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ler vielleicht die Züge der schönen Frau sich so tief eingeprägt hatte, daß er sie auchspäterhin wieder auf die Leinwand werfen konnte, muß unausgemacht bleiben; gewißaber ist, daß dieser in der Folge L.'s G.stalt in mehren Gemälden anbrachte, na-mentlich in dem Gewölbe der alten Haupikuche zu Avignon . Als Petrarca 1342,mu dem auf dem Capital ihm zuerkannten Lorber gekrönt, nach Avignon zurück-kam, war L. minder strenge gegen ihn, sei es, daß sein Ruhm ihr schmeichelte,oder die Beständigkeit eines Liebhabers, den lange Abwesenheit ihr theuer gemachthatte, sie rührte. Petrarca sah sie häufiger und ging nur selten und auf kurze Zeitnach Vaucluse. Seine in ganz Europa verbreiteten Dichtungen hakten die Schön-heit seiner Geliebten berühmt gemacht, und alle Fremden, die nach Avignon ka-men, wollten Laura sehen. Karl von Luxemburg , der nachmalige Kaiser Karl I V.,sah sie auf einem Balle, den man ihm gab, und alle übrige Frauen aus dem Wegewinkend, näherte er sich ihr und küßte sie auf Stirn und Augen. Aber schon hat-ten die wiederholten Beschwerden der Mutterschaft, häusliche morgen, die beson-ders die wunderliche Laune ihres Mannes und das schlechte Betragen ihrer ältestenTochter ihr bereiteten, die Züge d r anziehenden Frau so sehr verändert, daß sichbei Denjenigen, die sie zum ersten Male sahen, ein unwillkürliches Erstaunen mitder Bewunderung mischte. „Wie!" sprach ein Prinz, „ist sie die Wunderschöne,die so viel Aufsehen gemacht und dem Petrarca den Kopfverrückt hat?" ImSept.1347 nahm Petrarca Abschied von ihr. Ersah sie in einer Frauengefi llschaft.Sie war ernst und nachdenkend, ohne Schmuck, ohne Perlen, und aus ibren Bli-cken sprach die Furcht vor einem Übel, das ihr noch nicht nahe war. Zu Thränengerührt, entfernte er sich und suchte seine Rührung zu verbergen. L. folgte ihmmit einem zärtlichen, ins Innerste dringenden Blicke, der unauslöschlich in seinerSeele blieb. Traurige Ahnungen schienen die ewige Trennung ihnen anzukündi-gen. Eine aus Osten stammende furchtbare Pest, der schwarze Tod, die 8 I.lang Verheerungen in Europa anrichtete, kam 1348 nach Avignon , und auch L.ward am K. April früh um 6 Uhr, wie es Petrarca in wehmüthiger Erinnerung andie Geburtsstunde seiner Liebe gleichfalls aufgezeichnet hat, ein Opfer der Scucheund daraufan demselben Tage in der Kirche desMinoritenklosters begraben. EinigeAlterrhumsforscher erlangten 1533 die Erlaubniß, L.'s Grab zu öffnen. Manfand darin eine bleierne Büchse mit einem Pergamentbriefe, worauf ein Sonettmit Petrarca's Unterschrift stand, das aber nicht aus dem Geiste des berühmtenDichters hervorgegangen, sondern das Werk eines seiner Freunde zu sein schien, undeine Münze, die eine weibliche Gestalt zeigte, welche ihren Busen bedeckte, mit derUmschrift: äl. I,. öl. 9. (vielleicht äl-iclonna 4,,aura nioi tu j.ace). Franz I. , der indems. I. nach Avignon kam, besuchte das Grab, machte eine Grabschrift auf Lauraund befahl, ein Denkmal zu errichten, was jedoch nicht ausgeführt wurde. Büchseund Münze wurden um 1730 von dem Untersacristan an einige Engländer verkauft,das Sonett aber ging verloren, als 1791 das Schloß der Familie Sade verwüstetwurde. Das Grab selbst wurde in dem Revolutionssturme mit der Kirche zerstört.Der Präsect von Vaucluse ließ 1801 den der Familie Sade zurückgegebenen Grab-stein in die alte Hauptkirche von Avignon bringen. Den durch sorgfältige Forschun-gen gewonnenen Ergebnissen, die wir im Vorstehenden mitgetheilt haben, hat neuer-lich der Abbe Costaing widersprochen und durch ganz unhaltbare Gründe darlhunwollen, daß Petrarca's Laura aus der Familie der Baux gestammt habe und dieTochter Adhemars de Baux gewesen sei (s. ,,I.» inure <lv ?eii,irguo ckanr le« ool-1iiic-5 <Ie Vi>nclii?e", Paris und Avignon 1819). Dgl. Petrarca.
Laurenberg (Johann Wilhelm), geb. zu Rostock 1591, Pros. der Ma-thematik und der Dichtkunst in seiner Vaterstadt, wurde an die dänische Ritteraka-demie nach Soroe berufen, wo er 1659 starb. Er gehört zu den ersten Begründerneiner wahrhaft nationalen didaktischen Satyre, und seine in plattdeutscher Sprache