Band 
Sechster Band. K bis L.
Seite
535
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Leipzig (Schlachten bei) , S8L

der Leitung der berühmten Philologen, des Hofraths Beck (f. d.) und de« Pros.Hermann (s. d.) blühenden philologischen Seminarien — das erstere, seil 1784bestehend, ist 1809 zu einem köniql. erhoben—, durch welche ein gründliches undgeschmackvolles Studium des classischen Alterthums ungemein befördert wird, aberauch den Hoch- und Gelehrtenschulen des In - und Auslandes tüchtige Lehrer vor-bereitet werden, wie denn überhaupt von Leipzig aus, als einer fruchtbaren Pflanz-schule, viele andre Bildungsanstalten fast zu allen Zeiten Lehrer erhielten. DasPrekigercollegüim feierte 1824 sein zweites Jahrh. Seit 1799 ist mit dem u. d.3!. des Iakobshospitals bekannten Krankenhause ein treffliches klinisches Institutunter der Leitung des Hofraths II. ClaruS verbunden, für welches in einem zweck-mäßig eingerichteten Gebäude, außer 10 größern und kleinern, für 70 bis 80 Bet-ten hinlänglichen Raum habenden Krankenzimmern, ein mit allem .Nöthigen ver-sehener Zergliederungs- und Operationssaal, ein mit Rettungsapparaien fürScheintodte versebenes Zimmer, und ein Prof. der Klinik und ein Demonstratorfür die Chirurgie sich befinden. Auch besteht seit 1810 eine 1828 neu eingerichtete, allgemeine, mit der Trier 'schen Stiftung verbundene Entbindungsschule" zurBildung geschickter Hebammen und Geburtshelfer, unter Leitung des I). Jörg;ferner ein botanischer Garten unter I». Schwägrichen. Ein treffliches kOe-ili umn„ul<»»iru»>. und das chemische Laboratorium verdanken dem letztverst. Königedie verbesserte Einrichtung. Seit 1820 besteht zu Leipzig eine Heilanstalt für armeAugenkranke, von I). Ritkerich gestiftet, die der König 1826 bestätigte und 1828erweiterte. Auf dem Thurme der Pleißenburg befindet sich die von 1787 — 90 er-baute und von 1818— 21 verbesserte Sternwalze. Die Universitätsbibliothek, vongegen 00,000 Bdn. mit 1600 Manulcripten, ist vorzüglich im Philolog, und Me-dicin. Fache reich, sowie in der ältern Theologie; sie entstand aus den Bibliothekender eingezogenen Klöster. Die 1704 errichtete Akademie der bildenden Künste wirkte unter Öftr, Tischbein, Schnorr rc. für Malerei, Kupferstecherkunst, Ar-chitektur u. s. f. vortheilhaft.

Leipzig (Schlachten bei). Zwei Mal wurden auf den Ebenen umLeipzig die Verhältnisse Deutschlands durch die Waffen entschieden: am 7. Sept.1631 und am 18. Oct. 1813. Auch das Treffen am 2. Nov. 1642 war in seinenFolgen nicht unbedeutend. Schon die große, weite F'äche, die nur sanft wellen-förmig durch kaum merkbare Höherzüge, einiges Gehölz, ein paar kleine Flüsseund mehre Dörfer durchschnitten wird, begünstigt eine freie Entwickelung derStrcitkräfte; wichtiger noch ist die Lage Leipzigsund die Stadt selbst in polirisch-strategischer Hinsicht. — Aus der Geschichte des dreißigjährigen Krieges(s. d.) erinnern wir uns, wie Gustav Adolf, König v. Schweden , durch die schwan-kenden langen Unterhandlungen mit Kurfürst Johann Georg v. Sachsen hingehal-ten, sich seit dem Falle Magdeburgs genöthigt sah, in dem festen Lager bei Wer-ben, der Macht Tilly's gegenüber, stehen zu bleiben. Endlich gestattete das amI.Sept. 1632 mit Sachsen geschlossene Bündniß dem König eine ungehemmtereWirksamkeit. Sofort ließ er sein Heer bei Wirtenberg und Dessau über die Elbegehen, vereinigte sich bei Düben mit den sächs. Truppen und gedachte nun die Kai-serlichen irgendwo zur Schlacht zu bringen. Diese waren ihm parallel gefolgt, hat-ten am 6. Sept. Leipzig genommen und zwischen Möckern und Eutritzsch ein Lagerbezogen. Tilly zeigte sich sogar geneigt, als er den Anmarsch seiner Gegner sah,eine feste Stellung hinter Leipzig zu nehmen und Verstärkung von Erfurt an sich zuziehen. In einem Kriegsrathe, der in der Wohnung des Todtengräbers vor dem.grimmischen Thore gehalten wurde, bestimmte jedoch der kühne, raschere Pap-penheim den greisen, bedächtigen Feldherrn zum Angriff. Nun ließ Tillv^seinHeer sogleich den Schweden entgegengehen, sodaß der rechte Flügel das Dorf-Lee-Hausen zum Anlehnungspunkte bekam, der linke durch eine Schwenkung aber sich