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Ober« und Niederkairsitz filr den ssidk. und nbrdl. Theil des Landes auf, auch er-neuerten die Städte der Oberlausitz 1476 und 1190 ihren Bund und gründeten da-durch die bis auf die neuesten Zeiten bestandene Vereinigung der Sechsstädrc (Bautzen oder Budissin, Gerkitz, Zittau, Lauban, Kamen;, Löbau ). welche von den Kaisemund böhm. Königen Freiheiten zu erkanaen wussten, die st« den Reichsstädten ähn-lich machten. Sie unterhielten stehende Mannschaften und vertheidigten sich in denKriegen dieses Jahrh, meistaufeigne Hand. Nach Matthias's Tode, 1490, blie-ben beide Markgrastbümer bei der Krone Böhmen und kamen mit derselben 1526an Ferdinand I. von Östreich, von dem sie wegen eigenmächtiger Einführung desProtestantismus Karte Bedrückungen litten. Besonders wurden die SechSstädle desgrößten Theils ihrer Freiheiten berasbt und mußten große Summen opfern, um sieallmälig wiederzuerlangen. Durch die Wahl de« Kurf. Friedrich von der Pfalzzum Könige von Böhmen wurde die Lausitz , die ihm nie huldigte, in den dreißigjähr.Krieg verwickelt. Der Kurf. Johann Georg l. von Sachsen besetzte sie 1620 indesKaisers Namen, und behielt sie als Pfand für 72 Tonnen Goldes aufgewendeterKriegskosten und andre Schuldfoderungen an den Kaiser bis 1635, wo sie im Prä-ger Frieden mit allen HohoitSrechten, jedoch als böhm. Lehen, vom Kaiser an Sach-sen abgetreten wurde. Seitdem theilte die Lausitz , als ein von den kursachs. Erblon-den gesondertes, zu keinem Reichskreise gehöriges Nebcnland, alle Schicksale Sach-sens. — In der Oberlausitz bildet die Abwechselung ebener und gebirgiger Gegen-den die reizendsten Ansichten und merkwürdige Naturschönheite». Ein lebhafterVerkehr verbindet die südl. Gebirgsgegenden mit den nördlicher liegenden Ebenen,welche bis in die Niederung der fast durchaus flachen Niederlausitz ablaufen. Diesehat in ihren Wäldern, vorzüglich an der Grenze von Schlesien und im Spreewalde,an Hol; und Wild, in ihren Flüssen und ansehnlichen Teichen an Fischen, und ausihrem sandigen Boten an Obst, Flachs, Heidekorn, Gerste, Hafer und Gemüse Über-fluß genug, um einen einträglichen Handel ins Ausland zu treiben; Korn und Wei-zen baut sie hinreichend für den Bedarf; der Tabacksbau.ist ansehnlich, und imaubencr Kreise wird ein rother Wein erzeugt, der dem naumburger gleichkommt.D:e Bienenzucht ist in beiden Markgrafthümcrn nicht unbedeutend. Der lebhafteVerkehr mit Brandenburg und Schlesien gewährt der Niederlausitz viele Hantelö-vo weile. Wichtiger für den Handel ist aber die Oberlausitz , deren Boden nur inder Ebene Viehzucht und Ackerbau begünstigt, doch bei weitem nicht Korn genugfür die starke Bevölkerung von 320,000 Einw. auf lOOlüM. liefert. Die Niede-rungen im »ördl. Theile der Oberlausitz sind reich,an Holz und Fischen, der daselbsthäufige Naseneisenstein beschäfsigt einige hohe Öfen-und Hammerwerke, in dermuskauisthen Haide wird viel Alaun gewonnen, in den südl. Gegenden gibt es an-sehnliche Torflager, und bei Ziktau Braunkohlenbergwerke. Doch die meisten Händebeschäftigt der Gewerbfieiß, und zwar in den L)tädten die Tuch-und Sirumpffabri-cation, in den südl. Gedirgsdörfern, unter denen mehre 3 —> 5000 E. zählen, dieWeberei, welche sich sonst über alle Arten Leinwand erstreckte, jetzt aber mehre baum-wollene Waaren liefert. Die Damastweber in Großschönau , einem Dorfe von4000 E. bei Zittau , fertigen Tafelzeuche, deren Glanz und Feinheit noch von keinerandern Damastfabrik erreicht worden ist. Der sonst ungemein bedeutende Groß-handel der oberlausitzer Kaufleute mit diesen, bcfimders den leinenen Waaren, hatjedoch seit 10 Jahren sehr abgenommen, nur in Tuchen und Tafelzeuche» werdennoch Geschäfte nach Italien, Rußland und Amerika gemacht. Die Grenzorte ge-winnen bei dem Transito- und Schleichhandel nach Böhmen . An dieser Gewerb-chätigkeit haben bloß die deutsche» Lausitzen Antheil; die Wenden, welche ungefährden 4. Theil der Brvdlkerung ausmachen, treiben nur Viehzucht und Ackerbau. Ju-den sind bloß in dem niederlausitzifchen Städtchen Friedland ansässig. Die alte vomKurf. Johann Georg 1. 1686 bestätigte Verfassung sicherte den Ständen große,vorzüglich in dcr Oberlausitz in ihrer Art einzige Gerechtsame,