Längenbureau Langsdorff 443
Berlhoud, LeRoy, und noch jetzt verfertigen z. B. Arnold und Emerv ch genaueChronometer. daß sie auf dem Lande und auch zur See recht wohl zu Längenbestum-münzen brauchbar sind. Indeß bleiben doch astronomische Beobachtungen immerdas sicherste Mittel. Da Verfinsterungen und Bedeckungen selten vorkommen undschwer zu beobachten sind, so schlug man die Distanzen des Mondes von der Sonneoder andern bekannten Fixsternen zur Längenbestimmung vor, weil diese in den mei-sten Nächten gemessen werden können; nur wird dazu eine genaue Kenntniß desMondenlaufs erfodert. Tobias Mayer (s. d.) berechnete Mondstafeln (nach-her von Bürg in Wien verbessert), durch welche auch der ungelehrte Seemann inStand gesetzt wird, mittelst einfacher Rechnungen die Länge innerhalb eines Sechs-theils oder höchstens eines Fünftheils eines Grades zu finden. — Die astrono-mische Länge oder die Länge eines Gestirns ist der Bogen der Ekliptik, welcherzwischen dem Frühlingspunkte und dem Breitenkreise eines Gestirns enthalten ist,wobei man von Abend nach Morgen zählt, die Angabe aber nach dem Zeichender Ekliptik macht. Man findet die Länge eines Gestirns durch die gerade Aufstei-gung und Abweichung. Sie erleidet durch das Vorrücken der Nachtglei-chen (s. d.) eine Veränderung.
Längenbureau, eine (zu Paris und zu London ) für geographisch-astro-nomische Bestimmungen zum Behuf der Schifffahrt eingerichtete öffentliche Anstalt,deren Vorsteher ausgezeichnete Astronomen sind, welche die Ergebnisse ihrer Be-obachtungen und Berechnungen in Zphemeriden (zu Paris ) oder in nautischenAlmanachen (zu London ) bekannt machen. Das englische Längenbureau sendetseit mehren Jahren mit Chronometern versehene Schiffe aus, um die Länge wich-tiger Orte und den Längenunterschied genauer zu bestimmen. 1824 wurden 38Chronometer auf einem Dampfschiffe dazu benutzt.
Lange (Joseph), ein deutscher Schauspieler, der, wie Garrick und Lekain bei den Engländern und Franzosen , in der Geschichte der dramatischen Kunst derDeutschen einen festen Platz einnehmen wird. Er ward geb. 1151 in Würzburg ,wo sein Vater Legalionssecretair beim fränkischen Kreise war. Um sein Talent fürdie Malerei weiter auszubilden, ging er nach Wien . Hier fand er einen älternBruder als Privatsecretair angestellt. Beide hegten gleiche Liebe für das deutscheTheater, für welches in jener Zeit in Wien eben die Morgenröthe anbrach. AndrejungeLeute von Talent und Liebe für die dramatische Kunst vereinigten sich mit ih-nen zu einem Liebhabertheater. Hofrath von Sonnenfels überzeugte sich von demTalente der beiden L. und bestimmte sie, sich ganz der Bühne zu widmen. Derältere Bruder starb bald; aber der jüngere schwang sich durch Eluvium zum großenKünstler empor und wurde der Liebling der Wiener. Er glänzte im „Hamlet ",den er noch i» spätern Jahren, als er in Ruhestand getreten war, zuweilen darstellte.L. näherte sich der franz. Darstellungskunst an. Er setzte dabei seine Malerstudienfort, und man hat große, sehr geschätzte Bilder von ihm, sogar Altarblätker, wiedas in der nikolsburger Kirche. Seine Gattin war eine berühmte Sängerin undSchwägerin Mozarr's. Sie lebt noch in Frankfurt .
Langsdorff (Georg, Freih. von), kaiserl. russ. Staatsrath und General-consul in Brasilien, Sohn des VicekonzlerS von L. in Heidelberg , der BegleiterKrusenstern's (s. d.) auf dessen Reise um die Welt, ist geb. 1174, studirke inGdtlinaen, wurde 0. der Medicin und begleitete 1191 den Prinzen Christian vonWaldeck als Leibarzt »ach Lissabon. Nach dem Tode des Fürsten ging er überEngland und Frankreich nach Deutschland zurück. Sein Wunsch, eine größereReife in nakurhistorischer Hinsicht zu unternehmen, wurde durch die Nachricht vonder Krusenstern'schen Unternehmung aufs lebhafteste erregt. Er wendete sich nachPetersburg , aber sein Antrag ward abgelehnt, da ll. Tilestus bereits als Natur-forscher für die Reise ernannt war. Dessen ungeachtet reiste L. noch an demselben