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1181 den Auftrag empfing, die Fregatte I'Xiimlab«: (Laperonse's Schiff) zuverlassen, um zu Lande nach Frankreich die Nachrichten und Tagebücher »der diebis dahin so glückliche Reise derSeefahrer zu überbringen. Unter großen Schwie-rigkeiten reiste L. in der rauhesien Jahreszeit von Kamtschatka nach Petersburg ;hier gab er seine Papiere an den franz. Gesandten, dcnHrn. v. Segur, und eiltenach Paris , um seinem Könige mündlich den nähern Bericht abzustatten. Durchdas Verlangen Ludwigs XVI., ihn in seiner mitgebrachten kamtschadalischenTracht zu sehen, ward Hr. v. L. einige Monate lang der Gegenstand der Neu-gier des ganzen Hofes. Hierauf ernannte ihn der Monarch zum Consul in Kron-stadt; später trat L. in derselben Function in Petersburg auf, wo er bis 1812blieb, zu welcher Zeit ihn Napoleon nach Moskau berief, um daselbst die Stelleeines Intendanten zu übernehmen. Nach dem Regierungswechsel von 1814 warder von Ludwig XVlll. als tN-n-xe ck'nll-üies nach Lissabon gesendet. L. hat s.Tagebuch (Journal bislorigue, 2Bde.) und „Obst-i>!>livi,5 5UI ls Libel le et leX-Iiotzeb.'ilbn" (2 Bde., 1190) herausgegeben. —Ein Verwandter L.'s, JeanBaptist« de Lesseps, geb. 1114, Unierprüfect zu Lambez, ist merkwürdigdurch s. Schicksale. Zu Anfang der neunziger Jahre wanderte er aus und dienteals gemeiner Soldat im Conde'schen Corps. In Folge der von Bonaparte be-wirkten Amnestie für die Emigranten kehrte er zurück und folgte einem Verwandtennach Ägypten , wurde franz. Consul in Alepandrien und erwarb sich durch seineMenschenfreundlichkeit und Brhülfiichkeit viele Frcünte, sowol unter den Einge-borenen als unter seinen Landsleuten. Bald darauf von den Arnaulen gefangen,ward er auf den Markt geschleppt, Um ermordet zu werden, als ihn ein Eingebo-rener, deiner einst einen Dienst erzeigt hatte, seinen Mördern unter dem Dorwandentriß, er wolle ihn langsamer und grausamer hinopftr». So entkam L. demschon aufgehobenen Messer, kehrte nach Frankreich zurück und ward, nach derEinverleibung Toscanas in das Kaiserreich, zum Unterpräfeelen in S ieno ernannt,wo er bis zur Restauration blieb, alsdann aber in derselben Eigenschaft nachLambez versetzt. 12.
Lessing (Gotthold Ephraim ), einer der größten und einflußreichsten Gei-ster aus der Periode der Umschaffung deukscherKunstund Wissenschaft in kcrMitkedes vorigen Jahrh., war der erste Kritiker unserer Nation, der zu einer Zeit, wodeutsche Kunst und Wissenschaft in Plattheit und Schulzwang versunken waren,mit gewaltiger Kraft und Schärfe des Geistes das Nichtige in seiner Nichtigkeitdarstellte. Was gleichzeitig mit ihm Winckelniann und Klopstcck leisteten, be-schränkte sich mehr auf einzelne abgeschlossene Sphären. Fast i» allen Kreisen sei-ner liier. Thätigkeit hat L. gewirkt; allein, wie er sich selbst nie für einen Dich-ter gehalten hat, so sind auch seine Trauer - und Lustspiele kalt und besonnen, ohneeigentlich schöpferische Kraft und Dichterwärme, zu Belege» seiner Ansichten überTheater und dramatische Kunst ausgearbeitet. Seine Pkilosophie ist im Ganzennur Bruchstück geblieben. Die Ergebnisse seiner Kunstbetrachtungen und Un-tersuchungen erscheinen bei der Geistesliefe, womit in den neuesten Zeiten derDeutsche dieses Feld allseitig durchdrungen, oft unerheblich, unbegründet und mitMängel» der damaligen Kunstphilosophie behaftet, welche sich weniger damit be-faßte, ein Kunstwerk in allen Beziehungen seines lebendigen Organismus durch-dringend zu begreifen und in sich aufzunehmen, und dann mit historischem Geisteihm in dem Gesammtgebieke der Literatur und Kunst seinen Platz anzuweisen,sondern hauptsächlich darauf ausging, das Kunstgesühl, welches dem damaligenZeitalter zu einer räthselhasten Erscheinung geworden war, sich zu zersetzen. Je-doch trifft diese Bemerkung meist nur Dasjenige, was L. frühe r über Kunst undPoesie schrieb. Insofern hat er allerdings angefangen, den rechten Weg der Kri-tik zu bahnen j als er auf scharfe Sonderung der Arten und Classen drang und bei
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