Landwirthschaft 48^
schüft an sich zum sichern Gewerbe geworden und wird es »och mehr dadurch, daßsie nur unentbehrlich gewordene Erteuanisse zum Gegenstände hat. Da die erster»nun auch mit der Thätigkeit eines Volks mekr oder weniger im Verhältnisse verblei-ben, so gibt der Preis derselben auch den Maßstab zum allgemeinen Arbeitspreise.Zwei Di inheile bis vier Fünfthule der Einw. beschäftigen sich mit der Landwirth-schaft; ein bedeutender The l der übrigen mit der weiter» Bearbeitung landwirkh-schaftlicher Erzeugnisse. Je höher eine Nation an Bildung steigt, desto mehr steigtauch die E> Zeugung, weil die Geschicklichkcit auf der einen Seite und das Ineinan-dergreifen auf der andern das Gewerbe erheben. Ein Acker, der vorher nur 3 Tchlr.Landrenke abwarf, gibt nun 20 — 30 und mehr. Wie weit der Ertrag des Bodensgebracht werken kann, wird man niemals lernen, wol aber, daß sich mit dessen An-bau die Arbeit vermehrt, und diese Vermehrung die Zunahme der Bevölkerung ingleichem Schritte zur Folge hat, wenn anders die Regierungen nicht unverständigeMaßregeln nehmen. Ein stark bevölkertes Land ist auch.Zugleich ein gleichmäßigangebautes. Mit jedem Schritte zur Vollkommenheit der Landwirthschast wächstdas Nationalvermögen. Durch die Landwirthschaft wird ein Volk unabhängig vonAuß n und hat als Staat im Innern seine nöthige Festigkeit, denn es erzeugt seinebekannten und berechneten Bedürfnisse. Diese Erzeugung beschäftigt die an die-selbe geschlossene Volkszah! zum größer» Theil unmittelbar und den andern als un-entbehrliche Hülfe mittelbar, wie alle Handwerker, welche für die Landwirlhschaftdie Werkzeuge und andre Hülfsmittel verfertigen, oder welche auch nur zur Befrie-digung anderweitiger Bedürfnisse des Volks gewerbsthätig sind, z. B. Kleider ver-fertigen , vohe Stoffe verarbeiten oder damit Handel treiben. Die Landwirthschaftwird als Kui,st ausgeübt, d. h. man betreibt sie nach gewissen Regeln, ivelche dieErfahrung an die Hand gab, oder die durch den prüfenden Scharfsinn im Vereinder Naturwissenschaften geschaffen wurden. Insofern sie als Kunst betrachtet wird,führt sie den Namen der niedern Landwirlhschaft, als Wissenschaft heißt sie diehöhere Landwirthschaftswissenschaft. Jene nennt man auch den besondern, und dieseden allgemeinen Theil. Rein wissenschaftlich ist sie erst in der jüngsten Zeit bearbei-tet worden, wenn man auch vorder ein wissenschaftliches Lehrgebäude angefangenhatte. Durch diese Bearbeitung erhielt sie nun auch den ebrenden Namen: rationelleLandwirthschast, und wir nennen Den einen rationellen Landwirth, welcher >m Be-sitze der höher» Landwu thsichaftswissenschafk ist und durch Hülfe dieser das laud-wirthfthaftliche Gewerbe prakrstch betiuibk. Der rationelle, d. i. wissenschaftlicheLandwirth unterscheidet die Fälle scharf, schaff! sich nach den obwaltenden Verhält-nissen die Regel '«für, und kann darum zu ihrer Au fführung auch die zweckmäßig-sten Mittel auffinden und anwenden. Der bloß angelernte Landwirth wird sich da-gegen nie ohne bestimmte Anweisung von seinem Leisten entfernen, obwol diesernur für eine besondere Lage passend s in kam». Er darf nur, sagt Tbaer, seinereinmal angenommenen Regel gemäß der bestimmten Vorschrift des Einsichtsvollernfolgen, und wird, wenn er selbst denken »nd fr, i handeln will, dem Soldaten glei-chen, der, voll pe,ff'nlichen Muths aus Reih und Glied hervortretend, Jener gibtund, statt die gute Sache zu befördern, nur Alles in Verwirrung bringt. Deßhalbist es oft sehr richt g, wenn man sagt, daß Wirthschaftsvenvalrer, -sie in andernGegenden, unter andern Verhältnissen, der Sache glücklich vorgestanden hatten,nun, anderswohin versetzt, durchaus bei jedem Schritte strauchelten und das Ganzein Verwirrung brachten. Ih-e arf üslanben angenommene Regel paßte nicht beiverschiedenem Boden, verschiedenem Maße der Kräfte und verschiedenen Verhällnff-sen. ilnd so erklärte mau diese auf ihrem Flecke kunstgerechten Ökonomen für un-w'ssend. Der rationelle Landwirts) dagegen wird sich in die verschiedenartigsten La-gen finden, wenn er sich die Z ir nimmt, diese richtig kennen zu lernen. Der nichtwissenschaftlich gebildete Landwwth kann darum auch vou den besten Büchern wenig