Band 
Sechster Band. K bis L.
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561
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Lesche Lksemethoden 561

nach von Lesbos , einem Sohne des Lapithasund Enkel des Akolus, gegründet.Dieser führte auf den Rath des Orakels eine Colonie hierher, heirathete die Me-thymna, tesMakareus Tochter, und erhielt mit ihr die Herrschaft über die Hälfteder Insel, welcher er, nachdem sie Isa, dann von den Pelasgcrn PelaSgia geheimßen hatte, den Namen Lesbos gab. Die Insel hatte Buchen--, Cypressen-undFichtenwälder; es ward ein gemeinerMarmor gebrochen, und die Ebenen hattenÜberfluß an Getreide. Auch fand man warme Quellen, Achate und Edelsteine.Das einträglichste Erzeugniß war der Wein, den man in vielen Ländern allen an-dern griech. Weinen vorzog. Noch jetzt rechnet man das Baumöl und die Feigenvon Lesbos zu den besten im Archipel. Es befanden sich 9, meist blühende Ldtädtedaselbst, darunter Mitylene, Pyrrha, Meihymna, Arisba, Eressus und Antissa;jetzt zählt man 120 Dörfer. Ursprünglich wurde Lesbos von Äoliern bevölkert,welche aus einer unbedeutenden Monarchie eine mächtige Demokratie bildeten.Sie machten hierauf nichtbloß auf dem festen Lande und dem ehcmal Gebiete vonTroja Eroberungen, sondern widerstanden auch den Athenern. Dann wurde Les-bos von Samos und darauf von den Persern beum uhigt, deren Oberherrschaft sieendlich anerkennen mußte. Nach der Schlacht bei Mpkale schüttelte sie das persi-sche Joch ab und ward Athens Bundesgenossin. Während des peloponnesischenKrieges trennte sie sich mehr als ein Mal von Athen , wardaber immer zumGthor-sam zurückgebracht. Als ein vornehmer Bürger von Mitylene aus Erbitterung,daß mehre reiche Einwohner seinen Söhnen ihre Töchter zur Ehe versagt hatten, dieStadt öffentlich beschuldigte, daß sie ein Bündniß mit den Lacedämoniern schließenwolle, reizte er durch diese falsche Beschuldigung Athen , daß es eine Flotte gegen Les-bos absegeln ließ. Die nächsten Städte, Meihymna ausgenommen, bewaffneten sichzuni Schuhe ihrer Hauptstadt, wurden aber bezwungen, Mityl.nenS Mauern ge-schleift, seine Schiffe weggenommen und 1000 der reichsten Einw. geködtet. Nurdas Gebiet von Methymna blieb verschont. Die Insel selbst ward in 3000 Theilezerstückelt, von denen 300 dem Dienste der Götter geweiht, die übrigen aber unteratheniensische Bürger vertheilt und von diesen an die alten Eigenthümer verpachtetwurden. Nichtsdestoweniger erholten sich die Städte von Lesbos bald wieder.Übrigens waren die Lesbier wegen ihreraueschweiftnden Sitte» berüchtigt, unddieganze Insel wurde als der Sitz des Vergnügens und der Zügellosigkeit betrachtet.Zugleich standen sie in dem Rufe der feinsten Lebensart und der ausgezeichnetstenGeistesbildung; auch hatten Poesie undMusik daselbst große Fortschritte gemacht.Berühmt war die lesbische Schule der Musik, deren Ursprung ausfolgende Weiseerzählt wird: Nachdem Orpheus von den Bacchantinnen zerrissen, und Haupt undLeier desselben in den Fluß Hebrus geworfen worden, ward Beide? von den Wellenan das Ufer von Meihymna getrieben. Während dessen ließ Orxheus's MundrührendeKlagctöne hören, und die Leier, vom Hauche des Winde? bewegt, beglei-tete dieselben. DieMelhymnier begruben daher das Haupt und bängten die Leierin Apollo'sTempcl auf. Dafür ward ihnen von diesem Gotte dasTalent zur Mu-sik verliehen. In der That brachte Lesbos Tonkünstler hervor, welche olle MusikerGriechenlands übertrafen. Unter diesen zeichneten sich insbesondere Arios vonMethymna und Terpander von Antissa aus, sowie unter den lyrischen DichternAlcäus und Sappho als die vornehmsten genannt werden. Auch waren Pittakos,einer der sogenannten sieben Weisen, und späterhin die Philosophen Theophrast undTheophanes (der Busenfreund des großen Pompejus) und die GeschichtschreiberHellanicus , MyrtiluS u. A. auf dieser Insel geboren. Sie wart oft von auswär-tigen Gelehrten zum Aufenthalt erwählt; Epikur und Aristoteles hielten daselbstVorlesungen. S.S. L. Plehn's „l-eibiscorun, über" (Berlin 1826).

Lesche, s. Polygnotus .

L e s e m e t ho d e n. Bereits im 11. Jahrh, unterschieden die Schulmän«Eonvttsalivns-lftxicvli. Dd. Vl. 3K