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zig 1823); dl. I. Chr. Dolz's „Versuch einer Gesch. von Leipzig " (Leipz. 1818),und C. C. C. Gretschel's „Leipzig und seine Umgebungen", m. Kupf. (Leipz. 1828).
Leipzig a ls U n i v er si l ä t, 1109 durch Einwanderung einer orosienAnzahl prager Studirender mit ikren Lekrern gegründet, wobei der Kurfürst Fried-rich der Streitbare und dessen Bruder Wilhelm die Universitäten Prag und Paris zum Muster nahmen. Papst Alexander V. bestätigte sie. Zur Besoldung der Leh-rer wurden theils baare Besoldungen, theils mehre Häuser in der Stadt, 3 Dorf-schäften und die Zinsen verschiedener Art angewiesen. (S. Collegiaturen.)Die Päpste Johann XXIIl. und Martin V. fügten noch 6 Kanonikate in Meißen ,Zeitz, Naumburg und Merseburg hinzu. Die Reformation gab dem KurfürstenMoritz (Gelegenheit, jene Schenkungen zu vermehren. Er gab noch 5 Dörfer und325 Acker Waldung. Auch wurde für arme Studirende durch Begründung desConvickoriums und einer Menge Stipendien gesorgt. Der lehtverstorbene Kö-nig wies die Zinsen von mebr als 100,000 Thlrn., außer andern Quellen, zumBesoldungsfonds an. Die Universität selbst besitzt ein Gesammtvermögen vonetwa 700,000 Thlrn. an Capitalien und Grundstücken, wozu außer sehr be-deutenden Gebäuden in Leipzig auch 8 Dörfer gehören. Der jährliche Ertrag istungefähr 30,000 Thlr., wovon jedoch der größte Theil einzelnen Stiftungeneigen ist. Das der Universität als Gesammtheit zuständige Vermögen aewährteine Einnahme von etwa 1-1,000 Thlrn., wovon für die Besoldung der 23 Profes-soren alter Stiftung 13,710Thlr. abr hen. In allen 1 Jahrh, ihres Bestehens galtsie für eine der ausgezeichnetsten deutschen Hochschulen und bewahrt in ihren Jahrbü-chern eine nicht geringe Zahl von Namen gefeierter Lehrer auf, von welchen mehredurch den großen Ruf, den sie im Auslande halten, wie einGellert, Ernesti, Plat.ier,Haubold, Hommel, Morus, Zollikofer u. A., zum zahlreichen Besuche der Uni-versität beitrugen. Obgleich die vorzüglichern akademischen Lehrer Leipzigs nie un-terließen, von den jedesmaligen neuen und neuesten Erscheinungen im Gebiete derWissenschaften, und namentlich der philosophischen, Kenntniß zu nehmen, so wuß-ten sie doch die Besonnenheit zu behaupten, welche nicht jeder neuen, oft nur ephe-meren Erscheinung ungeprüft huldigt, sondern die nur das Geprüfte und Bewährt-gefundene empfehlend zur Kenntniß der Lttudirenden bringt. Und in diesem Geistewirkt diese Bildungsanstalt auch noch jetzt, wo sie (1829) ungefähr 1300 Stu-dirende hat. Wenn auch ihre frühere Verfassung noch jetzt die Grundlage ihrerOrganisation ausmacht, so werden doch durch wahre Zcitbedürfnisse herbeigeführteVerbesserungen vorgenommen. Unter ihren dermaligen Lchrern, deren sie über 70zählt (zu welchen 23 Professoren der sogen, alten Stiftung — welche nur zur Ver-waltung des RectoratS, Prokanzellariats und Decanats gelangen können, — als4 in der thcolog., 5 in der jurist., 4 in der Medicin, und 10 in der Philosoph. Fa-cultät, 11 ordentliche der neuen Stiftung, und mehre außerordentliche, gegen 30Privatdocenten in allen 4 Facultäten, und mehre Lehrer der neuern Lprachen undschönen Künste gehören), sind die meisten zugleich in der gelehrten Welt als Schrift-steller rühmlich bekannt. An der Spitze der Lehrer jeder Facultät steht ein Decan,der in dreien halbj.chrlicb, in der rheolcz. jährlich wechselt. DerRectorMagnificuS,als Haupt der ganze» Universität, beruft bei allen wichtigen Angelegenheiten die4 Nationen zu einer Versammlung. Sind die Stimmen derselben gleich, so ent-scheidet dann die seinige. Auch er wechselt alle halbe Jahre. Die Disciplin undIurisdiction wird, statt des t'.imcilii acast., seit 1829 von einem UniversitätSge-richte geübt, welches aus dem Rector, dem Universitätsrichter, einem Beisitzer w.besteht. Zur Förderung der Studien dienen eine bedeutende Anzahl trefflich orga-nisieret-, zum Theil durch milde Stiftungen gegründeter Institute, welche sich theilsauf die allgemein-wissenschaftliche Bildung, theils auf einzelne Zweige der theore-tisch- und praktisch-wissenschaftlichen Bildung beziehen. Dahin gehören hie unter