Band 
Sechster Band. K bis L.
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384
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384 Lätare Lafayettc (Gilbert Motticr, Marquis de)

Sohnes aus Troja , über dessen Abwesenheit er in die tiefste Trauer versunken war,dessen Rückkunft ihn aber so verjüngte, daß er noch an dem Kampfe gegen die auf-rührerischen Ithacenser Theil nehmen konnte.

Lätare, der 4. Sonntag in den Fasten. Die alte Kirche pflegte an dem-selben ihren Gottesdienst mit den Worten Uactsrs uteeilis oder lau-wrv steius-»-Ivin et exnlMt« in oa anzufangen.

Lafayette (GilbertMottier, Marquis de), aus einem der ältesten Ge-schlechter der Auvergne , geb. den 1. Sept. 1751 zu Chavagnac, im Depart. derobern Loire , wurde, um ihn an den kdnigl. Hos zu bringen, in seinem 16. I. mitder T. des Grafen v. Noailles d'Ayen vermählt; er lehnte aber jede Hofanstellungab. Die Grundsätze des amcrik. Unabhängigkeitskrieges umfaßte L. mit dem gan-zen Feuer des jugendlichen Alters und der edelsten Gesinnung. Er stellte sich inParis Frankli» vor und wurde von dem cdeln Repräsentanten des jungen Frei-staats mit Freude und Dankbarkeit aufgenommen. Um diese Zeit schien Amerikas Lage sehr bedenklich. Die amerik. Milizen erlitten eine Niederlage nach der ander»,und der Credit ihrer europäischen Agenten war so gesunken, daß sie kaum die Ko-sten zur Befrachtung eines Fahrzeugs zusammenbringen konnten, das ihre Depe-schen an den Congreß beförderte. Aber keine Gefahren konnten L. zurückhalten.Er rüstete auf s. Kosten eine Fregatte aus und landete im April 1111 in Chailes-town. Sogleich bot er dem Congreß seine Dienste an und diente als Freiwilligerauf seine Kosten. Der Congreß ernannte ihn zum Generalmajor. Indeß diente L.noch iii dem Gefechte von Brandywine am 11.Sept. 1111 alsFreiwilliger. SeineThaten in der neuen Welt sind bekannt, insbesondere hatte er die Ehre der Capi-tulanon von Cornwallis. Der wackere, aber unglückliche englische Feldherr wolltenur in L.'S Hände seinen Degen niederlegen. L. wurde der Held seiner Zeit. DerCongreß vctirte ihm mehrmals Dank und Anerkennung. Sobald Frankreich sichfür die^ache der Amerikaner erklärt hatte, eilte L. (1119) nach Paris zurück, woer jedoch nicht länger verweilte, als dringend nöthig war, um dem jungen Frei-staats neue Vertheidiger, Hülfe au§Geld, Waffen und Kriegsbetüi-snisse zu ver-schaffen. War sein Empfang in Paris glänzend gewesen, so war derselbe in Bo-ston , wo er die Ankunft des stanz. Hülfscorps unter Rochambeau verkündete,noch feierlicher. Er eilte späterhin aufs Neue nach Frankreich , um vom Ministe-rium noch kräftigere Hülfe zu erwirken. In Begriff, mit dem Grafen d'Estaingund einer neuen Unterstützung von 8000 M. unter Segel zu gehen, erhielten siedie Nachricht vom Abschlüsse des versailler Friedens. Einige Jahre nachher machteL. eine Reise in den amerikanischen Freistaat. Die Erinnerung an die großen Dien-ste, die er demselben geleistet, war noch in dem Andenken aller Bürger frisch, unds. Reise glich einem Triumphzuge. Ihm und seinem Sohne wurde das amerikani-sche Bürgerrecht bewilligt, und Beide erhielten das Recht, den Lsttzungcn des ge-setzgebenden Körpers beizuwohnen. L.'S Abschiedsworte an den Congreß waren:„Möge die immer steigende Wohlfahrt und das Glück der Vereinigten Staaten die Gute und Trefflichkeit ihrer politische» Institutionen stets mehr beurkunden!Möge der unermeßliche Tempel, welchen wir eben der Freiheit errichtet haben, füralle Zeiten den Unterdrückern eine gute Lehre bleiben, den Unterdrückten zum Vor-bilde dienen und stets ein Asyl für die Rechte der Menschheit sein!" Nach sei-ner Rückkehr machte L. eine Reise durch Deutschland , wo er von Friedrich deniGroßen und Joseph II. auf eine ausgezeichnete Weise aufgenommen wurde. —1181 wurde L. zu der Versammlung der Notablen einberufen, bei welcher erfür die Herstellung der bürgerlichen und kirchlichen Freiheit mit Begeisterung sprachund handelte. Er arbeitete in derjenigen Abtheilung, in welcher der Graf vonArtoiS den Vorsitz führte, der mit den Ministern in offener Soaltung lebte.Insbesondere gehörte L. zu Denen, welche auf die Einberufung einer Na-