Band 
Sechster Band. K bis L.
Seite
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Landwirthschastsschiile Lang

rei, Zucker- und Stärkefabrication, die alle ein vorn-alicheS Futter auswerfen. DieMasse des Düngers wird mittelst desslben vermehrt, und hierdurch wieder derErtrag des Ack rs erhöht. Der kleine Wirth kann besonders im Winker mir Bor-theil Spinnerei. Weberei, Föchten des Stroh - und Bastwerks, Verfertigung man»cherlei Holzartikel, z.B. Siebe, Geräthschaften, betreiben. Endlich sind »och dieauf das bewerbe Bezug habenden Rechtsverhältnisse der Landwirthschafr zu erwä-gen. Überall wird die Landwirthlchaft als ein freies Gewerbe belrieben, ohne daßein gesetzlicher Zwang zur Innung führte. Allein im Güterbesih und in den Ge-rechtsamen desselben ist eine große Verschiedenheit, die auf den Betrieb des Gewerbs,auf die Staatsbürgerschaft, ja selbst auf den Charakter der Menschen einen sicht-baren Einfluß hat. In manchen Ländern wird aller Grund und Boden alsErb-eigenthum der Regentenfamilie angesehen, da« dann theilweise weiter verliehenwird; anderswo ist nur ein Theil als solches Erbeigenlhum angenommen, weildas Üb-ge bereits verschenkt oder besonderes Eigenthum geworden ist. Das ersteregibt Kronen- oder Domaincngüter (s. d.). Rittergüter (s. d.) kann i»manchen Ländern nur der Adel, aber kein Bürgerlicher erwerben, wohl aber imAuftrage bewirthschaften, z. B. als Pachter, Sequester. (Vgl. Bauerhof,) EinBerzeichniß aller brauchbaren bis 1824 in Deutschland erschienenen Bücher überLand - und HauSwirthschast und deren einzelne Zweige, sowie über die gewöhnlichenlandwinhschaftlichen Gewerbe, gibt die „lüblnillwoii ovLonennwu" (Berl,, b. Ens-lin, 1825); wir nennen: Loudon'S „lincvnlnpclü, »s->^ri<uill„ic"; die zu Leip-zig seit 1828 von Putsche (tu Weniq-njena) herouSgeg. „All«, meine Encyklopädieder gestimmten Land- und Hauswirthschaft der Deutschen " (12 Bde., m. Kps);Ioh. Nep. v. Schwer;'« (Director der kön. würtemb. Versuchs und Unterrich'San-stalt für den Landbau, der die Deutsche » zuerst mir der niederländ. Landwirthschasdbekanntmachte) „Anleit. zum praktischen Landbau" (2 Bde., Stuttg. 1823 fa.);W. A. Kreyßig's (ostpreuß. Landwirth ) „Handb. zu einem natur-und zeitgeniäßenBetriebe der Landwirthschaft" (Königsb. 1826, 4 Bde.) und des Grafen Chapial„Lbimie nppligueo ü l'np;, iaul ture" (2. A., Paris 182g, 2 Bde.). Ist.

Landwirthschaftsschule, eine theoretisch-praktische Bildungsanstaltfür angehende Landwirihe, z. B. das Georgikon des Grafen Festeticz zu Keßthelyund das zu Altenburg in Üngarn. (Vgl. Schleißheim, Mögelin , Felle n-berg, Hofwyl, Thaeru. 21.) Damit sind an mehren Orten für arme KnabenFeldbauschulen verbunden, das beste Mittel, um der Bettelei zu steuun undeiner Menge Verbrechen vorzubeugen, indem man geschickte und ordentliche Landar-beiter bildet. Eine solcheAnstalthatL) wen (s.,d.) im Großen gegründet, ferne, GrafRumjänzosf(s. d.), Herr v. TlrSkvw 1822 zu Fri-drichsfelte bei Berlin u.A.m.

Lang (Karl Heinrich von), Ritter der bair. Krone, k. bair. Reichsarchivar,lebt jetzt im Privatstand auf seinem Landgute bei Anspach. Geb. d. 1. Juli 1764zu Balgheim im Fürstenthum Ö tingen-Wallerstein, Sohn eines Landpredigers,wurde er frühzeitig von seinem Oheim, dem in der diplomat. Literatur bekanntenwallersteiner Hofrath, Jakob Paul Lang, zum Tapiren alter Urkunden u»t Hand-schriften, und von seinem andern Oheim, dem Sup rintendenten Lang in Hohen-aliheim, alSEcripkor in der sürstl. Bibliothek gebraucht. Mit d-estr Grundlageerhielte,, seine akatem. Studien zu AI,darf, meist unter Siebenter« und Malblanc,dann (nach einem mehrjäln igen Zwischenaufenthalt großentheils zu Wien ) inGot-liiigen unter besonderer Leitung Spittler's, eine vorherrschende Richtung zur Ge-schichte und Diplomatik. Aufgemuntert durch einen Preis, den er sich durch seineAbhandlung,,»,: chnnimo uiiil", größtentheils historisch aus den Glossatvren ent-wickelt, erworben, gab er unter Vorschub Fried. Nicolai'S in Berlin 1713 eine„Geschichte des deutschen Steuerwesens", nach den verschiedenen Epochen der be-sondern deutschen Militairversaffunaen, heraus, ein Buch, das unter anderm