4L8
Laura
dtirch den Beisatz, sondern besitzt auch in dem Beiwort? zur Bezeichnung dieser Ner-schiedenheit verschiedene Beugungen, nämlich die Llusdrücke launig und launisch,welche man von Denen gebraucht, bei welche» diese Zustände herrschend sind. Jenachdem man in einem dieser Zustände ist, sieht man die Gegenstände verschiedenan, fühlt anders bei ihnen und urtheilt anders über sie, minder oder schärfer,heiterer oder düsterer. Der Übelgelaunte deutet alle Gegenstände übel und wird da-durch sich selbst und Andern lästig. Die üble Laune ist daher nicht für die Gesell-schaft. Der Launische läßt sich von einer Empfindung beherrschen, die keinen ob-jectiven Grund hat, oder bei der er sich wenigstens eines solchen nicht bewußt ist.Er ist mürrisch und beträgt sich auch gegen den unschuldigen Gegenstand so, alswenn seine unangenehme Empfindung durch diesen bewirkt wäre. Ein solcher Ge-müthszustand kann durch die Einbildungen erzeugt werden, die sich mit der Vor-stellung eines Gegenstandes vergesellschaftet haben, und von denen die meisten dun-kel bleiben. Die böse Laune, besonders insofern sie herrschend ist, heißt bei denEngländern der Spleen. Die gute, heitere Laune dagegen, der gute Humor, istdie subjeckive Stimmung, die Dinge lächerlich oder belustigend zu finden. Wersie hat, heißt gutgelaunt, und in wem sie herrschend ist, launig; daher redet manauch von launigem Wesen, launiger Manier. Sie ist Dem nothwendig, welchersich der komischen Darstellung widmet, und gehört insofern mit zu dem komischenTalente. Sie ist bei dem Dichter und Darsteller mehr willkürlich, indem dieserseine Stimmung zu seinem Zwecke zu beherrschen fähig sein muß, um ein freiesund harmonisches Erzeugniß der Kunst aufzustellen, aber keineswegeü hinreichend,ein solches hervorzubringen, wenn sie sich nicht mit andern Talenten verbindet.Der Launige ist und macht lustig, er verliert sich oft in« Bizarre und Barocke undkann Gegenständen durch Witz den Schein der Lächerlichkeit geben; aber selbst dieLaune mit Witz verbunden, oder die witzige Laune, ist noch nicht zur komischenSchöpfung hinreichend. Der bloß witzigen Laune ist es nur um Einfälle zu thun,daher sind ihre Erzeugnisse nicht dauerno. Das Komische aber erfodert Phantasiezur Ausbildung eines Ganzen. Die Laune ist daher auch noch nicht der Humorsbuineu,) im ästhetischen "'mne, oder die humoristische Laune der Engländer.Der Humor, in dieser strengen Bedeutung, ist von jener, besonders wo sie sichals Persiflage oder feine saiyrische Laune zeigt, nicht bloß dadurch verschieden,daß er mit Gefühl und Rührung gern verbunden ist und mithin anzieht und er-wärmt, während jene oft beleidigt, abstößt und erkältet, sondern har noch mehreeigenthümliche Züge, z. B. daß er mit Gutmüthigkeit und Naivetät und einerung.'meinen Vorliebe zu dem Sonderbaren verbunden, daß er wechselnd und phan-tastisch ist, daß der Ernst oft dazwischen tritt, wobei doch immer der Vcherz dieObeihand behält; vor Allen, aber, daß er mit Phantasie verschmolzen, wenigerbeschränkt, nicht auf einzelne Gegenstände, sondern immer auf das Ganze gerich-tet ist. lebendig individualisirt u. s. w. Vgl. den A. Humor,und Jean PaulFriedrich Richter's, dieses deutschen Humoristen, „Vorschule der Ästhetik ", wo die-ser Unterschied ausgeführt und mit treffende» Beispielen belegt wird. Die antikenDarstellungen, welche durchaus mehr nach Objektivität hinsirebten, besitzen diesenästhetischen Humor nicht. Zu der neuern Zeit aber ist die Laune in den komischenDarstellungen, wie das Lyrisch« überhaupt, vorherrschend, daher vielleicht JeanPaul das Humoristische das Romantisch-Komische nennt. Überhaupt ist die Launemit den. Komischen verwandt und zeigt sich oft in demselben, sodaß man sie sogarals Unterart des Lächerlichen betrachtet hat. Der launische und der launenhafte Cha-rakter können nämlich von einer sehr lächerlichen Seite betrachtet werden; die (gute)Laune und der Launige aber sind belustigend, oder machen lächerlich, und gehörenzur Darstellung des Lächerlichen. 's.
Laura, Petrarca's Geliebte. Man hak lange irrig geglaubt, daß diese