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kannten Ursachen herleiten lassen, und solchen, die aus begreifliche oder sichtbareEndzwecke hinzielen. Die Launen nun, eben weil man sie nicht zu erklären ge-wußt hat, weder aus den wirkenden Ursachen noch aus den Absichten, haben alle Na*tioncn außerordentlichen, gewöhnlich physischen Einflüssen zugeschrieben: der Deut-sche dem Mond, andre europ. Nationen der Beschaffenheit der Säfte; letztere habensie daher li,n„»rc"i genannt. Das franz. liuuieur und das engl. buuiou, waren inihrer Bedeutung ursprünglich nicht so sehr unterschieden, als sie eü jetzt, besonders imästhetischen Einne, sind. Beide zeigten nämlich eine eigne, dem Menschen nicht ganzgewöhnliche Stimmung des Gemüths an, die von dem Laufe und der Beschaffenheitder Säfte, oder von einem Übermaße der Trockenheit und Feuchtigkeit des Körpers,oder von irgend einem in die Blutmasse sich mischenden, unbekannten Stoffe abhin-gen. Insofern waren beide Wörter mit dem deutschen Worte Laune gleichbedeutend,und noch jetzt werden beide in gewissen Redensarten auf dieselbe Weise gebraucht.Kilo üv bdiine vt <lo inauv-lizo liunieur, ist nicht mehr und nicht weniger als:wohl: oder übellaunig sein. l'o Im in ^<>n<l oi >>:,,> ii umour, ist im Engl . eine ebensogeläufige Redensart. Die liumori der Italiener sagen etwas Ähnliches, und selbstbinooriiiu ist ihnen nicht fremd. In derFolge haben liiimour und liumour, abso-lut und ohne allesBeiwort gebraucht, eine sehr verschiedeneDedeulung erhalten; bu-weur für sich heiß! immer üble Laune, odervielmehr Unwille, Anfall von Zorn; I'II-r»n»r hingegen wird in diesem Falle mehr sür die Stimmung zu einer gewissen Artdes Scherzes, zu sonderbaren, aber doch belustigenden Einfällen, zu Auffindung desLächerlichen an Andern, oder zu einer naiven Darstellung seiner eignen lächerlichenSeiten gehalten: Dinge, welche ohne einen gewissen Frohsinn, sei er auch mit etwasSchmerz oder Übelbehagen vermischt, nicht bestehen können. Vielleicht, setzt Garvehinzu, macht das Bittersüße in der Empfindung, die man ausdrückt, etwas von demEigenthümlichen humoristischer Einfälle aus. Von dem franz. bumcur unterschei-det sich die deutsche Laune darin, daß sie nicht bloß einen unangenehmen, verdrießli-chen Zustand andeutet (l'Inn >>,'i,r. sagt Trudlet, r,t INI ,<>:>> zilivsigue, <i»i oaca--iuiiiie ,ii> IM>I uxnal. und sonderbar ist es, daß die Franzosen für die gute Launekeinen eignen Ausdruck haben), sondern die wandelbareStimmung überhaupt, welchesich von angenehmer oder unangenehmer Seite zeigen kann, je nachdem die wirken-den Ursachen verschieden sind, oder den unwillkürlichen und regellosen Wechsel ange-nehmer und unangenehmer Gefühle und Stimmungen, ja selbst die daher entsprin-gende Unbeständigkeit der Meinungen und Gesinnungen. Denn wer sich von denGefühlen beherrschen läßt, wechselt leicht die Gefühle. Wechsel ist zwar immer inden Gefühlen; aber zur Laune wird derselbe, zu einem unnatürlichen, der Beson-nenheit und dem männlichen Charakter entgegensetzten Wechsel dadurch, daß erbloß leidentlich und ohne thätige Mitwirkung erfolgt, daß die bestimmte und festeRichtung mangelt, und er mehr oder minder plötzlich, ohne bestimmbare Übergängeerscheint. Dem Kinde ist die Laune natürlich, so lange die Zeit des unbestimmtenLebens und Träumens dauert, und das Kind sich jenem Spiele der Kräfte leidendüberlassen muß. Die Herrschaft der Laune kann so weit gehen, daß man sich übersich selbst ärgert und doch der Laune folgt; dies trifft aber vorzüglich nur die übleLaune, weil der Mensch in den Zuständen der Lust sich immer freier und thätigerzu verhalten pflegt. Von dem Launigen und Launischen unterscheiden wir endlichnoch den Launenhaften, oder Den, welcher der Laune im ersten Snne, d. i. demLaunenwechftl, unterworfen ist. der sich selbst zu beherrschen unfähig, statt in seinenEntschlüssen von einem festen Willen und besonnener Prüfung geleitet zu werden,unstäl wie die Meereswoge, der wandelbaren Stimmung seines Gemüths folgt.Eine solche Abweichung von dem völlig gesunden oder völlig vernünftigen Zustandegrenzt mehr oder weniger an das Ungereimte und fuhrt dadurch das Lächerlicheherbei. Man unterscheidet im Deutschen die gute Laune von der Übeln nicht nur
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