Band 
Sechster Band. K bis L.
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Messing

-er verständigsten Bewunderung der?llten auch der Verkündigerdcrfrühern aus-ländischen Literaturen, der englischen, spanischen und italienischen ward, zugleichaber das hohle Gespenst teü stanz. Geschmacks in seine Nichtigkeit zurückzujagensteckte und einen umfassendern und kräftigern Geschmack erweckte. Man mußüber den großen Geist des Mannes erstaunen, welcher bei zahlreichen poetischenVersuchen, kritischen, philosophischen und artistischen Untersuchungen aller Artaus die umfassendsten theologischen Streitigkeiten einging und jenes Gemisch vonpositiver und Vernunftreligion, welches mau damals unter dem Namen der Auf-klärung zu verkaufen anfing, in seiner Erbärmlichkeit darstellte. Das eigentlichBleibende und Große in L.'S Schriften ist sein Styl, seine reine, leichte und dochkräftige Prosa, der reiche Witz, die unendlich rege Lebendigkeit des Geistes, womiter seine Untersuchlingen und Speculationen nicht eigentlich lehrt, sondern gleichsamverdeckt mittheilt und aufdiese Weise unwiderstehlich zum Selbstdenken reizt undauffodert. S. ,,L.'S Gedanken und Meinungen, aus dessen Schriften zusam-mengestellt und erläutert von F. Schlegel" (Leipzig 1804, 3Thle.). In Hinsichtder Thatumstände und der äußern Verhältnisse, unter welchen L. lebte, ist zunennen: „Gotthold Ephraim Lessng'ü Leben, nebst seinem noch übrigen literari-schen Nachlasse", von dessen Bruder, K. G. Lessing (Berlin 1793, 2 Thle.).L.'S Biographie in dem „Pantheon der Deutschen " und „Lessing'S Leben undCharakteristik" von I. F. Schink (Berlin 182Z, als 3lr Thl. seiner „Sämmtk.Schriften". L. war d. 22. Jan. 1729 in Kamen;, einer Stadt der Oberlaulitz,geb. Nach dem ersten Unterricht in tcrReligion, welchen ihm sein Vater, Pre-diger des Orts und ein Man» von dem strengsten lutherisch-christlichen Glauben,gab, hatte erPrivatuntcrrichk bei dem Bruder jenes seiner Freigeisterei wegen ver-schrieenen Mylius, mit welchem er später in Leipzig lind Berlin , zunickt geringerKränkung seiner Ältern, in engere Verbindung trat. Ein Zufall ließ ihn in Ka-men; bei einem Maler Unterricht finden. Als er hierauf in Königsbrück unter demRector Heinze die Stadtschule besucht hatte, kam er 1741 aus die Fürstenschulezu Meißen , die er, nachdem er daselbst der griechischen und lateinischen Sprache,sowie der Mathematik mit dem glücklichsten Erfolge obgelegen hatte, 1746 mit ei-ner herkömmlichen Abschiedsrede verließ, welche <I« „>uik>rmutii.'a bnibaiorunihandelte. Er bezog die Universität Leipzig . Während er hier, außer Ernesii, kei-nen andern Lehrer einer besondern Aufmerksamkeit würdigte, bemühte er sich mitdem besten Erfolge, durch Leibesübungen jene Leichtigkeit und Sicherheit des We-sens und Benehmens sich zu verschaffen, welche dem Gelehrten so oft fehlt. KeinerFacultätSwissenschast zugethan und sickschon den mannigfaltigsten literarischen Be-strebungen hingebend, schloß er mit dem nachherigen KreissteuereinnehmerWeißeFreundschaft für das ganze Leben. DiSputii Übungen, welche er unter Kastriermit Mylius, Zachariä, Joh. Heinr. und Höh. Ad. Schlegel hielt, dienten ihmzu einer wissenschaftliche» Gymnastik. Hier machte er auch Bekanntschaft mit derberühmten Schanspieldirectorin Neu der (s. d.) und nahm Antheil an den „Er-munterungen", einer hamburgifchen Wochenschrift. Mit Weiße gemeinschaft-lich übersetzte er den „Hannibal" von Morivaup und brachte den bereits auf derSchule angefangenen „Jungen Gelehrten" vollendet auf die Neuber'sche Bühne.Bald bestimmte ihn aber die Unzufriedenheit seiner streng gesinnten Ältern, wel-chen des Sohnes Abgeneigrheit gegen jedes Brotstudium, sein Umgang mit Schau-spielern, einer damals verrufenen Menschenclasse, kurz sein ganzes Thun undTreiben als höchst strafbar, ja ruchlos erschien, in das väterliche Haus zurückzu-kehren. Aus dieser Zeit sind unter seinen Gedichten eine Menge sogenannter ana-kreontischer Lieder in einem Aufenthalte verfertigt, wo anWein und Liebe wenigzu denken war. Von hier kehrte er nach Leipzig zurück; da aber die Neuberin ei-nige vorzügliche Mitglieder ihres Theaters, welches L. den Aufenthalt in Leipzig