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Sechster Band. K bis L.
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Latude

Lauderdale

Freuden des Lebens genossen halte, zog er sich bei herannahendem Alter in einMönchsklosterzurück, wo er 1179 starb. Man hat von ihm Gedichte (4 Bde., Paris 1165, 12.); nach seinem Tode erschienen s. Lieder und „Ouuvre-z

Latude (Henri Mazers de), geb. d. 23.März 1125 zuMonragnac in Lan-guedoc, war Ingenieur. Im 23. I. s. Alters wurde er 1148 unter Ludwig X V. indie Bastille gesperrt, weil er, um die Gunst derPompadour zu erwerben, dieser vor»gespiegelt hatte, man wolle sie mittelst einer Schachtel mit dem feinsten Gifte tod-ten. Wirklich kam eine Schachtel an, die aber nichts als Asche enthielt und von L.selbst abgeschickt worden war. Mehre Male entwich er, und im Febr. 1156 entkamer bis Amsterdam , ward aber eingeholt und härter behandelt als vorher. In derFolge brachte man ihn nach Dincennes, dann nach Charerwon. Am 1. Juni 1111frei gelassen, ward er nach 2 Monaten schon wieder in Bic.tre eingesperrt; endlicherhielt er seine Freiheit ain 22. März 1184. Man unterstützte dieses Opfer derWillkür durch eine Unterzeichnung. S.„>Ust. el'unc elil-wn lion" (Amsterd. 1181),und seine vom Advocaten Thierry herauSgeg. „Vlßni. <Ie öl. <1s In Tu,!,-, elewiiupeiielu»! 35 uns eie-G (Paris 1190, 3 Bde., und 1193, 2 Bde., auch ins Teutsche,Engl . und Holländ. übers.), dienten der VolkSpartei zur Waffe gegen den Hofund das unoiru rö»',»,«-. L- hielt bei der Nationalversammlung 1191 vergeblichum eine Pension an; dagegen verurtheilte man 1193 gerichtlich die Erben Amelot'Sund der Pompadour zum Schadenersatz. Don ihnen erhielt L. einige Meiereien, dieihm bis an s> in Ende anständigen Unterhalt verschafften. Er starb zu Paris den 1.Jan. 1805 in rineni Alter von 80 I.

Lauchstädt , Stadt im preuß. Regierungsbezirk und Kreis Merseburg derProvinz -Lachsen (150 H. und 1000 E.) ani Lauchebache, Lchloß und Amt, ist derSommeraufenchalt vieler Fremden, die das 1691 entdeckte Mineralbad daselbstver»einigt. Leit 1823 hat man die Badeanstalten verschönert und erweitert.

Lauderdale (Lord James Maitland, Earl oder Gras v.), Pair des bri-tischen Oberhauses, als Redner und Schriftsteller im staatSwirthschaftlichen Facheeins der ausgezeichnetsten Mitglieder der Opposition, aus einem alten schottischenGeschlechte, geb. 1159, studirte in Glasgow und widmete sich der Staalspra-xis. Zum Mitglicde des Unterhauses gewählt, machte sich Lord Maitland I (sohieß L. bei Lebzeiten seines Dalers) in der Opposition schon 1183 bemerkbar,daher ernannte ihn das Haus 1181 zu der Commission, welche die Anklage desGeneralgouverneurs von Indien , Hastings (s. d.), leitete. 1189 erbte erden Titel seines Vaters und ward, ungeachtet die Minister es zu verhindernsichten, in die Reihe der 16 schottischen Pairs aufgenommen. Seitdem hater durch sein von Sachkenntniß und Scharfsinn unterstütztes Rednerialcnt mehr-mals Beifall eingeärniek. Nur wägt er bei allem Muih und Geist seine Ansichtenoft mit ungestümer Kraft und Heftigkeit vor. 1191 b.kämpsre er mir Erfolg dosMinistelium, als es an Rußland wegen Oczakows Einnahme d.n Krieg erklärenwollte; er tadelte die gegen Tippo Saheb ergriffenen Maßregeln und erklärte sichgleich anfangs für die sranz. Revolution. Mit seinem Freunde, D. Moore (des-sen Tagebuch zur Kenntniß der Zeitgeschichte wichtig ist), beobachtete er in PaiiSden Gang dieser Begebenheit und unterschied die Sache der Ordnung und Freiheitvon den Ausschweifungen des Faclionengcwühls. Vorzüglich schloß er sich andie talentvollen Girondisten an und war ein Freund Bnssoi's. Taium widersetzteer sich dem Kriege Englands mit Frankreich und ladelle mehre deßhalb von Piktergriffene Maßregeln, wie die Sucpersion der Hubeas-CorpuSacte und äbnliche,welche der Regierung Gelegenheit zur Willkür geben konnten. Endlich wus:e PittL.'s Wahl bei der Bildung eines neuen Parlaments zu verhindern; so verlor der

*) Sein Bruder war der im Jan. 182g »erst. Sir Thomas Mailland, Lort-Tbcr-commissair der ionischen Inseln.