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Lasoiitaitw (August Heinrich Julius )
Herabsetzung der Zinsen der umlaufenden Staaisschuldscheine an, all. in diePairS-kammer verwais ihn. Um nun theils die Rechtlichkeit, Zweckmäßigkeit, Nützlichkeitlind Annehmbarkeit dieses Planes zu zeigen, theils seine eigne Theilnahme an dergescheiterten Unternehmung zu rechtfertigen, schrieb er seine für die Finanzwissen-schast überhaupt sehr wichtigen „1ls'ilox>c»>°! »ur In rs<I„clic>» ,Io In x nle o> xnoI'et.-ilcl» cieüit" (2. A., Paris 1824). Welches Vertrauen L. genießt, beweistFolgendes: ?lls Ludwig XVIII. 1815 fliehen mußte, übergab er ihm sein Privat-vermöqen zur Aufbewahrung; 3 Monate darauf, in gleiche Lage versetzt, zeigteihm Napoleon dasselbe Vertrauen und ernannte ihn noch von St. Helena aus zuseinem Testamentsvollstrecker. Sowie nun Napoleon in den 1(!0 Tagen das Pri-vateigenthum König Ludwigs geachtet hatte, ebenso achtete auch Ludwtg X VIII.später das des Kaiser «, und legte der Vollziehung und dessen letztem Wtllen keinHinderniß in den Weg, obschon es nicht an Menschen fehlte, die zu andern Maß-regeln riechen und nicht abgeneigt waren, dem edcln L. en, Verbrechen daraus zumachen, daß er dem ehenial. Kaiser denselben Dienst erwiesen, den er früher demKönige in der Zeit der Drangsale erwiesen hatte. — Unter L.'S Verdienste» darfnicht seine große Wohlthätigkeit gegen Arme vergessen wc> den. Auch wurden dieHerausgeber der lat. Closfiker in Paris bloß din ch ihn in den Stand gesetzt, ihr nütz-liches Unternehmen auszuführen. 1821 wurde L. wieder zum Deputirten der Kam-mer gewählt. 1828 gab er s. einzige Tochter dem Prinzen v. Moskwa (Sohnedes Marschalls Netz) zur Gemahlin. 12.
Lafontaine (August Heinrich Julius ), der fruchtbarste und einer der be-liebtesten Romandichter Deutschlands, ist 1156 in Braunschweig geb. Sein Varerwar Maler und ein braver Künstler. L. war in Braunschweig und Schalun-gen aus Schulen, und siudwte in Helmstädt Theologie.' 1186 ward er in Halle Hauslehrer beim Gei»ral v. Thadden, 1189 Feltprediger, ging 1192 als solcherniit dem preuß. Heere nach der Champagne und kehrte nach dem baseler Friedennach Halle zurück, wo er seitdem privalisirt. Der König v. Preußen schenkte ihmeine Anwartschaft auf eine Domherrnpräbende in Magdeburg . Bei Fertigungseiner Liebesgeschichten ist es diesem Schriftsteller weder um Aufstellung des eigent-lichen Romans im hohem Sinne, noch um Kunstwerth überhaupt zu thun. Erwill nur angenehm und rührend unterhalten, und diese» Zweck erreicht er fast im-mer. Seine Phantasie ist nicht glühend, aber lebhaft; seine Dalssellunzsarl be-weist vielGeschick und Gewandtheit; Plan und Ausführung sind flüchtig, abermeistens gut, der Styl ist bnsem Allen angemessen, und die Moral, welche ereinwebt, läßt arif das reine Herz des Vers. schließen. Doch hat er eine überwie-gende Neigung, den Menschen von Seiten seiner Schwache zu schildern, auch ister hierin glücklicher als im Darstellen der edeln Mensckennatur; darum mißlin-gen ihm große Charaktere. Seine Menschen sind ein Mittelschlag. Eine Scenedes peinigenden Kampfes der Pflicht mit der Leidenschaft folgt auf die andre; dieunglückliche, sich selbst verzehrende, unaufhörlich zwischen Entzücken und Ver-zweiflung schwebende Liebe wird mit übersättigender Ausführlichkeit und mit ent-nervender Empfindlichkeit geschildert. Feuchte Augen, glänzende Thränen, za-gende Herzen und tiefe Seufzer sind daher Hauptbestandtheile seiner Romane. DieTugend bleibt zwar, trotz den ewigen Kämpfen und der nahen Gefahr des Unter-lieg ns, meistens am Ende Siegerin; aber ihres Sieges kann man nicht recht frohwerden, da die von vielem Gram, Schmerz und Kummer zerweichle Empfindungk,in Gefühl von Erhebung und Freude zuläßt. Daß übrigens in den letztemsemer bürgerlichen Familiengemälde eine zurEinförmigkeit gewordene Familienähn-lichkeit herrscht, ist anerkannt, svdaß, wer einige feiner Rcniane, besonders dieältern (z. B. den „Sonderling",, O.uinctiusHcymeran v. Flamming', „Die Fa-milie v. Halden" u, a.), welche an Frische der Empfindung und reiner Naivetät alle