Band 
Sechster Band. K bis L.
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lative und praktische Gegenstände der Physik. Die Denkschriften der Akademievon 1170 enthalten seine Beobachtungen über die Natur des Wassers und die ver-meintliche Möglichkeit, dasselbe in Erde zu verwandeln, deren Irriges ihm jedochwiederholte Versuche zeigten. Er sammelte Materialien für die Lithologie undMineralogie Frankreichs , die er in eine Art von Tabelle brachte. Sie wurden dieGrundlage zu einem Werke über die Revolutionen der Erde und die Bildung derErdschichten, von dem er 1112 und 1181 Proben gab. Die Natur der Gasartenwar damals ein Hauptgegenstand der Untersuchung; auch L„ durch sin Ver-mögen in Stand g-ftht, große und kostbare Versuche zu machen, beschäftigte sichdamit. In s. „Ojiu^-ulk- t,-bv>i'ie>»e">" (1114/ 2 Bde.; deutsch durch Weigelund Linke, Greifswalde 1183, 5 Bde.) gab er eine Übersicht von Allem, wasbisher in Beziehung auf die Geschichte der luftförmigen Körper geschehen, nebstverschiedenen eignen, höchst wichtigen Versuchen. 1116 erhielt er die Oberaufsichtder Schießpulverbereikung, die er sehr vervollkommnete; 1118 fand und zeigte er,dak die von engl. Chemikern entdeckte Luftart, welche Priestley dephlogistisirte, undScheele reine Luft nannte, ein Bestandtheil aller Sauren sei. Seine Versuche,durch Verbrennung von Oxygen undHydrogen Wasser zu erzeugen und e? umge-kehrt in diese Bestandtheile wieder aufzulösen (1183), waren ein wichtiger Vor-schritt zu dem neuen System der Chemie, als dessen Begründer jedoch keineswegser, sondern der Engländer Cavendlsh, der schon 1714 das Orvgen entdeckte, an-zusehen ist. Es ward vervollständigt durch seine Theorie der Verbrennung undder Oxydation, seine Analyse der atmosphärischen Luft, seine Lehre vom Wärme-stoss u. s. w., und 1189 in seinen „kleinen« <Ie cbvnne" (3.AuSg., 1801, 2Bde.;deutsch durch Hermbstädt, Berlin 1192, 2 Bde.) vollständig vorgetragen. Fürdas neue Maßsvstem lieferte L. genaue Versuche über die Expansion der Metalle/AIS 1191 ein neues Besteuerungssystem eingeführt werden sollte, ließ L. eine ge-haltvolle Schrift u. d. T. „8>I> la rwlwüse Ieii llori-,1«; «je 1a beancc" erscheinen,welche indeß nur die Skizze eines großen Werks ist, zu dem er lange gesammelthatte. Nachdem er einer der Administratoren der (Hsse <1'e-ic-<„,>,<><? gewesen,wurde er 1191 zu einem der Commissaire dös Staatsschatzes ernannt, und brachtein dieses Departement eine musterhafte Ordnung. Mit den Verdiensten einesausgezeichneten Gelehrten und Geschäftsmannes verband er den liebenswürdigstenCharakter; er war sanft, dienstfertig/ wohlthätig, anspruchlos. Aber eben seineVorzüge, sowie sein Reichthum, wurden ihm zur Zeit RobeSpierre'S verderblich.Er wurde angeklagt, verurthöilt und den 8.Mai 1194 hingerichtet. Über die Ver-dienste L.'S um die Chemie s. Gmelin's ,,Gesch. der Chemie", 3. Bt. Beurtheiltman ihn nach dem Erfolge, den er hervorgebracht, so übertrifft er alle andreChemi-ker; sieht man aber bloß auf die von ihm gemachten Entdeckungen, so muß er hin-ter Scheele, Priestley , Cavcndish und manchen Andern zmückstehen.

Law (John), dieser berüchtigte Financier, Sohn eines Goldschmieds, geb.1680 zu Edinburg , zeigte früh viel Geschicklichkeir zum Rechnen und erwarb sichschon als Jüngling das Vertrauen der königl. Minister in Schottland insoweit,daß sie ihn zum Ordnen der Einkommensrechnungen, die vor der VereinigungEnglands und Schottlands in größter Unordnung waren, gebrauchten. Schondamals schlug er, um dem Mangel an baarem Gelde im Lande abzuhelfen, dieErrichtung einer Bank vor, welche Papiergeld bis zum Betrüge des Werths allerliegenden Gründe des Königreichs ausgeben sollte: eineItee, die allen seinen spä-tern Plänen zum Grunde gelegen zu haben scheint, von den Ministern aber billigverworfen wurde. Sein geringes Einkommen suchte er damals durch Spiel zuvermehren,um auf einem vornehmen Fuße leben zu können. Nachdem er in einemZweikampfe seinen Gegner getödtet, nahm er die Flucht. Er besuchte Venedig undGenua , aus welchen beiden Städten er als ein Verdächtiger vertrieben wurde, durch-