zweige mit den unversehrten Zellennennt man Stocklack ((FUminilaalc in IxicuIiH; 2) in Körnern (Oummilsck in