Band 
Sechster Band. K bis L.
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nur geringe Aufmunterung fand, wenig gezeigt und sich seitdem ausschließend derPoriranmalriei gewidmet. Dieser Umstand gab aber Anlaß zu mißbilligenden dir-theilen, als ihn der König nach Wesi's (s. d.)Tode zum Präsidenten der Akademieernannte, da man meinte, daß nur berühmte Historienmaler, wie seine beiden Vor-gänger gewesen waren, Anspruch auf diese Auszeichnung hätten. Zugleich verliehihm der König die Ritterwürde. Der Künstler verdankte der Gunst, die er genoß,auch den Aufirag, die fürstlichen Gäste, die nach dem Frieden 1814 London besuch-ten, sowie die übrigen gegen Napoleon verbünketen Könige für die Sammlung desPrinzen-Regente» zu malen. Er besuchte daher mehre europäische Hauptstädte,wo er seine Kunst zum Vortheile seines Rufes und seines Vermögens zu übenvielfache Gelegenheit hatte. 1825 malte er für dieselbe Galerie den König Karl X. und den Dauphin. Seinen Bildnissen rühmt man Ähnlichkeit nach; sie zeigen ei-nen kecken und freies Pinsel, sind aber besonders in seiner spätern Zeit manierirt,und der feine Charakterausdruck geht bei seiner Behandlung verloren. Für sein be-stes Werk wird sein Bildniß König Georgs I V. gehalten. Im Allgemeinen bemerktman an den Bildern dieses Meisters, daß er in der Zeichnung der Formen die Kno-chen, Muskeln u. s. w. (was die Franzosen in der Maln ei >e cle,->ro»; nennen) nichtgenug andeutet, und, wie die englische Schule überhaupt, die Ausführung etwasvernachlässigt. Das Portrait des Königs von Preußen im berliner Schlosse stehtgegen andre Bildnisse dieses Meisters sehr im Schatten.

Laynez (Jakob), der zweite OrdenSgencral der Jesuiten und der eigentlicheGründer des OrdenSzwecks wie der ganze» Einrichtung dieses Vereins (vgl. Jesui-ten), geb. 1512 zu Älmancario bei Lstguenza in Castilien , hatte in Alcala studirt.Der Ruf von Loyola's schwärmerischer Religiosität und der Wunsch, sowol diesenMann kennen zu lernen als auch seine Studien weiter fortzusetzen, zogen L. nachParis, wo Loyola sich damals aufhielt, um den Verfolgungen der Inquisition zuentgehen. Bald knüpfte sich ein inniges Band zwischen beiden Schwärmern, undsie beschlossen in die Türkei zu gehen, um den Ungläubigen das Evangelium zupredigen. Ein Krieg mit der Pforte hemnite aber diesen Plan, und sie faßten nunin Venedig (1536) den Entschluß, einen Verein zu stiften, dessen Hauptzweck Er-ziehung des Volks im Geiste der römischen Kirche und dadurch Abwehrung dersich immer mehr verbreitenden Ideen der Reformation war. L., klüger, wissen-schaftlich gebildeter und gewandter als Loyola , arbeitete besonders diesen Plan aus,und seiner Uneigennützigkeit, seinem Eifer und seiner Thätigkeit gelang es vorzüg-lich, dem neuen Institute den Beifall der Menge zu erwerben. Nachdem der Or-den von Paul lll. bestätigt (1540), und Loyola , aufL.'s Betrieb, zum erstenGeneral desselben erwählt worden war, machte er vielfache Reisen, um die Aus-breitung der Gesellschaft Jesu zu befördern; besonders bethätigte er auf dem Con-cilium von Tridcnt seinen Eifer für das Interesse des röm. Stuhls. Den Cardi-nalshut, welchen Paul I V. ihm zudachte, schlug L. aus. 1558 folgte er Ignazvon Loyola in derWürde eines General« des Ordens. 1561 kam er mit dem Car-dinal Ferrara nach Frankreich , um gemeinschaftlich mit diesem an der Ausrottungder Ketzerei zuarbeiten. Doch muß man ihm die Gerechtigkeit widerfahren lassenund gestehen, daß er auf der berüchtigten Versammlung vonPeissy noch der Einzigewar, welcher der Stimme der Vernunft und Menschlichkeit in einigen Stücken Ge-hör gab. Die Aufnahme der Jesuiten in Frankreich (freilich unter einigen beschrän-kenden Bedingungen ss. IesuitenP war zugleich Folge dieserReise. NachdemL.noch auf dem dritten tridentinischen Concilium die Suprematie des Bischofs vonRom über die andern Bischöfe der Christenheit nach Kräften von Neuem halle fest-stellen helfen, kehrte er nach Rom zurück, wo er sich ausschließend mit der wetternEinrichtung und Ausbreitung seines Ordens beschäftigte. Er starb daselbst den19. Jan. 1565 in einem Alter von 53 Jahren mit dem Ruhme, der wahre Stifter