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Länge (geographische)
chen Muße sind auch die „Hammelburger Reisen" (Nürnberg 1818—28 , 9 Hefte)hervorgegangen, lustige Anregungen von Dingen, die ernstlich Noth thun. DasIdeal der Behandlung hat sich der Verf. von dem „6r,ii>e><;osl.->>i<-r" des Rabelais,so weit er diesen selber fassen konnte, undnächstdem von dessen trefflichem alten Über-setzer und deutschen Nachbildner Fischart genommen.
„Län ge (geographische), die nach Graden, Minuten, Secundenu. s. w.des Äquators oder eines ParallelkreiseS gela ssene Entfernung eines Meridians voneinem andern, den inan als den ei sten annimmt, oder die Entfernung zweier Punktenach Ost und West oder von West nach Ost, auf einem Parallelkreise gemessen.In diesem Falle unterscheidet man westliche und östliche Länge. Durch welchenPunkt man den erst n Meridian zieht, ist gleichgültig, nur muß es jedes Mal ange-geben werden. Sonst zog man ihn meist über die Insel Ferro; die Franzosen pfle-gen ihn über die pariser Sternwarte, die Engländer über Greenwich , die Berlinerüber Berlin zu ziehen. Einige Geographen zählen vom ersten Meridian 180° ge-gen W. und ebenso viel gegen O.; andre dagegen zählen die Länge von W. gegenO. durch den ganzen Äquator bis zu 380° fort. Jetzt nimmt man gewöhnlich denersten Meridian 20° westl. von dem M ri'ian der pariser Sternwarte an (einegenauere Bestimmung des ältern über die Insel Ferro), auf der Scheidelinie zwi-schen der östl. und westl. Halbkugel. Die Länge oder die Bestimmung, wie weitein Ort oder der durch ihn gezogene Meridian von dem ersten Mittagskreise nachOsten entfernt ist, wird neben der Breite (s. t.) zurÄufsindung der wahren Lage die-ses Orts auf der Erde erfodert. Aus der Gestalt unsrer Erde folgt, daß die Längen-grade nach den Polen hin immer kleiner werden müssen. Die Breitengrade hin-gegen können alle einander gleich angenommen werden: jeder beträgt 15 geogr.Meilen. Das Maß eines Grades auf einem Parallelkreise wird gefunden, wennman die Größe eines Äquatorgrades mit dem ConsinuS (für den Radius— 1.)der Breite dieses ParallelkreiseS multiplicirt. Die Länge zeigt den Unterschied derMittagszeit zwischen irgend einem Ort und dem ersten Meridian an. Da dieSonne ihren scheinbaren Umlauf in 24 Stunden vollendet, so wird jeder Ort, der15° westlicher als ein andrer liegt, eine Stunde später Mittag haben als dieser.Orte, deren Längenunterschied 180° beträgt, werden stets die entgegengesetzte Ta-geszeit haben, der eine Mittag, wenn der andre Mitternacht hat. Wie nun derUnterschied der Länge zweier Orte durch die an beiden Orten angestellte Beobach-tung -er Zeit eines Ereignisses am Himmel (Mondfinsternisse, Siernbedeckungen,insbesondere Verfinsterung der Iupitertrabanten) gefunden wird, so kann manauch umgekehrt aus dem Längenunterschiede zweier Orte den Zeitunterschied dersel-ben berechnen, indem man die Bogentheile des ParallelkreiseS in Zeittheile verwan-delt. Es find nämlich 15° des ParallelkreiseS 1 Stunde, 1°—4', 15'^^1',1'^n4", 15"—1", 1"^:4"'. Als Beispiel diene der Unterschied der Länge zwi-schen Berlin und Peking. Dieser beträgt 103° 3' 15", folglich 8 Stunden 52'13" Zeit, um welche Peking früher Mittag hat als Berlin . Das Wichtigste undSchwierigste ist die Erforschung der Länge zur See, oder des Schiffs für jeden Au-genblick. Das engl. Parlament setzte 1114 einen Preis von 20,000 Pf. St. auseine sichere Methode, die Länge zur See bis auf einen halben Grad z» bestimmen.Eine Uhr, die einen gleichförmigen Gang behielte, wärt für einen S-efahrer dasbequemste Mittel, um aus dein Unterschiede der Zeit des Mittags auf dem -Schiffeund der Zeit nach der Uhr unmittelbar den Unterschied der Länge des Orts, fürwelchen die Uhr gestellt ist, und desjenigen, wo sich das Schiff befindet, zu bestim-me». Wirklich verfertigte zuerst Harrison (s. d.) eine Seeuhr (Längenincfier,Zeitmesser, Chronometer) von der erfoderlichen Genauigkeit. Sie war auf derersten Reise binnen 4 Monaten nur 2 Minuten abgewichen. Doch sielen fpät-ueVersuche minder genau aus. Andre Künstler folgten, namentlich Kendale, Mudje,