Band 
Sechster Band. K bis L.
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Laura

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durch die reizendsten Töne der Dichtung verherrlichte Frau nichts als eins allego-rische Gestalt gewesen, oder auch, daß sie aus den Häusern Chabaud und Lade ab-gestammt, daß sie ehelos geblieben sei, in Vaucluse gewobn! und hier dein Längerihrer Reize Zusammenkünfte gewährt habe. Nach den Untersuchungen des AdbäSade („älenioiiev zvoni ü> viril» I liiiieui!» Oetrargnr", Amsterdam 116!—61,

3 Bde., 4.; deutsch, Lemgo 1111), Tira'boschi's (in s. „Gesch. d. ital. Literatur"),Baldelli's („Del l'etnuca", Florenz 1191. 4.), des ?lbbo Arnavon („s'riI.'>r,^n«n V-iuclnse ot lleloui cle In üuiMiiio üa Vaucluir", Paris 1803 und Avignon 1805), Guerin's („Ilekcu ipticn, üe In konlaine cle Vauulu'.e", )1vignon 1804, 12.)und endlich Ginguenä's (in s. „lli-iloirn littelairo ci'lt.vlic", Bd. 2) stammt L.aus dem alten, seit 300 I. ausgestorb. provenealischen Geschlechte Noves und wardie Tochter des Ritters Audibert Noves, der'in Avignon wohnte, aber nicht denFlecken Noves , am linken Ufer der Durance, besaß, wiewcl ein großer Theil sei-ner Güter in der Nähe desselben lag. Sie ward hier oder in Avignon 1301 oder1308 geboren und heira'hete nach dem Tode ihres Vaters, der ihr, seiner älteste»Tochter, ein reiches Erbtheil hinterließ, 1325 den jungen Hugo de Lade, auseinem angesehenen Geschlecht in Avignon . L. war eine der schönsten Zierden derStadt, die, als der damalige Wohnsitz der Päpste, stets Fremde aus allen Ländernherbeizog. Unter ihnen war auch der junge Petrarca (s. d.), dessen Ältern beiden Zwistigkeilen der Guelftn und Gibelliuen aus Toscana verbannt waren. Am6. April 1321, am Montage in der Charwoche, um 6 Uhr früh sah der 23jährigePetrarca , wie er selbst aufgezeichnet hat, die schöne Laura zum ersten Mal in derKirche der Nonnen vom Orden der heil. Clara, und von diesem Augenblicke an er-griff ihn eine ebenso starke als beständige Leidenschaft. Diese Liebe hatte zwar einenAnstrich von ritterlicher Schwärmerei, war aber nichts weniger als platonisch, unddie Sinne hatten bei Petrarca sehr viel Antheil daran, wie seine eignen Geständnissevon dem heftigen Verlangen, das er bei ihr und fern von ihr fühlte, von seinen ver-geblichen Bemühungen, sie zu verführen, von seinen fruchtlosen Anstrengungen,eine hoffnungslose Leidenschaft zu ersticken, deutlich verrathen. Er bezeugt dabeizugleich, daß er nie die mindeste Gunstbezeigung von ihr erhielt, und gibt ihrer Tu-gend die glänzendsten Lobsprüche. L. fühlte sich jedoch gewiß von den Huldigungendes jungen Dichters geschmeichelt, aber ihr Pflichtgefühl und die Sorge für ihrenRuf siegten über ihre Eitelkeit. Lie war höflich und freundlich gegen ihn, so langesie in seinen Bewerbungen nichts sah, was sie beunruhigen konnte, behandelte ihnaber strenge, sobald er ihr die Glut gestehen wollte, die ihn verzehrte. WährendP. über 20 I. lang den Gegenstand s. Liebe besang und um ihre Gegenliebe warb,oder eine unglückliche Leidenschaft zu bezwingen suchte, wußte L. den feurigen Lieb-haber durch den in des Sängers Liedern so gut geschilderten Wechsel von Strengeund Beweisen ihres Wohlwollens, ohne ihre Ehre im mindesten zu verletzen, mjener langen Zeit zu fesseln. Nie aber sah sie den Dichter in ihrer Wohnung, welldie Sitte ihrer Zeit es verbot, und ihres Mannes Eifersucht es nicht geduldet habenwürde. Seit ihrer Verheirathung wohnte sie stet« in Avignon , in ihres Schwie-gervaters Hause an der Rhone , unter dem päxstl. Palast?, auf dem Felsen, vondessen Höhe Petrarca mit so viel Entzücken auf die lustwandelnde Laura im Gartenhinabsah. In dems. I. (1334), als Petrarca sich nach Vaucluse begab, nicht inder Absicht, sich ihr zu nähern, sondern sie zu fliehen und in der lieblichen EinsamkeitRuhe zu suchen, ward L. von einer ansteckenden Krankheit befallen, die große Ver-heerungen anrichtete; aber sie genas und wurde dem Länger nur noch theurer.Der Maler Simon von Siena, der nach Avignon gerufen wurde, um den päpstl.Palast zu verzieren, nialte 1339 L.'S Bildniß und gab es dem Dichter, der ihndafür mit zwei Sonetten belohnte. Ob L. ihre Einwilligung gegeben, sich für Pe-trarca ilialen zu lassen, oder ob er nur eine Nachbildung erhielt oder ob -er Knut!.